28

Ungewöhnliche Bestellung in Straubing Frau lässt für Donald Trump Messe lesen

US-Präsident Donald Trump ist auch wegen seiner Haltung gegenüber Einwanderern umstritten. Eine Frau in Niederbayern ließ für ihn am Wochenende eine Messe lesen - damit alles gut werde. In einer Klosterkirche, in der Inder sich um die Seelsorge kümmern.

Stand: 11.03.2017

Pater Englmar fasst sich an die Brust. "Da rutscht mir das Herz in die Hose", sagt der 88-Jährige. Kein Wunder: So eine Messe hält er selten. In der Karmelitenkirche in Straubing ging es an diesem Samstagmorgen nämlich um Weltpolitik.

"Wir beten für den Mann, der gerade anfängt, Weltgeschichte zu schreiben. Dass er gute Berater hat und Entschlüsse fasst, die der Welt gut tun."

Pater Englmar im Gottesdienst

Er meint Donald Trump. Von selbst wäre der Karmelitenbruder allerdings nicht auf die Idee gekommen, dem US-Präsidenten eine Messe zu widmen. Eine Frau hat ihn darauf gebracht.

Bitte: Alles wird gut!

Karmelitenkirche in Straubing

Sie wollte, "dass alles gut wird und nichts Schlechtes mehr geschieht", hatte sie dem "Straubinger Tagblatt" gesagt. Deshalb bestellte sie also bei den Karmeliten in der niederbayerischen Stadt – für den üblichen Preis von fünf Euro - eine Messe, wie es jedes Gemeindemitglied tun kann. Für Trump, aber nicht nur für ihn. "Für arme Seelen auch, zum Beispiel", sagt Pater Englmars Mitbruder Jim. Die Frau, der Trump das Gebet für ihn zu verdanken hat, kann Pater Jim am Samstag nicht in der Kirche entdecken, aber gut 50 Gläubige - mehr als sonst - sitzen in den Bänken und bitten mit ihr.

Pater: Trump braucht von allen Seiten Hilfe

In den sogenannten Messintentionen geht es sonst meist um verstorbene oder kranke Angehörige, die Kinder oder um Dank für die Liebe, bisweilen um den Frieden auf Erden. Oft werden die Bitten gar nicht öffentlich genannt. Diesmal schon. Sehr außergewöhnlich, sagt Pater Englmar, sei eine Messintention für einen konkreten Politiker. "Warum nicht?", sagt einer der Gläubigen in der Messe. "Trump hat viel Verantwortung, und der muss selbst schauen, wie er mit seinen Versprechen zurechtkommt." Vor der ganzen Weltöffentlichkeit müsse er bestehen - vor allem, wenn er alle Errungenschaften seines Vorgängers Barack Obama rückgängig mache, meint er. "Der Mann braucht von allen Seiten Hilfe." Er weiß, dass der amtierende US-Präsident heftig umstritten ist. Wegen seines Wirtschafts-Protektionismus, wegen sexistischer und rassistischer Äußerungen oder wegen seiner Pläne für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko.

Gegen Schrebergartenmentalität

"Dass er uns unsere Schrebergartenmentalität nimmt" - diese Bitte richtet Pater Englmar in seiner Messe an Gott. Denn: "Schrebergartenmentalität bringt nichts in der Globalisierung", sagt er nach dem Gottesdienst. "Trump ist sogar eine Chance für uns, dass wir nachdenken." Der 88-Jährige wünscht sich, dass mehr Menschen andere in ihre Gebete einschließen – wie die Frau, die für Trump die Messe bestellte und damit für alle, die von den Folgen seiner Politik betroffen sind. "Gestern war der internationale Tag der Großartigkeit, und heute feiern wir eine Messe, die großartig ist", sagt Pater Englmar - und spiegelt damit Trumps Wahlspruch "Make America great again".


28

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Michael D., Sonntag, 12.März, 13:43 Uhr

15. Gegen die Wirkung heutiger Presse-Enten war Goebbels wohl ein Waisenkind.

Ich habe wenigstens mal wieder tüchtig lachen können! Gibt es das wirklich, dass Mitmenschen dieser Anti-Trump-Propaganda so erliegen? Wie sollte er denn gewählt worden sein, wäre er ein Ungeheuer? Meine Güte - ich lache mir dann einen Ast und setze mich drauf...

Udo Pablitschko, Samstag, 11.März, 16:52 Uhr

14. Beten für Trump? Warum nicht ? Er werd´s scho´braucha !

Ui, ui, ui,
das ist ja LUSTIG, was eine kleine "Klerikalshow" von "Glaubensverkäufern" an wirren Kommentaren erzeugt !

Da wird geeifert, beleidigt und verspottet GRAD SCHEE IS ! Und mitten drin, wieder die geleerte "hl. Barbara", voll in ihrem Element !

JA IS`DENN NO`FASCHING ????

