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Salzweg bei Passau Not-Helfer: Pfarrer und Bürgermeister leiten Fußballverein

Pfarrer Alexander Aulinger und Bürgermeister Josef Putz (FW) aus Salzweg bei Passau sind Helfer in der Not: Denn obwohl sie viel zu tun haben, leiten sie noch einen Fußballverein - kommissarisch. Dieser steht nämlich ohne Vorstand und Kassier da.

Von: Martin Gruber

Stand: 10.11.2017

Pfarrer Alexander Aulinger (links) und Bürgermeister Josef Putz (FW) | Bild: BR/Martin Gruber

Der Salzweger Bürgermeister Josef Putz schaut auf seine Termine. Es ist einiges los. Gespräch mit dem Landratsamt, Diamantene Hochzeit und eine Bauausschusssitzung. Auch Pfarrer Alexander Aulinger hat gut zu tun: Messe, Gespräche im Pfarrbüro, Termin im Kindergarten, Hochzeit und eine Beerdigung. Er macht es gerne, sagt er, weil ihm die Menschen am Herzen lägen.

Kein Vorstand und kein Kassier

Am Herzen liegt beiden auch ihr Fußballclub - der FC Salzweg. Und den haben Hochwürden und Bürgermeister - neben Seelsorge und Rathausjob - jetzt auch noch an der "Backe". Aus der Not heraus, erzählen sie. Bei der letzten Hauptversammlung fand sich kein neuer Vorstand. Finanzbericht gab es auch keinen, weil der Kassier schon länger krank ist. So haben sich Bürgermeister und Pfarrer - nach fünfstündiger Hauptversammlung - spontan bereiterklärt, die Vereinsbosse zu geben - kommissarisch - für drei Monate.

"Man kann ja so einen Verein nicht alleine dastehen lassen."

Bürgermeister Josef Putz

Das heißt, Bürgermeister Putz geht in der Früh noch früher ins Rathaus. Das Geschäft des Vereinsvorstands macht er vor seinem Job als Bürgermeister. Hochwürden findet auch noch ein paar Stunden Zeit für den Sportverein. Er arbeitet dafür länger in die Nacht hinein - wegen der Frühmesse.

"Der Verein hat es verdient"

An seinem freien Montag sucht, sortiert und erfasst Pfarrer Aulinger die Belege der letzten Jahre für den Kassenbericht. Er ist vom Fach. Vor seiner seelsorgerischen Karriere war er Beamter, unter anderem als Kämmerer in der Stadt Zwiesel. Das reine Vergnügen ist der FC Salzweg mit seinen fünf Sparten und über 800 Mitgliedern nicht. Aber - es hilft ja nichts:

"Man denkt sich schon oft 'was haben wir uns da eingebrockt'. Aber man hat auch eine gewisse Verantwortung. Der Verein hat es verdient."

Bürgermeister Josef Putz

Leidensfähig müssen beide sein. Beide sind bekennende Fans der Münchner Löwen. Ihr FC Salzweg kämpft gegen den Abstieg. Beim nächsten Spiel am Samstag stehen beide auf dem Fußballplatz. Bürgermeister Putz nimmt sich einfach die Zeit. Pfarrer Aulinger kommt eine halbe Stunde später - Er hat davor noch eine Taufe.


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Kommentare

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Wolfgang, Freitag, 10.November, 12:09 Uhr

1. Hätten die nicht machen sollen, Vereinbetreib sofot einstellen oder

es finden sich unter den 800 Mitgliedern oder den Eltern der Jugendliche Aktive für die Vereinsorganisation.

Bitte nicht Fußballklub als "Dienstleistung für lau" bei der man seine Kinder zur Betreuung für "soziale" 3€ Monatsbeitrag zur Nachmittags- und Wochenendbespaßung abgeben kann.

Das gilt dort hoffentlich auch für die Platzpflege und Kabinensäuberung zu 100%, ohne Hilfe durch den Bauhof usw.

Ggf. nur alle 2 Wochen Training, stattdessen 2h Arbeit für Platzpflege im wechselnden Turnus.

  • Antwort von Jugendbetreuer, Montag, 13.November, 09:18 Uhr

    Wolfgang, du sprichst mir aus der Seele. War 5Jahre Jugendbetreuer und 8Jahre Kassenwart. Was man da erlebt ist nicht zu beschreiben. Als Kassenwart rennst du Geldern wochenlang nach, die z.B. für extra Aktivitäten anfallen. Teilnahme am Training nur wenn es genehm ist, dann aber mit Forderungen bzgl. des Leistungsfortschrittes der lieben Sprösslinge rumgaggern.