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Beginn der Ernte In Niederbayern starten wieder die "Gurkenflieger"

In Europas größtem Gurkenanbaugebiet im niederbayerischen Isar-, Donau und Vilstal hat die Ernte begonnen. Mehr als 100.000 Tonnen Einlegegurken sollen bei passender Witterung bis September geerntet werden. Wegen des Mindestlohns verlagern Landwirte die Produktion jedoch schon ins Ausland.

Von: Harald Mitterer

Stand: 27.06.2017

Erntehelfer im Gurkenflieger | Bild: Harald Mitterer/BR

Die Anbaufläche für Einlegegurken in Niederbayern beträgt nach Angaben von Winfried Bimek vom Erzeugerring für Obst- und Gemüse Straubing mehr als 1.000 Hektar. Das entspricht der Größe von über 1.400 Fußballfeldern. Jede zweite in Deutschland verzehrte Gewürzgurke kommt aus Niederbayern.

Angespannter Markt und Mindestlohn

Einlegegurken

Die Anbaufläche ist allerdings rückläufig. Das hängt nach Angaben von Experten mit der angespannten Marktsituation, aber auch mit der Einführung des Mindestlohnes zusammen. "Die Kosten laufen den Gurkenanbauern davon", berichtet Winfried Bimek, der als Berater bei dem Erzeugerring für Obst und Gemüse in Niederbayern tätig ist.

Der Mindestlohn sei seit der Einführung von 8,20 Euro in diesem Jahr auf 8,60 Euro gestiegen. Im November sei eine weitere Anhebung auf 9,10 Euro geplant. Dazu kommen Sozialversicherungsbeiträge.

Saisonarbeiter aus Osteuropa

Die "Gurkenflieger"

Die gestiegenen Erzeugerpreise seien im Lebensmittelhandel derzeit nicht weiterzugeben, so Bimek. Inzwischen haben einzelne Landwirte aus Niederbayern damit begonnen, ihre Produktion wegen der Arbeitskosten ins osteuropäische Ausland zu verlegen.

Geerntet werden die Einlegegurken von den sogenannten Gurkenfliegern aus. Das sind Traktoren mit angebauten Tragflächen, auf denen Erntehelfer die Gurken im Liegen pflücken. Auf einem Gurkenflieger arbeiten bis zu 50 Frauen und Männer. Zur Gurkenernte sind einige Tausend Saisonarbeiter aus Osteuropa in Niederbayern im Einsatz.


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Geli, Dienstag, 20.Juni, 13:57 Uhr

5.

So so die Landwirte sind Sklaventreiber und Geld girige Unternehmer?

In Niederbayern wurden schon immer Gurken angebaut und diese Art der Ernte ist bei weiten menschenfreundlicher als den ganzen Tag in der prallen Sonne buckelnd über das Feld gehen zu müssen wie bei Spargel stechen!! Füher gab es Tägelöhner aus Deutschland die diese Arbeit machen wollten aber seit Jahren macht das kein Deutscher mehr ist sich viel zuschade dazu.

Die meisten Gurken werden von Konzernen wie Kühe, Hengstenberg usw. abgenommen aber die haben den Preis gedrückt und lassen lieber in Ausland anbauen wo es billiger ist. Gab dazu einen Bericht im BR-Fernsehen 2016.

Also bitte erstmal informieren bevor Ihr von Sklaverei und Profitgier redet.

Didier, Dienstag, 20.Juni, 10:00 Uhr

4. Für jeden Haushalt

einen eigenen Garten. Dann ist bald Schluss mit Sklavenarbeit und überhaupt mit Industriearbeit. Wenn man sich selbst versorgen kann, haben die Profitmenschen keine Chance mehr, die Erde und andere Menschen zu instrumentalisieren.

  • Antwort von Selim, Dienstag, 20.Juni, 10:53 Uhr

    Sind Sie ein Befürworter der Postwachstumsökonomie?
    Es gibt einen neuen Vortrag von 2017 von Nico Paech auf diesem yutubdings.
    Könnte Sie interessieren.

  • Antwort von Nürnberger, Dienstag, 20.Juni, 13:49 Uhr

    "für jeden Haushalt ein eigener Garten" - eine absolut blödsinnige Idee. Wo sollen in den Großstädten die Flächen für all die Gärten herkommen? Oder wollen Sie einem Münchener einen Garten in Niederbayern verpassen, wohin er jeden Tag twei Stunden Fahrzeit hat, nur um am Abend die Gemüsepflanzen zu gießen?

    Außerdem: Viele Leute greifen zu küchenfertigem Gemüse aus der Tiefkühltruhe oder gleich zu Fertiggerichten, weil sie keine Lust auf Gemüse putzen oder kochen haben. Glauben Sie, dass die dann im Garten Unkraut zupfen und Pflanzen gießen? Das passt nicht zur heutigen Gesellschaft. Da spielt man lieber mit der Playstation oder dem Handy, da leiden auch nicht die aufgesteckten Fingernägel bei den Frauen ...

GH, Dienstag, 20.Juni, 09:34 Uhr

3. Jammerlappen

...Zur Gurkenernte sind einige Tausend Saisonarbeiter aus Osteuropa in Niederbayern im Einsatz...

und weil die armen Landwirte diesen Menschen noch nicht mal den üppigen Mindestlohn zahlen wollen, fallen sie in ein Wehgeschrei und Jammern ein???
wie armselig ist das denn bei einem "Unternehmer"?

Vorschlag: Auswandern mit allen Saisonarbeitern.
Wir können hier gut ohne Gurken (den Pflanzen und den Ausbeutern) auskommen.

  • Antwort von Nürnberger, Dienstag, 20.Juni, 13:53 Uhr

    Die Osteuropäer kommen freiwillig und gerne nach D zur Ernte, auch wenn der Lohn bei unter dem Mindestlohn liegt bzw. früher gelegen hat. Das ist immer noch wesentlich mehr als das Lohnniveau in deren Heimat.
    Aber wenn wir ihren Vorschlag annehmen und auf die Gurken verzichten: Das gibt ein Geschrei im Supermarkt, wenn die Grukenkonserven plötzlich das Doppelte kosten oder es überhaupt keine mehr gibt

bergbauer, Dienstag, 20.Juni, 09:33 Uhr

2. Gurkenflieger

Sklaverei in der Landwirtschaft

Oliver M., Dienstag, 20.Juni, 09:24 Uhr

1. Vorschlag

Aufhören, andernorts die Kosten in die Höhe zu treiben - mein Lieblingsthema ist der Wucher mit Miet- und Immobilienkosten in und um München (und andernorts) - dann bleibt den Menschen das Geld übrig, um im Einzelhandel für Gurken den Preis zahlen zu können, den es braucht, um vernünftige Löhne zu zahlen. Betrifft viele andere Bereiche bei Lebensmitteln auch.

  • Antwort von Selim, Dienstag, 20.Juni, 10:02 Uhr

    Dummerweise blasen die meisten Entscheidungsträger ins Wachstumshorn.
    Sobald irgendwo die Menschen wegziehen, wird Alarm gegeben.
    Wenn die Menschen wo hingezogen werden (Münchner Raum), dann brummt der Laden, dann wird verdient, dann gehen die Preise in die Höhe.
    Sogar hier in Niederbayern könnte keiner von dem Lohn leben, den die Gurkenbauern zu zahlen bereit sind. Und wenn es so weiter geht, sind wir hier auch nur noch der Hinterhof von der Weltstadt mit Schmerz.
    Die fetten Flieger haben wir ja hier schon, nicht nur auf dem Feld, sondern auch über uns in der Luft.