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Festkonzert in Hamburg Elbphilharmonie feierlich eröffnet

Mit einem großen Festakt wurde die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnet. Ein Projekt, das oft in die Schlagzeilen gekommen ist. Auch die Firma Lindner Group aus Arnstorf (Lkr. Rottal-Inn) war am Bau des einzigartigen Konzerthauses beteiligt.

Von: Andreas Mack

Stand: 11.01.2017

Die Lindner Group aus Arnstorf hat beim Innenausbau entscheidend für das Aussehen gesorgt. Das Unternehmen hat unter anderem Böden, Decken und Wandbeläge für das Foyer geliefert. Aber auch die Plaza und der Backstagebereich sind vom mehr als 100 Mann starken Lindner-Team ausgebaut worden. 20 Million Euro wurden dafür veranschlagt. Doch daran hat es nicht gelegen, dass der Preisrahmen der Elbphilharmonie explodiert ist, sagt Lindner-Vorstand Heinrich Büchner.

"Zu dem Zeitpunkt, als wir eingestiegen sind, war sozusagen die Messe gesungen. Da stand der finale Preis schon fest. Wir haben uns dann intensiv überlegt, ob wir uns mit so einem Projekt auseinander setzen, weil es ja doch in den Negativschlagzeilen war. Wir haben uns aber doch entschieden, es anzugehen."

Heinrich Büchner, Lindner Vorstand

Ein langer Weg und höchste Ansprüche für "Elphi"

Im Erstvertrag im Jahr 2007 wurden die Gesamtkosten für die Elbphilharmonie auf 241,3 Millionen Euro festgesetzt. Letztendlich hat der Bau knapp 790 Millionen Euro verschlungen. Eigentlich sollte das Konzerthaus auch bereits 2010 fertig sein, der Termin musste aber immer wieder verschoben werden. "Elphi" wird das Konzerthaus auch in Arnstorf liebevoll genannt. "Höchste Ansprüche und Herausforderungen" habe man meistern müssen, berichtet Josef Straubinger dem BR. Er war bei Lindner für die Elbphilharmonie verantwortlich. Es sei sehr viel fugenlos gebaut worden, "sehr viele Flächen bündig mit der Beleuchtung" und oftmals in 3D-Technik. Eine Herausforderung für die Mannschaft, gibt Josef Straubinger ganz offen zu.

"Das war schon spannend in der frühen Phase der Bauzeit, als unsere Stahl- und Schlosserarbeiten für die große Foyertreppe in 3D-Form gekommen sind und die dann punktgenau eingesetzt wurden. Da haben alle aufgeatmet, als die dann gepasst haben. Zuvor hatten Techniker, Ingenieure und auch die Mannschaft draußen schon viele schlaflose Nächte."

Josef Straubinger, Lindner Group

"Sind stolz, Teil des Ganzen zu sein"

Mehr als 2.000 Gäste waren bei der Eröffnung dabei. Sie waren wahrscheinlich genauso beeindruckt wie das Lindner-Team selbst.

"Zu sehen, wie sich wie in einem kleinen Puzzle alles zueinander fügt und die Ideen, die wir nur planerisch gekannt haben, jetzt in ein fertiges Ornament gegossen wurden, das ist grandios. Das füllt uns mit Stolz und wir sind glücklich, dass wir Teil des Ganzen sein konnten."

Josef Straubinger, Lindner Group

Denn sogar für ein Unternehmen wie Lindner, das weltweit große und prominente Projekte umsetzt, ist die Elbphilharmonie etwas Besonderes.

Passauer singt bei Eröffnung

Bei den mehrtägigen Eröffnungsfeierlichkeiten der Elbphilharmonie singt am Freitag auch Bariton Thomas E. Bauer aus Niederbayern, der das Konzerthaus in Blaibach (Lkr. Cham) angeregt hatte und Intendant der Festspiele "Europäische Wochen" in Passau ist.

Beteiligte Firmen aus Ostbayern

Nicht nur die Lindner Group aus Arnstorf war am Bau der Hamburger Elbphilharmonie beteiligt. Für die markante Fassade des Gebäudes hat auch die Firma Interpane mit einem Standort in Plattling (Lkr. Deggendorf) Glas zur Weiterverarbeitung geliefert. Außerdem war der aus Weiden stammende Architekt Stefan Göddertz beteiligt. Er koordinierte auf der Baustelle die technische Umsetzung, die Qualitätskontrolle und die Krümmung der 2.200 Glaselemente der Fassade. Göddertz gilt weltweit als Spezialist für Gebäudehüllen und arbeitet für das Büro "Herzog & de Meuron" in Basel, das die Fassade der Elbphilharmonie entworfen hatte.


