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Ex-Priester soll Kind missbraucht haben Regensburger Bistum berät Konsequenzen

Nach Bekanntwerden des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs eines Kindes durch einen ehemaligen Priester im Raum Deggendorf zeigt sich auch das Bischöfliche Ordinariat in Regensburg betroffen. Das Bistum will jetzt über mögliche Konsequenzen beraten.

Von: Harald Mitterer

Stand: 13.10.2016

Pfarrer in Handschellen (Symbolfoto) | Bild: picture-alliance/dpa

Man müsse sich fragen, ob in solchen Fällen besser nachgeforscht werden muss und ob der Informationsfluss verbessert werden kann, sagt Clemens Neck, der Sprecher des Bistum Regensburg.

"Das sind Fragen, die zu klären sind mit den Behörden. Die Frage steht im Raum, die muss gut abgesprochen werden auch mit den anderen Bistümern."

Clemens Neck, Sprecher des Bistums Regensburg

Zugleich teilte Pressesprecher Jakob Schötz mit, dass der Ex-Geistliche bereits vor einem Jahr zum Verlassen der Pfarrei aufgefordert worden sei, in der sich der Mann im Frühjahr an dem Kind vergangen haben soll. Dennoch habe der 52-Jährige ohne Wissen des Ortspfarrers weiterhin engen Kontakt zu der Familie des Opfers gehalten. Dessen Mutter hatte sich erst vor kurzem der Polizei anvertraut.

Bistümer geben Warnungen heraus

Der 52 Jahre alte Ex-Priester sitzt bereits in Untersuchungshaft. Es soll zu sexuellen Handlungen vor und an dem Kind gekommen sein.

Die Ermittlungen haben inzwischen ergeben, dass der einschlägig vorbestrafte Priester 2008 im Raum Mainz aus dem Klerikerstand entlassen wurde. Mehrere Bistümer hatten daraufhin Warnmeldungen vor dem als Geistlichen auftretenden ehemaligen Priester veröffentlicht.

Vertrauen erschlichen

Er war mit einem offensichtlich gefälschten Priesterausweis weiterhin teilweise als Seelsorger tätig und erschlich sich das Vertrauen strenggläubiger Familien, so die Polizei. 2015 war der falsche Priester unter anderem im Landkreis Deggendorf tätig, wo es jetzt zur Anzeige einer Mutter kam. Daraufhin konnte der 52-Jährige festgenommen werden.

Vor seiner Zeit im Raum Deggendorf soll der einschlägig vorbestrafte so genannte "Pater" auch im Raum Erding und Taufkirchen sowie in der Diözese Regensburg tätig gewesen sein. Weitere mögliche Opfer des falschen Seelsorgers sollen sich nun bei der Kriminalpolizei Deggendorf oder jeder anderen Polizeidienststelle melden.


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