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Gäubodenvolksfest in Straubing Auftakt nach Maß

Das Gäubodenvolksfest in Straubing ist mit einem großen Besucherandrang gestartet. Veranstalter, Wirte und Schausteller zeigen sich hochzufrieden. Rund 1,4 Millionen Besucher werden an den elf Festtagen erwartet.

Von: Birgit Fürst

Stand: 14.08.2017

Etwas weniger dicht gedrängt als sonst standen am Freitagabend die Schaulustigen am Straßenrand beim Auszug zur Festwiese zum Auftakt des Gäubodenvolksfestes in Straubing. Bis kurz vor dem Start hatte es nämlich geregnet. Gegen Ende des Auszugs schien dann aber sogar noch die Sonne und so war das Gedränge auf dem Festplatz am ersten Abend so dicht wie immer. Auch die Bierzelte waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Schätzungsweise knapp 100.000 Besucher waren am ersten Abend unterwegs.

Zweigeteilter Start

Am Samstag hat Kultusminister Ludwig Spaenle das Gäubodenvolksfest offiziell eröffnet. In Straubing gibt’s kein "Ozapft is", sondern der Festredner sagt am Ende seiner Rede einfach, dass das Gäubodenvolksfest jetzt eröffnet ist. Der Grund für den Beginn am Freitag und die Eröffnung am Samstag ist übrigens ein historischer.

Schon vor 200 Jahren gab es beim landwirtschaftlich geprägten Fest Prämierungen von Tieren und Feldfrüchten durch den Regierungspräsidenten. Am Abend vorher luden die Brauereien ein zur Bierprobe und zogen von den Brauereigaststätten mit den Bedienungen und Kapellen zum Festplatz. Daraus hat sich der Auszug entwickelt und aus den Prämierungen ist die Eröffnung mit einem Politiker entstanden.

Mann mit ansteckender Krankheit spuckt Sanitäter an

Am Eröffnungswochenende blieb das Fest überwiegend friedlich. Die Polizei zählte am Festgelände neun und in der Innenstadt 15 Körperverletzungen. Es gab keine größeren Schlägereien, nur in einem einzigen Fall raufte eine ganze Gruppe. Etwas angestiegen ist laut Polizei die Zahl der Diebstähle. Ein Mann mit einer ansteckenden Krankheit spuckte einem Sanitäter ins Gesicht. Nach Polizeiangaben war der 29-Jährige wegen psychischer Auffälligkeiten am Samstagabend aus einem Festzelt verwiesen worden. Der 30 Jahre alte Sanitäter wollte ihm helfen. Nun wird gegen den polizeibekannten Angreifer wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Die Ostbayernschau

Bis Montag in einer Woche werden bis zu 1,4 Millionen Menschen zum Feiern erwartet. In den sieben Bierzelten spielen rund 100 Musikkapellen ein breites Repertoire von traditioneller Blasmusik bis hin zu Party-Sound. Unter den 130 Attraktionen sind einige Neuheiten wie das 80 Meter hohe Kettenkarussell Jules-Verne-Tower. Zeitgleich beginnt heute die Ostbayernschau, die größte Verbraucherausstellung Niederbayerns und der Oberpfalz. Die Maß Bier kostet heuer zwischen 9,10 Euro und 9,15 Euro.

Das im vergangenen Jahr bewährte Sicherheitskonzept wurde nochmals weiterentwickelt. Es besteht im Wesentlichen aus hoher Polizeipräsenz, Videoüberwachung und stichprobenartigen Taschenkontrollen. Es gibt kein Rucksackverbot, aber die Polizei bittet, große Taschen und Rucksäcke daheim zu lassen. Die Stadt Straubing hat außerdem an Zufahrtsstraßen Betonteile aufgestellt, um zu verhindern, dass ein Lastwagen in die Menschenmenge fahren kann.


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