  • Antwort von Rumplhanni, Samstag, 11.März, 20:55 Uhr

    Bevor man sich an Glückssteine oder aktuell Gips-Schutzengel aus Massenproduktion hängt, ist mir mein alter Christopherus lieber, die „Schwarze Madonna“ aus „Äding“ meiner Großmutter ist etwas Besonderes, auch wenn man ihr nicht dauernd huldigt. Ich denke, dass jedes Volk einen Gott braucht. Solange es einem gut geht, schiebt man ihn vielleicht zur Seite, „hält ihn sich warm“. Gerade aber, wenn man auf Natur und Ertrag angewiesen ist, weil man davon leben muss oder krank wird, holt man ihn hervor - der Almabtrieb ist normalerweise keine Touristenattraktion.

    Wer nur die Hand aufhält, raubt und nicht selbst erntet braucht andere Idole. Gerade auch wenn man liest (und sieht), wie es Christen in Nahost geht, weiß man, was uns verbindet und auch, dass sie ähnlich „unserem Wertefundament“ erzogen sind. Der Unterschied liegt einzig in den Lebensbedingungen.

    SPD Gabriel, der bei gewissen eigenen Protestlern nur „Bahnhof“ verstanden hat, schien neben Trump übrigens ganz „selig“.

Lustiger Schrebergärtner, Samstag, 11.März, 15:54 Uhr

13. Mein nicht veröffentlichter Kommentar

Sehr geehrte Forums-redaktion! Finde es bedauerlich und schade, dass Ihr meinen ursprünglichen Kommentar nicht veröffentlichen konntet! Ich habe lediglich meinen Eindruck geschildert, wie ich den Umgang mit der Person und des Politikers Donald Trump im öffentlichen Raum wahrnehme. Habe mich insofern auch absolut an die Kommentarrichtlinien gehalten, bin ggü. niemand persönlich beleidigend geworden usw., und stets sachlich geblieben.
Trotz aller berechtigter und zulässiger Kritik an Herrn Trump muß auch die Befürchtung geäußert werden dürfen, dass sich möglicherweise irgendein "Verrückter" aufgrund permanenter ausschließlich negativer medialer Berichterstattung über den amerikanischen Präsidenten, wie gesagt vieles sehe auch ich bei Trump als politisch sehr fragwürdig an, dazu ermutigt fühlen könnte, aus einem angeblichen moralischen Impetus heraus, eine Gewalttat an Herrn. Trump zu verüben. Diese Befürchtung würde ich leider nicht als allzu weit her geholt ansehen.
MfG

  • Antwort von Rumplhanni, Samstag, 11.März, 20:47 Uhr

    Das sehe ich ähnlich. Trump hat eine Art, aus der man vielleicht (noch) nicht ganz schlau wird, aber er hat zumindest breite Schultern und eine gute Art zu kontern. Vor allem scheint er in seiner Euphorie manchmal zu „vergessen“, dass er „nur“ Präsident ist und nicht "nur" für seine Republikaner spricht.

    Ich lache auch lieber, und wenn Sie einen Schrebergarten haben werden Sie wissen, dass Gott auch in „den Bienchen“ wohnt und wozu man sie braucht, was scheinbar nicht einmal mehr die Grünen(?) wissen - nicht nur die „Aufklärung“ erfolgt heutzutage etwas „vielfältiger“. Wie verkappte Buddhisten springen wir(Fam) auch mal über einen Wurm.

    „Unser Gott“ scheint mir zudem recht unaufdringlich, gütig und kennt eben das Verzeihen, was nicht nur zu strenge „Christen“ leider zu oft vergessen. Mal Fünfe grade sein zu lassen, wäre manchmal angebracht. Besucht Trump einmal DE wird er feststellen können, dass für die amerikanischen Automodelle die Parkplätze zu eng, das Benzin zu teuer ist!

wm, Samstag, 11.März, 15:28 Uhr

12. @Barbara

Also,wenn ich krank bin,bitte ich einen Gesundbeter um Heilung.

  • Antwort von Barbara, Samstag, 11.März, 20:37 Uhr

    Was zahlen Sie dem Gesundbeter? Müssen Sie auch bezahlen, wenn der Gesundbeter erfolglos betet?

turbobayer, Samstag, 11.März, 14:39 Uhr

11. Gnade uns Gott!

Eine sehr gute Idee! Möge Gott ihm helfen und uns vor ähnlichen nationalistisch-reaktionären Plagen in Europa bewahren!

  • Antwort von Renate E., Sonntag, 12.März, 13:53 Uhr

    Hoffentlich nicht. Bisschen Trumpsche Direktheit täte den Um-den-heißen-Brei-Rednern in unserem Politgetriebe sehr gut. Man kommt sich ja schon vor, bei deren Temperamentsausbrüchen, konkret jetzt hinsichtlich der Erdogan-Querelen, wie im Wachsfiguren-Kabinett. Die meisten Altkader werden nur munter, wenn es gegen die AfD geht, danach verfallen die wieder in den Ruhemodus... Ach, da fällt mir ein, das Polit-Wachsfigurenkabinett wäre ein interessanter Themenbereich fürs nächste Jahr zum Starkbieranstich, oder? Man stelle sich die Hofreiter und Roth als bleiche Wachsgestalten vor - was für eine Vielfalt an Gags man daraus gewinnen könnte...