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Urteil in Deggendorf Lebenslänglich für Mord an Ehefrau

Weil er seine Ehefrau mit 26 Messerstichen getötet hat, wurde ein 50 Jahre alter Mann aus Iggensbach (Lkr. Deggendorf) wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Von: Harald Mitterer

Stand: 11.09.2017

Angeklagter im Mordprozess Deggendorf | Bild: BR/Harald Mitterer

Der Verteidiger des 50-Jährigen ging von Totschlag aus und forderte zehn Jahre. Der Vorsitzende Richter Horst Müller sah es bei der Urteilsverkündung am Montag aber als erwiesen an, dass der Angeklagte seine Frau heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet hat, deswegen entschied er auf Lebenslang. DerAngeklagte nahm das Urteil äußerlich ohne jegliche Regung auf.

Mordmotiv: Eifersucht

Im gemeinsamen Haus soll der Angeklagte seine Ehefrau erstochen haben.

26 Mal hatte der Ehemann mit einem Küchenmesser auf seine Frau im gemeinsamen Haus in Iggensbach (Lkr. Deggendorf) eingestochen- aus Eifersucht.

Nachdem der Mann morgens aus der Frühschicht nach Hause gekommen war, gab es Streit. Eine Trennung stand im Raum, die Frau hatte im Internet einen anderen Mann kennengelernt, so der Richter bei seiner Urteilsverkündung. Als sich der 50-Jährige schlafen legte, fasste er nach Überzeugung des Gerichts den Entschluss, seine Frau umzubringen. Wenn er die Frau nicht haben könne, brauche sie auch kein anderer zu haben, seien seine Gedanken gewesen. Er stand wieder auf und täuschte der Frau vor, sich in der Küche etwas zu trinken zu holen, griff nach einem Brotmesser und trat an die am Esstisch sitzende Frau heran - das Messer hinter dem Rücken haltend. Das Opfer sei völlig arg- und wehrlos gewesen, sagte der Richter.

Der 50-Jährige hatte die Tat bei seiner Festnahme vor den ermittelnden Polizeibeamten gestanden. Im Gerichtsverfahren gab er an, sich nur noch daran erinnern zu können, wie er plötzlich vor seiner erstochenen 47 Jahre alten Ehefrau stand.

Tochter tritt als Nebenklägerin auf

Zeugen, darunter enge Familienangehörige, beschreiben die Ehe als zerrüttet. Nach der Anhörung der zwei Sachverständigen soll noch heute am dritten Verhandlungstag das Urteil gesprochen werden. Die Anklage lautet auf Mord.

Die 16-jährige Tochter des Opfers hat sich dem Verfahren gegen ihren angeklagten Vater als Nebenklägerin angeschlossen.


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