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"Erhebliche Vernachlässigung" Ben muss nicht in den Zirkus zurück

Zirkusbär Ben bleibt in Obhut des Landratsamtes Deggendorf. Das hat das Verwaltungsgericht Regensburg per Eilbeschluss entschieden. Die zuvor von den Richtern beanstandeten Fehler einer mündlichen Anordnung konnte das Landratsamt ausbügeln.

Stand: 18.03.2016

Neue Wende im Tauziehen um den Zirkusbären Ben: Hatte das Verwaltungsgericht Regensburg am Donnerstagnachmittag noch die mündliche Anordnung des Veterinäramts Deggendorf zu Beschlagnahmung des Bären kassiert, bestätigten die Richter am Abend den schriftlichen Beschlagnahmungsbescheid. Zugleich wurde die vom Eigentümer des Tieres verlangte Herausgabe des Braunbären abgelehnt. Damit bleibt Ben weiter in Obhut des Landratsamtes und muss nicht an den Zirkus herausgegeben werden.

Ohne Futter und Wasser in Käfigwagen gefunden

Wie es in der Begründung der Kammer heißt, war "die auf das Tierschutzgesetz gestützte Fortnahme durch das Landratsamt Deggendorf wegen der wiederholten erheblichen Vernachlässigung des Tieres in der Sache nicht zu beanstanden." Demnach wurde der Bär am Montag auf dem Volksfestplatz im niederbayerischen Plattling unter anderem unbetreut, ohne Futter und Wasser und ohne Zugang zum Außenbereich im fensterlosen Drittel seines Käfigwagens gefunden. Ähnliche Beanstandungen hatte es am vorherigen Standort in Gunzenhausen gegeben.

Besitzer kann Beschwerde einlegen

Die beanstandeten formalen Fehler in der mündlichen Anordnung des Landratsamts Deggendorf wurden laut Verwaltungsgericht in dem schriftlich begründeten Bescheid korrigiert. Der Besitzer kann nun gegen den Beschluss beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerde einlegen.

Tierschützer sprachen von Skandal

Der Deutsche Tierschutzbund hatte die vom Gericht kassierte mündliche Anordnung zur Wegnahme des Bären "einen unfassbaren Skandal" genannt. Er forderte die Behörden auf, das Tier bei der aktuellen unklaren Rechtslage keinesfalls an den Besitzer zurückzugeben.

Zirkus will auftreten

Trotz des Streits um den Bären plant der Zirkus, an seinem Gastspiel in Plattling festzuhalten. Insgesamt sind fünf Vorstellungen geplant.

Allerdings wird es wohl erneut Proteste von Tierschützern gegen den Zirkusbetrieb geben. Eine erste Demonstration ist nach Angaben der Polizeiinspektion Plattling für Samstagnachmittag angemeldet. Einzelheiten dazu will das zuständige Landratsamt Deggendorf heute bekannt geben.

Handgreiflichkeiten zwischen Zirkusleuten und Tierschützern

Die Behörden hatten am Montag den 22 Jahre alten Zirkusbären wegen möglicher Verstöße gegen den Tierschutz beschlagnahmt und in einen Gnadenhof in Niederbayern gebracht. Bei der Polizeiaktion war es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den Zirkusleuten und Tierschützern gekommen.

CSU lehnt Konsequenzen aus dem "Fall Ben" ab

Die CSU will keine Konsequenzen aus dem "Fall Ben" ziehen. Die Fraktion stimmte gegen einen Antrag der Landtagsgrünen, der vorgesehen hätte, dass Bayern sich auf der morgigen Sitzung des Bundesrates gemeinsam mit Hessen für mehr Schutz von wilden Zirkustieren stark macht. Alexander Flierl (CSU) sah in dem Antrag ein parteipolitisches Manöver. Die Grünen hätten es seiner Ansicht nach gerne gesehen, dass die bayerische CSU-Staatsregierung die grüne hessische Umweltministerin im Bundesrat unterstützt. Auf die Kontrollen wilder Zirkustiere würde sich das aber nicht auswirken, die funktionierten in Bayern ohnehin gut. Zirkusbär Ben sei schließlich beschlagnahmt und in einen Tierpark gebracht worden, so Flierl. Zudem sei auch die Berufsausübungsfreiheit der Zirkusbetreiber zu berücksichtigen.


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Barbara Hund, Freitag, 25.März, 18:16 Uhr

22. Zirkus Bär Ben

Es ist unglaublich das der Staat da zu schaut! Wie bei den NSU Morden, weg geschaut wurde!!!
Der Circus Bär war gesund und munter, 20 Jahre beim Circus. Der Circus MUSS seine Papiere in Ordnung haben, sonst wäre der Bär Ben NICHT so lange beim Circus! Hier wollen die Tierrechtler wieder mal in die Presse kommen, überfallen den Circus, behaupten einfach etwas, von Wahrheit keine spur!
Viele der Tierrechtlern haben selbst Hunde in einer kleinen Wohnung im Stadtgebiet, in einem Hochhaus, untergebracht. IST das Artgerecht?
Aber vielleicht kommen die 4 Pfoten und die Militanten Tierrechtlern, zahlen 10 Euro die Stunde, und der Circus muss wieder mal dran glauben! Für so machen selbsternannten Tierrechtlern kommen Harz 4 Empfänger grade recht, um die Circus Tiere geht es gar nicht , um das GELD geht es!!!

