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Prädikat "Kurort" in Gefahr? Ärger um geplanten Schweinestall in Bad Füssing

Im niederbayerischen Kurort Bad Füssing (Lkr. Passau) gibt es Ärger um einen geplanten Schweinestall. Ein junger Landwirt möchte einen neuen Stall für 1.490 Mastschweine errichten. Das gefällt den Verantwortlichen der Gemeinde gar nicht.

Von: Renate Rossberger

Stand: 14.09.2017

Schweine im Stall (Symbolbild) | Bild: pa/dpa

Der Schweinestall soll an einem der Ortseingänge im Bereich des Ortsteils Safferstetten entstehen. Der Bad Füssinger Gemeinderat hat den Bauantrag am Montag fast einstimmig abgelehnt. Er fürchtet Geruchsbelästigung und damit Schaden für das Prädikat "Kurort" von Bad Füssing.

Die nächstgelegenen Häuser des Kurorts wären nur 270 Meter vom Schweinestall entfernt, sagte der Bad Füssinger Bauamtsleiter Josef Flock dem Bayerischen Rundfunk. Offiziell erfüllt der Landwirt damit den erforderlichen Mindestabstand zur Wohnbebauung.

"Wir wollen den Stall auch nicht verhindern, nur soll er nicht in diese exponierte Lage."

Bauamtsleiter Josef Flock

Stall liegt im Überschwemmungsgebiet

Bedenken habe auch das Wasserwirtschaftsamt, weil der geplante Stall in einem Überschwemmungsgebiet und in unmittelbarer Nähe zum Wasserschutzgebiet Safferstetten läge.

Im Moment sei die Gemeinde in Verhandlungen mit dem Landwirt. Ein anderer Standort soll gesucht werden. Auch ein Grundstückstausch sei im Gespräch. Aber noch sei nichts entschieden.

Landwirtsfamilie im Tourismusgeschäft tätig

Die betroffene Landwirtsfamilie möchte in den Medien momentan gar nichts zu dem Fall sagen. Josef Flock erklärte, der Hof habe bisher Ackerbau betrieben, keine Tierhaltung. Außerdem betreibe er einen Campingplatz und eine Pension in Bad Füssing, sei also selbst im Tourismusgeschäft. Der Sohn wolle aber die Landwirtschaft weiterführen und zwar mit einem Schweinebetrieb. Der Stall käme aber nicht an die Hofstelle mit Pension und Campingplatz.

Bad Füssing ist mehr als 2,4 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr einer der meistbesuchten deutschen Bäderorte.


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Langjähriger Besucher, Dienstag, 26.September, 00:40 Uhr

7. Schwein gehabt

Also das ist ja wohl ein Witz. Bei der Beschreibung der Landwirtsfamilie weiß doch jeder wer gemeint ist. Da habe ich selber schon gewohnt. Grundsätzlich hätte ich da auch bedenken wegen dem Geruch. Ich kann mich aber auch noch erinnern wie die Kühe quer über die Pockinger Straße getrieben wurden.

Floh, Sonntag, 17.September, 13:58 Uhr

6.

Moorpackung in der Anwendung mit Gülle wär doch mal anderes.
Auf eine gute Reha.
Schönen Sonntag !

Bürger, Donnerstag, 14.September, 14:46 Uhr

5.

Ja ein Schweinestall kann richen aber dieser Geruch ist mir 10 mal lieber als der gestankt einer Kläranlage wo die ganzen Hinterlassenschaften von den lieben so auf Umwelt bedachten Menschen entsorgt wird.

Diesen Abwässer enthalten mehr Rückstände von Medikamenten, Tensiden usw. als alle Schweine-, und Rinderställe in ganz Deutschland zusammen. Und dieser Dreck wird noch von Städten und Gemeinden auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht.

Oliver M., Donnerstag, 14.September, 13:25 Uhr

4. Wir haben echt einen Hau ...

Erst kürzlich wurde von Resistenzen von Erregern in Geflügelfleisch gegenüber Antibiotika berichtet. Die Ursachen dafür sind bekannt - u.A. weil in Großmastbetrieben Antibiotika prophylaktisch gegeben werden (müssen). Schlichtweg, weil diese Art der Tierhaltung die Ausbreitung von Krankheiten begünstigt. Und weiterhin werden solche Anlagen genehmigt - dümmer gehts nimmer ...

  • Antwort von Marianne, Freitag, 15.September, 10:05 Uhr

    Prophylaktisch, wie Sie schreiben Antibiotika zu geben ist in Deutschland verboten. Und therapeutisch muss es bei Bedarf auch der Biobetrieb.
    Außerdem geht's hier nicht um einen Geflügel- sondern um einen Schweinemaststall.

  • Antwort von Elisabeth, Samstag, 16.September, 10:12 Uhr

    In Gruppen-und Freilandhaltung werden nur höchst selten Antibiotika nötig.Glückliche artgerecht lebende Kreaturen werden in der Regel nicht krank
    Das gilt auch für Menschen. Leider müssen Tiere wie die abgebildeten wegen menschlicher Gier und Ignoranz verdammenswürdiges Leid ertragen.Weder die direkten Verursacher noch die indirekten, die Konsumenten tun sich damit Gutes über die Zeit.

Robertchen, Donnerstag, 14.September, 13:08 Uhr

3. Wasserschutz ist wichtiger!

Alleine schon Wasserschutz- und Überschwemmungsgebiete rechtfertigen diese Ablehnung! Ohne Diskussion! Der Unternehmer wird sicher einen anderen Bauplatz finden....