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Zum ersten Mal seit 150 Jahren Drei Wolfswelpen im Bayerischen Wald nachgewiesen

Es ist eine Sensation für den Bayerischen Wald: Hier wurden drei Wolfswelpen nachgewiesen. Es ist der erste Wolfsnachwuchs in Bayern seit rund 150 Jahren.

Von: Renate Roßberger

Stand: 04.08.2017

Wölfe (hier ein Archivbild) werden als echte Wildtiere in einer Höhle geboren. | Bild: picture-alliance/dpa

Den Fund hat das Bayerische Landesamt für Umwelt heute mitgeteilt. Der Nachweis stammt aus der Auswertung einer Fotofalle, also einer automatisch auslösenden Kamera, im Nationalparkgebiet vom 28. Juli. Wo genau die Kamera dort stand, gab das Landesamt nicht bekannt.

Zwei nachgewiesene Wolfspaare

Der Wolfsnachwuchs war von Experten erwartet worden, als vor Monaten klar war, dass ein Wolfspaar im Nationalpark herumstreift, und nicht mehr nur wie früher ein Einzelwolf. Nachwuchs wird auch für das Gebiet um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) erwartet, wo sich ebenfalls ein Wolfspaar gefunden hat. Ein Nachwuchs wurde in diesem Gebiet jedoch noch nicht bestätigt. Bayernweit sind das die zwei derzeit nachgewiesenen Wolfspaare. Nachwuchs ist bei Wölfen der Beginn einer Rudelbildung.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat heute nicht bekannt gegeben, ob es nun Stufe 3 des Wolfs-Managementplans auslöst, sondern nur, dass man an Stufe 3 seit längerem "intensiv arbeitet". Auch ein bayernweites Förderprogramm zum Herdenschutz von Nutztieren befinde sich in Arbeit.

Nutztiere vor Wölfen schützen

Das Landesamt für Umwelt empfiehlt Nutztierhaltern in Gebieten mit dauerhafter Wolfsanwesenheit grundsätzlich, ihre Tiere nachts einzustallen und Weideflächen mit Elektrozäunen in mindestens 90 Zentimetern Höhe zu schützen. Auch der Einsatz von Herdenschutzhunden könne eine geeignete Vorsorgemaßnahme sein.

Der Landesbund für Vogelschutz begrüsst den Nachweis des ersten Wolfsnachwuchses und fordert, dass Stufe 3 des Managementplans in Kraft gesetzt wird. Die Blockadehaltung einiger Verbände dagegen müsse enden. Der LBV freue sich grundsätzlich über die eigenständige Wiederbesiedlung des Wolfs, "denn er gehört zu Bayerns faszinierender Natur".


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Ele, Montag, 07.August, 10:14 Uhr

23. Wolfsnachwuchs

Prima,dann werden bald Scharen von Deppen da rum laufen,die die Kleinen suchen!
Manchmal ist weniger Journalismus einfach mehr!

Robin, Sonntag, 06.August, 19:42 Uhr

22. Drei Wolfswelpen im Bayerischen Wald nachgewiesen

Jetzt geht hier los, was in Niedersachsen (12 Wolfsrudel) Schleswig Holstein, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg bereits seit Jahren tobt. Die einen meinen Wölfe sind Kuscheltiere, die anderen Bestien. Diejenigen, die ein kompetentes Wolfsmanagement fordern werden nicht gehört.
Hoffentlich macht es Bayern besser und bindet seine Bürger besser mit ein.
90 cm Elektrozaun und höher nutzen nichts, wenn die Wölfe das Zaunspringen gelernt haben.
Wie soll ein Wanderschäfer nachts aufstallen?
Der Spaziergang, mit und ohne Hund, im Wolfsgelände ist eine neue Qualität.
Nicht wir müssen lernen mit Wölfen umzugehen, sondern die Wölfe mit uns.
Wer macht mehr Artenschutz, zehn Schafe oder ein Wolf?

Verein für Landschaftspflege und Artenschutz VLAB, Sonntag, 06.August, 11:02 Uhr

21. Der Wolf ist willkommen

Eine wunderbare Nachricht, die uns alle glücklich macht.
Die Rückkehr des Wolfes zeigt auch die große Bedeutung des Nationalparks Bayerischer Wald für den Artenschutz in Bayern und Deutschland.
Wir hoffen, dass der Wolf, ausgehend vom NP, sich in den großen Waldgebieten Bayerns wieder ansiedeln wird.

  • Antwort von Barbara, Sonntag, 06.August, 14:05 Uhr

    Wenn Sie mit einem Wolfs-Rudel zusammen leben wollen, dann tun Sie das! Aber lassen Sie bitte die anderen Leute in Frieden, die mit Wölfen nichts zu tun haben wollen!

  • Antwort von Wolf, Sonntag, 06.August, 17:06 Uhr

    Barbara,bleiben Sie zuhause und schließen Sie Fenster und Türen.....und NIE mit roter Mütze aus dem Haus.

  • Antwort von Marianne, Sonntag, 06.August, 21:12 Uhr

    Sind Sie sich sicher, dass es in Bayern überhaupt so große unbesiedelte Waldgebiete gibt?

  • Antwort von Senior, Dienstag, 08.August, 00:22 Uhr

    An Wolf:
    ".....und NIE mit roter Mütze aus dem Haus."

    Vorsicht! Das Märchen endete anders!

    Aber: Lupus est homo homini...

Georges Stoffel, Sonntag, 06.August, 08:21 Uhr

20. Herdenschutz

Also alles kein Problem mit 90 cm hohen Elektrozäunen und Herdenschutzhunden?
Solange es genug Wild als Beute für die Wölfe hat, wird weidendes Vieh noch verschont.
Ist dann das kranke und schwache Wild abgeräumt und werden die verbleibenden immer vorsichtiger werdenden Wildtiere für den Wolf schwieriger zu bejagend...dann ändert sich das. Einfach zu bejagende Nutztier werden dann zur regelmässigen Wolfsbeute.Das Rad muss ja immer wieder neu erfunden werden.Frankreich setzt sich nun seit mehr als 20 Jahren mit dem Wolf und dem Herdenschutz wissenschaftlich auseinander.

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Julian Meindl, Sonntag, 06.August, 07:09 Uhr

19.


Der Wolf hat nichts rein gar nichts in der nähe des Menschen zu suchen. Es hat einen Grund warum er ausgestorben ist und es hat einen Grund warum er wieder aus Bayern verschwinden wird! Da kann die verrückte/inkompetente EU noch so mit Strafen drohen.

Wenn man einen sieht "bitte" sofort abschießen!!!!

Danke.

  • Antwort von Julia N. Mei Der, Sonntag, 06.August, 09:11 Uhr

    Die Gründe waren:
    - Damit der Adel immer genug Wild auf dem Tisch hatte.
    - Andere Weideform: Waldweide, die es so nicht mehr gibt (Diese gibt es wieder ganz selten, dann aber eingezäunt).
    Und passen sie gut auf, nicht dass er eines Nachts bei ihnen vor dem Bett steht. *Hysterie aus*