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Gymnasium in Mainburg Schulleiter wegen Untreue suspendiert

Der Leiter des Gabelsberger-Gymnasiums in Mainburg (Lkr. Kelheim) ist vorläufig des Dienstes enthoben worden. Ob der 48-Jährige an die Schule zurückkehrt, hängt vom Ausgang eines Disziplinarverfahrens ab.

Von: Kilian Neuwert

Stand: 16.06.2017

Schulranzen liegen in einem Klassenzimmer im Theodor-Heuss-Gymnasium in Esslingen (Baden-Württemberg) während des Unterrichts der Klasse 5e auf dem Boden neben den Tischen, aufgenommen am 20.05.2015.  | Bild: pa/dpa/Marijan Murat

Demnach ist der 48 Jahre alte Schulleiter im März rechtskräftig wegen Untreue zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er an seiner ehemaligen Schule in Furth bei Landshut Geld veruntreut hatte. Das bestätigte ein Behördenvertreter dem Bayerischen Rundfunk. Angezeigt hatte sich der Mann selbst. Das Kultusministerium informierte er laut einem Sprecher ebenfalls darüber, dass gegen ihn ermittelt werde. An die Schulstiftung des Bistums Regensburg, die das Further Maristen-Gymnasium betreibt, zahlte er 71.000 Euro zurück.

Schulfamilie geschockt

Mit dem Urteil war auch der Frieden an der neuen Schule vorbei, sagten Mitglieder der Schulfamilie dem BR. Viele Schüler hätten ihrem Direktor das Vertrauen entzogen. Die Abiturienten etwa wollten ihre Zeugnisse nicht aus seiner Hand entgegennehmen. Über das Urteil hätte auch niemand sprechen dürfen. Der Direktor selbst hätte einen Mantel des Schweigens darüber ausgebreitet.

Der Mann war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Beamtenstatus steht auf dem Spiel

Die Landesanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass der Direktor den laufenden Schulbetrieb in Mainburg stört und nach Abschluss des Disziplinarverfahrens seinen Beamtenstatus verlieren wird. Für den 48-Jährigen geht es also um sehr viel.

Der Mathe- und Physiklehrer hatte einige Stationen in seiner Laufbahn, zum Beispiel arbeitete er am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung mit. Verhältnismäßig jung wurde er dann Direktor am Gymnasium in Furth bei Landshut.

Laut Kultusministerium ist derzeit der Stellvertreter des Rektors für Geldfragen an der Schule zuständig.


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Fassungslos, Samstag, 17.Juni, 21:33 Uhr

4. Schulverweis

Ein Direktor, der seine Schule betrügt, gehört achtkantig rausgeworfen! Dass so jemand den Schulbetrieb stören kann und ihm von der Schülerschaft das Vertrauen entzogen wird, ist für mich schlichtweg eine Bankrotterklärung! Unbegreiflich, dass so jemand am Staatsinstitut für Schulqualität (sic!) und Bildungsforschung arbeitete. Wenn die praktische Arbeit nichts für ihn ist, warum ist der Physiker denn nicht dort geblieben bzw. von der Institutsleitung nicht dahingehend beraten worden? Da scheint was die höheren Ebenen in Bezug auf das Verständnis von Schulleitung einiges ganz im Argen zu liegen! Die jungen Kollegen bei ihrer verantwortungsvollen und stressigen Arbeit in der Lebensphase der Familiengründung, die Schüler auf ihrem Weg zum Abitur - ihnen wird so lange Zeit ein derartiger Chef zugemutet? Das ist schlichtweg eine Farce! Der Verlust des Beamtenstatus ist das Mindeste - eigentlich sollte er seine erhaltenen Bezüge wegen nicht erbrachter Leistung zurückerstatten!

  • Antwort von hannes, Montag, 19.Juni, 10:52 Uhr

    Ich denke, wir sollten uns hüten über andere zu richten, sondern den Regeln in der Schul- bzw. Beamtenordnung vertrauen.
    Es gehört zum Leben dazu, dass Menschen in ihrem Handeln Fehler machen und es gehört unser Rechtsystem dazu, dass
    das sanktioniert wird. Die moralische Keule rauszuholen und das Zeugnis von dem Direktor nicht entgegenzunehmen oder
    ihm die Eignung des Amtes deswegen schon abzusprechen, finde ich anmaßend.

  • Antwort von Hans, Montag, 19.Juni, 16:40 Uhr

    Wahre treffende Worte, Hannes ich kann dem nur zustimmen.

