1

Neue Studie Große Unterschiede in Ostbayerns Kinderbetreuung

In Niederbayern und der Oberpfalz sind die regionalen Unterschiede in der Qualität der Kinderbetreuung in Kitas und Kindergärten groß. Das geht aus der Studie "Frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann Stiftung hervor, die heute veröffentlicht wurde.

Von: Katharina Häringer

Stand: 28.08.2017

Kinder am Tisch einer Kita | Bild: picture-alliance/dpa

Nach Ansicht der Wissenschaftler lässt sich die Betreuungsqualität vor allem am Personalschlüssel ablesen.

Amberg und Passau sind Schlusslichter

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt, dass bei Krippen mit Kindern im Alter von unter drei Jahren auf eine Erzieherin nicht mehr als drei Kinder kommen sollten. Nur im Landkreis Regensburg kann dieser Wert (3,0) so eingehalten werden. Negative Spitzenreiter in Ostbayern sind die Städte Amberg und Passau. In Amberg muss sich ein Erzieher im Schnitt um 4,5, in Passau um 4,4 Kinder kümmern. Darauf folgen die Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Deggendorf. Hier muss ein Erzieher vier Kleinkinder betreuen.

Bei Kindern im Kindergarten, also ab einem Alter von drei Jahren, sieht der ideale Betreuungsschlüssel laut Studie vor, dass ein Erzieher auf maximal 7,5 Kinder aufpassen sollte. Diese Zahl überschreiten die Landkreise Passau und Regen deutlich. Hier kümmert sich eine Erzieherin im Schnitt um 10,1 Kinder. Schlechter ist die Betreuungssituation in Bayern der Studie zufolge nur in zwei oberfränkischen Landkreisen.

Landshut als gutes Beispiel

Beispielhaft gehen hingegen Stadt und Landkreis Landshut voran. Hier kommen auf einen Erzieher 7,8 bzw. 7,9 Kinder. Damit liegt die Stadt Landshut bayernweit auf Platz zwei – zusammen mit Kaufbeuren. Besser ist die Betreuungssituation nur in Memmingen.


1

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

IH, Dienstag, 29.August, 12:11 Uhr

2.

Damit sage ich nicht, dass es keine gut ausgebaute Kindergarteninfrastruktur geben sollte, Kindergarten bietet schließlich wichtige Sozialisierung und ist ja auch ne schöne Sache für die Kinder - ab einem gewissem Alter. Und natürlich sollte der Personalschlüssel vernünftig sein.
Wie ich in meinem o.g. Kommentar schon sagte: Jeder sollte letztenendes für sich entscheiden können, wie er seine Kinder großzieht - was letztlich darauf hinausläuft, dass es wieder möglich sein muss, im Zweifelsfall zeitweise von einem Vollzeit-Gehalt vernünftig leben zu können.

IH, Dienstag, 29.August, 11:24 Uhr

1.

Das einzige frühkindliche Bildungssystem, was Kinder unter 3 Jahren brauchen, ist ein liebevolles, stabiles Elternhaus - egal in welcher Konstellation.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns von "Frauen, die durch Tradition gezwungen sind, Hausfrau und Mutter zu sein" zu "Frauen, die schief angeschaut werden, wenn sie für ihre Kinder Hausfrau und Mutter sein wollen" entwickelt haben. Von einer Ideologie in die andere, jeder redet nur von mehr Kitas, mehr Krippen ... wie wäre es mit "ich kann selbst entscheiden, ohne finanzielle Zwänge?" --> ein Gehalt reicht zum Überleben aus?

Nun, ich bin froh, dass ich mal in einem Sektor arbeiten werde, wo viele Firmen - grade wenn sie nicht in Ballungsräumen sind - um Mitarbeiter buhlen müssen, und so teilweise sehr entgegenkommend sind.

Einen wichtigen Punkt darf man aber nicht vergessen: Letztlich muss man sich zwischen steiler Karriere und Familie entscheiden. Nichts geht auf Kosten des anderen.

  • Antwort von Ulrike Graf, Dienstag, 29.August, 15:02 Uhr

    Sehr richtig, der Meinung bin ich auch.