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Kommentare

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Timo Baumann, Sonntag, 15.Januar, 00:15 Uhr

13. Elb-Philharmonie

Zehnmal lieber ein solches Projekt, um das uns viele in der Welt beneiden werden; auch wenn hauptsächlich die "Oberen Zehntausend" darin ihr Vergnügen finden
werden, als Milliarden für sinnlose Waffen ausgeben, die nach einigen Jahren wieder verschrottet werden, nur damit unsere "Ober-Soldatin" ihre Lobby bedienen kann.
Die Musiksäle sind ausserdem nur ein Teil des Bauwerkes. Es beinhaltet auch ein Luxushotel und Eigentumswohnungen. Interessant wäre eine Endabrechnung
nach dem Verkauf der immobilien.

K. A. Schmitt-Raiser, Donnerstag, 12.Januar, 14:59 Uhr

12. Akustik in der Elbphilharmonie

Dessen Ohren schon oft durch Elektro-Akustik gequält wurden, weiß die fantastische Raum-Akustik, die Klangfülle an allen Plätzen zu schätzen. Die Kosten sind zwar hoch, aber bei einem solchen fantastischen Ergebnis gut angelegt.

Nachtigall, Donnerstag, 12.Januar, 00:49 Uhr

11. einfach toll

Das Eröffnungkonzert der Elbphilharmonie war großartig. Wunderschöner Konzertsaal, eine rundum gelungene Architektur von hoher Qualität. Toll!

  • Antwort von Barbara, Donnerstag, 12.Januar, 13:27 Uhr

    Kein Wunder, daß die Nachtigall den 800-Millionen-Bau so lobt! Die Nachtigall hat den Bau ja nicht bezahlen müssen!

  • Antwort von Star, Donnerstag, 12.Januar, 15:33 Uhr

    @Barbara
    Was ist denn mit ihnen los ?

  • Antwort von Barbara, Donnerstag, 12.Januar, 15:57 Uhr

    Ich nehme an, daß Sie Ihre Frage an die "Nachtigall" stellen wollen! Ich bin hierfür der falsche Adressat!

Wolfgang Schönfelder, Donnerstag, 12.Januar, 00:06 Uhr

10. Elbphilharmonie.....

Hallo,
ist äussere Ästhetik wirklich soviel Geld wert? Darauf verzichten und für nur 70 Mio einen akustisch ebensoguten Konzertsal und mit den anderen 630 Mio€ Laienmusikultur fördern! Übungsräumebereistellen, Ausbildungen von Freizeitdirigenten und -chorleitern finanzieren in großen Umfang, dazu interessierten engagierten Laien Instrumente verfügbar machen. Das würde mehr für die Musikkultur im Stadtstaat bringen..

2. Aspekt, Konzertsaal in 60m Höhe, was ist mit Evakuerung uND Fluchtwegen bei Feuer usw.? Nicht grundlos sind in anderen Theaterräumen Notausgänge direkt oder annnährend auf Straßenniveau, ist so betrachtet die Speicherstadt verantwortbar für Massenpublikum, überall Wasserß

( PS, ich war mal aktiver Feurwehrler, auch bei einer Werksfeuerwehr. )

  • Antwort von Feingeist, Donnerstag, 12.Januar, 10:39 Uhr

    Ein kultureller Feingeist !

    Gasteig reicht !
    Fluchtwege sind tatsächlich das wichtigste.

Lotte Huber, Mittwoch, 11.Januar, 19:01 Uhr

9. Elbphilharmonie

Toll was sich da unsere Eliten gebaut haben.

  • Antwort von Atze, Mittwoch, 11.Januar, 23:19 Uhr

    @Lotte Huber, schüren Sie Hass? In jeder Gesellschaft gibt es Eliten, ob Sozialismus oder Kapitalismus.Das ist nun mal so.

  • Antwort von gschaftlhuber, Donnerstag, 12.Januar, 00:10 Uhr

    Ich bin in der Betrachtung auch zweigeteilt.
    Einerseits ein interessanter Bau. Der allerdings unter wahrheitswidrigen Angaben genehmigt wurde.
    Andererseits eine Mehrheit finanziert einer elitären Minderheit ihr kostspieliges Hobby.
    Hier werden Erinnerungen an Bayreuth wach.
    Für mich ist Augsburg und das Stadttheater ein typisches Beispiel. Dort werden über 90 Mio verbraten und alternative Bühnen und Kunstprojekt werden Gelder gestrichen bzw. verweigert. Das ist keine Demokratie.