  • Antwort von Fassungslos, Montag, 19.Juni, 20:54 Uhr

    Die Schüler haben erkannt dass mit der Zeugnis-Entgegennahme sich ausgerechnet jemand, der ihre Schule massiv beschädigt hat, völlig unverdient mit ihren Lorbeeren schmücken würde, quasi der Bock zum Gärtner gemacht würde. Und wer weiß, ob es ohne diese Zivilcourage die Suspendierung tatsächlich gegeben hätte.
    Ich bin mir sicher und habe da volles Vertrauen in die Schülerschaft, dass diese Entscheidung kontrovers diskutiert wurde und sorgfältig gereift ist! Was sollte daran falsch sein? Der Schulleiter ist sicherlich eine tragische Gestalt. Nur sollte so jemand eben nicht gerade über die vielen Schüler und Lehrer Macht ausüben! Und ich sehe auch nicht ein, warum so jemand seine hohen Bezüge und Pensionsansprüche behalten sollte. Das wäre keinem Schüler oder Steuerzahler vermittelbar!
    Noch in den achtziger Jahren durften in bayerischen Schulen Schüler geschlagen werden. Heute im Zeitalter des Internets ist solche Autoritätshörigkeit zumindest die Schülerschaft betreffend überwunden.

Salomon, Samstag, 17.Juni, 17:09 Uhr

3. Untreue

Und sowas ist Schulleiter,von einem solchen könnte man mehr erwarten.

Maike, Samstag, 17.Juni, 10:09 Uhr

2. Kleiner Fehler

"Mit dem Urteil war auch der Frieden an der Further Schule vorbei, sagten Mitglieder der Schulfamilie dem BR."

Mainburg ist seine neue Schule gewesen, wo der Schulfriede vorbei war...

  • Antwort von hannes, Montag, 19.Juni, 10:46 Uhr

    sollte es dann nicht heißen?
    vorbei wäre
    ich denke man nimmt den Konjunktiv bei indirekter Rede.

Franz, Freitag, 16.Juni, 13:28 Uhr

1.

"Über das Urteil hätte auch niemand sprechen dürfen"

Respekt den Schülern, die es dennoch getan haben und ihre Zeugnisse nicht von einem Vorbestraften entgegennehmen wollten. Man fragt sich nur, wie man jemanden nach so einem Urteil noch auf Schüler loslassen konnte.

  • Antwort von Manfred Montag , Samstag, 17.Juni, 12:35 Uhr

    Es obliegt nichts Ihnen über diese Situation zu urteilen, dafür gibt es vom Staat bestellte Personen namens Richter die soetwas hauptberuflich und mit Abschluss erledigen und nicht wie Sie aus heiterem Himmel und ohne tiefere Kenntnisse oder Einarbeitung in den Fall. "Nach so einem Urteil", um ihre falsche Zitierweise fortzuführen, beläuft sich das Urteil auf lediglich 10 Monate mit Bewährung, dies hat nicht zwingend eine Suspendierung zur Folge, sondern nur ein Disziplinarverfahren welches in einer solchen enden kann, kein Muss, insofern kann hier nicht die Rede von "auf Schüler loslassen" sein. Ihre Aussage ist genauso lächerlich wie ihr ausgedachter Name, Franz Freitag, das ist wohl für jeden der Ihren Kommentar liest eklatant. Herzlichen Glückwunsch.

  • Antwort von Franz, Samstag, 17.Juni, 15:32 Uhr

    Na, da hat aber jemand vor lauter Wut und Frust einiges durcheinander gebracht.

    1. Ich habe meinen Kommentar am Freitag geschrieben, daher steht das da. Guten Morgen.
    2. Ich habe nicht geurteilt, sondern meine Meinung kundgetan, das obliegt mir sehr wohl.
    3. Die vom Staat gestellten Personen namens Richter haben das Urteil schon gefällt, und zwar sehr deutlich. Was ist eigentlich an einer Haftstrafe von 10 Monaten harmlos ?
    4. Das Kompliment der Lächerlichkeit kann man hier nur zurückgeben. Ihr Kommentar hat in dieser Hinsicht für sich gesprochen.

    Lieber Manfred, Sie sollten andere Meinungen als die ihre respektieren und nicht diffamieren. Ich jedenfalls stehe zu allem, was ich geschrieben habe. Schönes Wochenende noch.

  • Antwort von Manfred Montag, Samstag, 17.Juni, 19:20 Uhr

    Ich denke erster Absatz trifft auf Sie selbst zu, werter Franz, sonst würden Sie vor mir keine Rechtfertigung anbringen. Zudem halte ich Diffamierung Ihres Kommentars für absolut übertrieben, da ich lediglich meine Meinung zu Ihrem Kommentar geäußert habe, wenn auch etwas sarkastisch, und die keines Wegs Diffamierung ist.( das sollten Sie selbst doch am besten wissen ;) ) Schönes Wochenende noch

  • Antwort von Franz, Samstag, 17.Juni, 22:02 Uhr

    Herr Montag, ich wollte Ihnen gerade eine Antwort schreiben. Aber ich denke, ich lasse es.... Sie wissen ja, wie das ist, mit dem der nachgibt.

  • Antwort von Sonja R.S., Sonntag, 18.Juni, 11:03 Uhr

    Franz - der Klügere - !
    Sie bevorzugen die feine, englische Art.
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