  • Antwort von Jana Nowak, Mittwoch, 30.März, 14:13 Uhr

    Sehr geehrte Frau Barbara Hund, mein Name ist Nowak und ich bin diejenige welche, die am Sonntag mit einem Kollegen das Gelände, den Waggen angesehen und überprüft haben, sowie Video und Bildmaterial, welche beim Landratsamt und Polizei liegt, angefertigt habe. Wir haben am Sonntag schon am Sonntag die Polizei informiert und am Montag haben wir zusätzlich noch das Veterinäramt verständigt. Wenn Sie behaupten, dass wir Lügen würden, dann würden Sie den Behörden auch unterstellen diese würden Lügen, da sie mit unserer Auffassung anscheinend teilen, sonst wäre ein Sofortvollzug garnicht zustande gekommen.

    Ich finde es sehr interessant, dass Sie unsere finanzelle Lage kennen, was aber nicht den Tatsachen entsprechen, da sehr viel unseres Teams Ingeneure, Doktoranten oder anderen akademische Abschlüsse haben, oder gerade dabei sind diese zu machen.

    Ich gebe Ihnen die einmalige Chance mich zu verklagen, wegen falscher Tatsachen. Sie behaupten dies also handel sie doch bitte!

josy liebl-kohll, Freitag, 18.März, 09:23 Uhr

21. Ben der Bär

Ich freue mich, daß diese Sache für BEN gut ausgegangen ist.

Klaus Jakob, Freitag, 18.März, 06:41 Uhr

20. Bär Ben

Geht's noch? Diesem Frank als Sprachrohr zu dienen?
Habt Ihr wohl im Auftrag der bayr. Staatsregierung gemacht, die ja so FÜR Zirkusse ist. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Gehrolf Gahlheimer, Freitag, 18.März, 00:11 Uhr

19. Ben muss nicht in den Zirkus zurück

Allen Unkenrufen zum Trotze, möchte ich hiermit doch einmal eine andere Meinung vertreten.
Der Bär soll ca. 20- 25 jahre alt sein, seit seines Lebens bei dem Cirkus seine "Aufgabe" zum nutzen der Zirkusleute erfüllt haben.
Der "arme" kennt doch nichts anderes. Das gleiche währe doch beispielsweise, wenn Sie Ihren Stuben-Hund nach 10 - Jahren weggeben.
Den Ultra Tierschützern sei gesagt: " Kümmert Euch doch lieber um die Politik, welche der Massentierhaltung nichts entgegensetzt.
Es ist ja wirkich unglaublich, was irgendwelche, sogenannte Tierschützer hier zum besten geben.

  • Antwort von Panem et circenses, Freitag, 18.März, 06:53 Uhr

    Nein, es ist unglaublich, was sie zum "besten" geben!
    "Demnach wurde der Bär am Montag auf dem Volksfestplatz im niederbayerischen Plattling unter anderem unbetreut, ohne Futter und Wasser und ohne Zugang zum Außenbereich im fensterlosen Drittel seines Käfigwagens gefunden."
    Was haben sie an diesem Satz nicht verstanden?
    Wenn ein Hund 10 Jahre vernachlässigt wurde, dann ist es i. O., wenn er das für den Rest seines Lebens auch wird?
    Die Tierschützer kümmern sich auch um die Massentierhaltung, aber hier geht es jetzt mal um einen Zirkusbären.

  • Antwort von Balu, Freitag, 18.März, 09:02 Uhr

    Whataboutismus. Es gibt immer wieder Leute, die auf vermeintlich wichtigere Dinge hinweisen wenn sich für etwas engagiert wird was ihnen nicht so ganz in den Kram passt. Diese Tierschützer engagieren sich nun einmal für Zirkustiere, andere gegen Massentierhaltung. Es gibt Leute, die engagieren sich für Flüchtlinge, andere für Obdachlose, wieder andere für hungernde Kinder in Afrika. Hauptsache man tut etwas sage ich dazu.

    Denn Sinn darin, ein lange gequältes Tier auch noch die letzten Jahre leiden zu lassen weil es ja nichts anderes "kennt", verstehe ich nicht. Glauben Sie mir, das Tier wird sich recht schnell an ein besseres Dasein gewöhnen.

  • Antwort von Nadja Emmrich, Freitag, 18.März, 09:17 Uhr

    Ich nehme an, Sie sind ein ganz großer Aktivist in Sachen Tierschutz und Massentierhaltung oder??? Wahrscheinlich nicht und wahrscheinlich haben Sie überhaupt keinerlei soziale Kümmernisse, weder Tierschutz noch Kinderschutz noch Hospizarbeit etc.
    Genau solche Dumm-Laberer wie Sie braucht die Nation. Nichts tun und andere für ihre Aktionen niedermachen.
    Ihre Kommentare sind so überflüssig wie ein Kropf.
    Ihrer Meinung nach hätte dann Natascha Kampusch auch bei ihrem Peiniger bleiben müssen .... "war sie ja gewohnt oder" .....?

  • Antwort von Lilly, Freitag, 18.März, 10:06 Uhr

    Dieser Bär kennt nichts anderes, also ist es besser, das ändert sich nicht??? Hast du dir die geretteten Bären z. B. Im Bärenwald Müritz mal angesehen? Entschuldige, aber das ist doch eine sehr eingeschänkte Sichtweise. Und glaub mir, Tierschützer setzen sich auch vorbildlich gegen Massentierhaltung etc. ein.

  • Antwort von Anti-Troll, Freitag, 18.März, 10:49 Uhr

    Don't feed the troll.

Martina hochecker, Donnerstag, 17.März, 23:10 Uhr

18.

Na hoffentlich wurde den Leuten der Besuch im Zirkus durch die Aufregung um Bär Ben endlich verdorben!

Kamele, Pferde, Hunde, etc. wollen genauso wenig freiwillig blöde Kunststücke vorführen!!!