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Mord von Hebertsfelden Täter verstieß gegen Kontaktverbot

Das Mordopfer von Hebertsfelden (Lkr. Rottal-Inn) hätte laut Amtsgericht Eggenfelden schneller vor den Drohungen ihres Nachbarn geschützt werden können: Der 72-Jährige, der am Montag seine Nachbarin auf offener Straße niedergestochen hatte, verstieß mehrfach gegen ein Kontaktverbot.

Von: Marcel Kehrer

Stand: 11.01.2017

Ein Rentner soll in Hebertsfelden seine Nachbarin erstochen haben | Bild: picture-alliance/dpa/Armin Weigel

Weil der Mann immer wieder gegen das vom Amtsgericht Eggenfelden erlassene Kontaktverbot verstoßen hatte, war für Donnerstag, 19. Januar, eine Verhandlung angesetzt. Nach Ansicht des Amtsgerichtsdirektors Wolfgang Bartel hätte die Frau besser beschützt werden können.

Opfer sollen sich direkt an Amtsgericht wenden

Wenn sie sich direkt an das Amtsgericht Eggenfelden gewandt hätte, hätte sie schneller Sanktionen durchsetzen können, so Bartel auf BR-Anfrage. Der Mann hatte des Öfteren gegen das Kontaktverbot verstoßen, indem er sich der Nachbarin mehrfach genähert und angedroht hatte, sie zu erstechen. Das habe die Frau jedoch nicht dem Gericht, sondern der Polizei berichtet. Von hier gingen die Beschwerden erstmal über den Dienstweg: Die Polizei informierte die Staatsanwaltschaft Landshut, die erhob dann Anklage.

Ordnungshaft wäre möglich gewesen

Wer gegen ein Kontaktverbot verstößt, muss laut Polizeipräsidium Niederbayern mit einer Haft- oder Geldstrafe rechnen.

"Es obliegt dem Gericht, das zu ahnden. Aber das muss dem Gericht erst mal bekannt werden."

Günther Tomaschko, Polizeipräsidium Niederbayern

In diesem Fall hätte das Amtsgericht gegen den Mann ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro verhängen können, alternativ auch eine Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten.

Mord in Hebertsfelden

Ein 72-jähriger Rentner soll seiner Nachbarin am Montagmittag in der Ortsmitte der kleinen Gemeinde Hebertsfelden aufgelauert, sie dann angegriffen und unvermittelt auf sie eingestochen haben. Ein Notarzt versuchte noch, die Frau wiederzubeleben, doch für die 49-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Sie starb noch am Tatort. Der Rentner wollte sich nach der Tat selbst töten. In einem kritischen Gesundheitszustand wurde er in das Klinikum in Eggenfelden gebracht. Dort starb er aber am Dienstag, wie die Polizei mitteilte.


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