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Kaum Flüchtlinge in Passau Warum die Zahlen so stark schwanken

Erstmals seit Monaten kommen so gut wie keine Flüchtlinge mehr an der Grenze zu Niederbayern an. Doch warum ist das so? Die Bundespolizei sagt, sie weiß es nicht. Eine Spurensuche.

Stand: 03.02.2016

Flüchtlinge Schnee | Bild: picture-alliance/dpa

Die Gründe für den vorübergehenden Rückgang der Flüchtlingszahlen liegen entlang der Balkanroute, sagt Ralf Borchard, Korrespondent im ARD-Studio in Wien. Grundsätzlich führen Winterstürme dazu, dass weniger Menschen die Fahrt mit Schlepper-Booten von der Türkei auf die griechischen Inseln wagen.

Fährmänner und Taxifahrer streiken

In den vergangenen Tagen und Wochen kam es außerdem immer wieder zu Fährstreiks in Griechenland, die die Weiterfahrt von Flüchtlingen nach Athen verhindern. Mazedonien hat zudem immer wieder seinen wichtigsten Grenzübergang vorübergehend geschlossen. Und die Zugverbindung an die serbische Grenze war wiederholt blockiert, weil mazedonische Taxifahrer protestieren, am Geschäft mit dem Flüchtlingstransport nicht ausreichend beteiligt zu sein. Auch in Serbien, Kroatien und Slowenien kommt es zu Verzögerungen. Die sind in Bayern dann zeitversetzt zu spüren.

Ab Donnerstag wieder 1.000 Flüchtlinge erwartet

Die Bundespolizei reagierte am Dienstag (02.02.2016) auf die niedrigen Flüchtlingszahlen und sagte die für Mittwoch bestellten Sonderzüge für die Weiterverteilung ab. Am Mittwochabend kümmerte sich die Bundespolizei aber schon wieder um 500 Neuzugänge. Die Grenzpolizei in Österreich hatte angekündigt, dass nach einer kurzen Pause die Zahl der ankommenden Flüchtlinge ab Donnerstag wieder auf etwa 1.000 steigen werde. Mittelfristig gesehen rechnen das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), Regierungen und Behörden mit den gleichen Zahlen wie im Januar. Da registrierten die deutschen Behörden bundesweit 91.671 neue Flüchtlinge, das sind im Schnitt knapp 3.000 Menschen pro Tag.

Aus dem Umfeld der Bundespolizei wurde die Sorge geäußert, dass sich an verschiedenen Orten entlang der Balkanroute bereits "Reservoirs" mit bis zu 5.000 wartenden Flüchtlingen gebildet haben könnten. Dies könne zeitnah möglicherweise zu einem plötzlichen Ansturm von Asylbewerbern an der bayerisch-österreichischen Grenze führen.


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