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Deutschlandweite Aktion Bund Naturschutz fordert in Ortenburg ein Ende der Massentierhaltung

Der Bund Naturschutz hat heute deutschlandweit für ein Ende der Massentierhaltung demonstriert. Die zentrale Veranstaltung für Bayern fand dazu in Dorfbach bei Ortenburg (Lkr. Passau) statt.

Von: Martin Gruber

Stand: 13.10.2017

Die Protestaktion mit Bannern, Schildern und in Tierkostümen verkleideten Teilnehmern fand am Vormittag in der Nähe einer geplanten Stallanlage in Dorfbach statt. Hier will ein Landwirt seine Massentierhaltungsanlage mit bisher 180.000 Legehennen auf 360.000 Tiere erweitern. Der Gemeinderat hat der Aufstellung eines Bebauungsplanes bereits zugestimmt. Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt. Das sorgt bei Karl Haberzettl vom Bund Naturschutz Passau für Unmut.

"Hier werden Hühner unter qualvollen Umständen gehalten. Im Landkreis Passau haben wir riesige Probleme im Nitratbereich mit unserem Trinkwasser. Das wird zum Teil verursacht von solchen Unternehmungen, wie wir hier sehen."

Karl Haberzettl

Einige der Aktivisten hatten sich als Küken verkleidet, andere trugen Plakate mit der Aufschrift: "Massentierhaltung ist Folter".

Bund Naturschutz will Koalitionsgespräche beeinflussen

Der Bund Naturschutz sehe mit Sorge, dass auch in Bayern immer größere Stallanlagen wie in Dorfbach gebaut werden dürfen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Forderung: Ein langfristiger Plan der Bundesregierung zum Ausstieg aus der industriellen Massentierhaltung müsse her. Dieser Plan solle bei den Sondierungsgesprächen für eine Regierungskoalition festgelegt werden. Der Bund Naturschutz fordert ein "Bekenntnis zum Umbau der Tierhaltung".

Demo vor der geplanten Stallanlage

Den Naturschützern geht es unter anderem um die gesetzliche Pflicht zur Haltungskennzeichnung tierischer Produkte, ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung und ein Ende des sogenannten Küken-Schredderns.


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Selim, Freitag, 13.Oktober, 14:41 Uhr

11. Zusammenhänge

übrigens besteht ein nachgewiesener Zusammenhang zwischen der Belastung der Bevölkerung mit multiresistenten Keimen und der Häufigkeit von Massentieranlagen.
Das ergibt ziemlich viele "vorzeitig Verstorbene".
Aber Feinstaub kostet ja auch 660.000 vorzeitig Verstorbene pro Jahr in Mitteleuropa, was die Autoindustrie dazu anregte, von "langfristigen Konzepten" zu fabulieren.
Langfristige Konzepte?
Zwei Jahre? Zehn Jahre?
2 x 660.000 = ?
10 x 660.000 = ?

Selim, Freitag, 13.Oktober, 14:36 Uhr

10. Zigarettenwerbung

konnte auch abgeschafft werden!
Auf den Schachteln sieht man diese grässlichen Bilder von Geschwüren etc.
Eigentlich sollten auf den Verpackungen dieser Massenhaltungs-Fleisch-Produkten auch Bilder drauf sein - von gequälten - zerrupften - blutigen - zertretenen - mumifizierten Tieren.
Wohl bekomms!

  • Antwort von steve, Freitag, 13.Oktober, 14:47 Uhr

    Die EU ist für die Abschaffung der Werbung für Zigaretten. - In Berlin wurde aber ergolgreich dagegen interveniert...

Gabriele, Freitag, 13.Oktober, 13:37 Uhr

9. Erweiterung Hühnerfarm Dorfbach

Wir leben im Nachbarort und es ist jeden Montag früh schrecklich, wenn die verendeten Hühner (und es sind viele) mit dem LKW der Tierkörperverwertung abgeholt werden. Es wird endlich Zeit, dass sich unsere Regierung auch mal für das Tierwohl einsetzt. In vielen Nachbarländern gibt es schon aussagekräftige Tierwohl-Label.
Der Verbraucher kann dann entscheiden, billig und schlechte Tierhaltung oder mir ist das Wohl der Tiere wichtig und ich bezahle einen höheren Preis. Dies kann dann
jeder selbst mit seinem Gewissen vereinbaren. Dänemark könnte hier ein Vorbild für Deutschland sein und unsere Landwirte hätten dann auch mal die entsprechende Anerkennung für eine Umstellung von Massentierhaltung auf eine gemäßigte Tierhaltung.

Resi, Freitag, 13.Oktober, 13:10 Uhr

8. Negative Auswirkungen und Fakten der Massentierhaltung sind bekannt

@Schorsch#7: Sehr unreflektiert Ihre Meinung. Man merkt, daß Sie sich mit dem Thema Massentierhaltung noch nicht tiefergehend beschäftigt haben. Wenn es in Ihrem Leben eine Gewohnheit oder Sache gibt, wo Sie im Laufe der Zeit feststellen, daß es Ihnen mehr schadet, als nützt, dann würden Sie auch dagen vorgehen und es abstellen. Und Massentierhaltung schadet dem Menschen, den Tieren, dem Klima und der Natur erwiesenermaßen eben sehr. Genügend sehenswerte Dokus dazu finden Sie dazu auf Youtube. Empfehlenswert sei hier auch die 3sat-Scobel-Sendung von gestern (12.10.2017), wo mit verschiedenen Experten über dieses Thema diskutiert wurde, zu finden in der 3sat-Mediathek. Also bitte erst informieren (Faktencheck) und dann urteilen und Gewohnheiten verändern ist klüger und gesünder für uns alle.

Schorsch, Freitag, 13.Oktober, 12:45 Uhr

7. Ökofaschismus

Es ist Faschismus, wenn man anderen ihre Lebensweise verbieten will. Niemand wird gezwungen, bei den Discountern Billigfleisch zu kaufen. Aber wem das Geld für teures Fleisch fehlt, soll dazu gezwungen werden, auf Fleisch zu verzichten, indem man dessen Produktion verbietet. Das ist Faschismus in verschärfter Form.

  • Antwort von Gabi P., Freitag, 13.Oktober, 13:55 Uhr

    Und der Wunsch, nicht auf Fleisch verzichten zu wollen, rechtfertigt Tierquälerei? Der Genuss des Menschen rechtfertigt dann all das Leid, das durch Massentierhaltung verursacht wird? Ganz schön viel Selbstüberhöhung von uns Menschen, die sich doch biologisch vom Schwein kaum unterscheiden. Es ist reines Glück, auf welcher Seite der Fleischtheke man steht.

  • Antwort von Rosl, Freitag, 13.Oktober, 15:14 Uhr

    Gabi, " von uns Menschen, die sich doch biologisch vom Schwein kaum unterscheiden."

    Das gilt vielleicht für Sie, für mich nicht. Ich bin ein primat, kein Paarhufer.

  • Antwort von Dirk Manus, Freitag, 13.Oktober, 15:26 Uhr

    Und als nächstes ist es Faschismus, wenn sie einen neuen Porsche nicht für 10.000 € kaufen können?
    Meine gute Erziehung verbietet es zu schreiben, was ich über sie denke.
    Aber sie hätten sich das ausmisten dieder großen Mastanlage verdient. Und zwar jeden Tag.

  • Antwort von Alternatives Fakten Desaster, Freitag, 13.Oktober, 16:02 Uhr

    @ all: Don't feed the AfD-Troll, der anderen Faschismus vorwirft.