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Frau in Hebertsfelden erstochen Nachbarschaftsstreit löste tödliche Attacke aus

In Hebertsfelden (Lkr. Kreis Rottal-Inn) hat ein Rentner eine Frau getötet. Der 72-Jährige stach mehrfach mit einem Messer auf sein Opfer ein. Der Tat ist ein langer Nachbarschaftsstreit vorausgegangen. Inzwischen ist der mutmaßliche Täter gestorben.

Stand: 10.01.2017

Gedenkplatz in Hebertsfelden, an dem die Frau niedergestochen wurde | Bild: BR/Andreas Mack

Der Rentner habe der Frau am Montagmittag in der Ortsmitte der kleinen Gemeinde Hebertsfelden aufgelauert, sie dann angegriffen und unvermittelt auf sie eingeschlagen, teilten die Staatsanwaltschaft Landshut und das Polizeipräsidium Niederbayern mit. Anschließend habe der Mann mehrfach auf die Frau eingestochen. Ein Notarzt versuchte noch, die Frau wiederzubeleben, doch für die 49-Jährige kam jede Hilfe zu spät, sie starb noch am Tatort.

Der 72-jährige Rentner wollte sich nach der Tat selbst töten. In einem kritischen Gesundheitszustand wurde er in das Klinikum in Eggenfelden gebracht. Dort starb er aber am Dienstag, wie die Polizei mitteilte.

Bürgermeister eilte zum Tatort

Keine 100 Meter vom Tatort entfernt wohnt der Bürgermeister von Hebertsfelden, Karl Hendlmeier (CSU). Als er das Polizeiaufgebot bemerkte, schaute er nach dem Rechten - noch während die Sanitäter und der Notarzt um das Leben der Frau kämpften.

"Da hab ich dann erkannt, dass es unsere Nachbarin ist, die dann kurz darauf verstorben ist auf dem Gehweg."

Karl Hendlmeier (CSU)

Nur zwei Wochen vorher hatte Hendlmeier die Frau im Rathaus getraut.

Frau mehrmals mit Tod bedroht

Täter und Opfer sollen Nachbarn gewesen sein, vor drei Jahren sollen die Frau und ihr Partner ein Haus in der Nachbarschaft gekauft haben. Wie Bürgermeister Hendlmeier dem BR bestätigte, gab es zwischen dem Rentner und den Bewohnern einen langen Nachbarschaftsstreit.

"Das ist dann darin gemündet, dass er ihr des Öfteren angedroht hat, sie zu erstechen. Das war dann polizeibekannt und ist dann jetzt leider Gottes in die Tat umgesetzt worden."

Karl Hendlmeier (CSU)

Der Rentner sei psychisch auffällig und offenbar auch mehrfach länger in Behandlung gewesen, so der Bürgermeister. Die andauernden Streitigkeiten zwischen dem Opfer und dem 72-Jährigen hatten sogar zu einem gerichtlichen Kontaktverbot für den Rentner geführt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Trotzdem habe niemand damit gerechnet, dass der Streit so eskalieren wird, so Hendlmeier. Umso tragischer sei die Sache.

Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Polizei vorerst keine weiteren Details bekannt geben. Es werden aber Zeugen gesucht, die den Angriff in Hebertsfelden gesehen haben.


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