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"Feuerkugel" über Bayern Meteoritenstücke bei Stubenberg entdeckt

Die Überreste des Meteoriten, der am Nachthimmel über Ostbayern gesichtet wurde, sind über dem Rottal niedergegangen. In der Nähe der Gemeinde Stubenberg (Lkr. Rottal-Inn) sind kleine Stücke gefunden worden, das teilten Wissenschaftler der Uni Münster mit.

Stand: 17.03.2016

Es sind nur noch kleine Gesteinsbröckchen von dem Meteoriten übrig geblieben. Bisher wurden etwa 40 Gramm Material bei Stubenberg entdeckt. Es soll aber weiter gesucht werden. Professor Addi Bischoff von der Uni Münster hat die Fundstücke bereits analysiert. Er geht davon aus, das sich rund um Stubenberg noch weitere Meteoritenbrocken finden lassen.

Tschechischer Astronom beteiligt

Meteoritenfund

Dass der Aufschlagort des Meteoriten in Niederbayern überhaupt entdeckt werden konnte, ist einem tschechischen Astronom in der Sternwarte Omndrejov zu verdanken. Pavel Spurny hatte den Eintritt des Meteoriten in die Erdatmosphäre fotografisch dokumentiert und auf dieser Grundlage den Aufschlagpunkt genau berechnet.

Spezialist aus Augsburg findet Meteoritenstücke

Gefunden hat die Stücke am Wochenende der Meteoritenspezialist Dieter Heinlein aus Augsburg, der schon mitgeholfen hatte, den sensationellen Neuschwansteinmeteoriten zu finden. Er ist mit einer Such-Gruppe am Samstag bei Stubenberg auf die Bruchstücke des Meteoriten gestoßen. Laut Heinlein war das Streufeld der Absturzstelle mehrere Quadratkilometer groß und lag zwischen zwei Ortschaften, Feldern und einem Waldgebiet.

"Erst wird das gesichtete Material fotografiert, dann wird es eingemessen mit GPS Koordinaten, dann wird es ganz vorsichtig mit Plastikfolie oder Handschuhen geborgen. Es war ein kleines Gebiet wo wir mehrere Bruchstücke eines Himmelssteins, der auf dem Acker zerbrochen ist, gefunden haben."

Dieter Heinlein, Astronom

Die größten Brocken haben zwei Forscher aus Linz gefunden, alle Bruchstücke werden jetzt weiter wissenschaftlich untersucht. Rechtlich ist es so, dass die Finder als Eigentümer gelten. Möglicherweise, so hofft Dieter Heinlein, wird dann irgendwann auch ein Stück des Meteoriten im Rieskratermuseum in Nördlingen zu sehen sein.

Gewöhnlicher Steinmeteorit

Experten der Wilhelms-Universität bekamen ein Fundstück zur Meteoritenbestimmung und Klassifizierung. Bei dem Stück handelt es sich um einen gewöhnlichen metallarmen Steinmeteoriten, der in Fachkreisen der "LL Chondritenklasse" zugeordnet wird.

Das Innere des Meteoriten

"Die innere Struktur des Meteoriten zeigt deutlich sichtbare Spuren früherer Kollisionen. Offensichtlich kollidierten zahlreiche Himmelskörper mit dem Mutterkörper des Meteoriten. Durch diese Zusammenstöße wurde das Gestein in Fragmente zerlegt und verfestigte sich anschließend wieder. Ein weiterer Einschlag hat unseren 'Himmelsboten' dann von seinem Mutterkörper losgelöst und auf den Weg zur Erde gebracht."

Addi Bischoff, Professor an der Wilhelms-Universität Münster

Der Mutterkörper des Asteroiden umkreist die Sonne gemeinsam mit Hunderttausenden weiterer Asteroide auf einer Bahn zwischen Mars und Jupiter. Bei dem Meteoriten handele es sich laut Dieter Heinlein um das ursprünglichste Material, das man in unserem Sonnensystem finden kann. Es ist ungefähr 4,3 Millarden Jahre alt.

"Feuerkugel" am 6. März

Der Meteorit war vor zehn Tagen am Nachthimmel über Ostbayern aufgetaucht. Bei der Polizei waren zahlreiche Notrufe eingegangen, und grelle Lichterscheinungen gemeldet worden. Bei dem Himmelsphänomen handelte es sich um eine sogenannte Feuerkugel. Er war laut Astronomen um 22.37 Uhr im Großraum Passau in die Erdatmosphäre eingetreten.

Hier wurde das Himmelsphänomen beobachtet


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marecek Jaromir, Dienstag, 22.März, 19:58 Uhr

2. Stubenberg Bruchstück

..nach einem 40gr. Splitter wird gesucht, aber vermutlich mehrere Kilogramm schweren Boliden der seit der Meteroitennacht 2004 im Erdreich auf Bergung wartet, interessiert niemanden..

Stark, Werner, Freitag, 18.März, 21:27 Uhr

1. Meteorit am 6.3.2016

to whom it may concern.......

wir, Herr T. Forster waren zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Hause. (nach Heidenkam)
Zufällig haben wir beide nach Südosten geschaut und diese Entladung gesehen.
Höhe geschätzt: 1000 m (???)
Dauer: ca. 2 Sekunden.

Gewaltig!

cc. an T. Forster