206

Brand im Straubinger Rathaus OB Pannermayr: "Anpacken und wieder aufbauen"

Schwerer Brand im historischen Rathaus von Straubing: Das Feuer ist gelöscht, das Ausmaß der Schäden enorm. Die Stadtverwaltung versucht nun, einen Notbetrieb herzustellen, um am Montag wieder für die Bürger da sein zu können. BR-Reporter berichten

Stand: 26.11.2016

Größtes Problem ist dabei die Wiederherstellung der Strom- und Wärmeversorgung, sowie der Telekommunikation in den noch zugänglichen Bereichen des Rathaus-Gebäudes. Eine gute Nachricht konnte Oberbürgermeister Pannermayr allerdings verkünden: Die bei der Stadtverwaltung gespeicherten Datensätze scheinen den Brand unbeschadet überstanden zu haben. Mittlerweile gehen die Verantwortlichen auch davon aus, dass die unmittelbare Einsturzgefahr für den neugotischen Giebel des Rathauses gebannt ist. Brandursache und Höhe des entstandenen Sachschadens stehen noch nicht fest.

"Das tut weh"

Straubings Oberbürgermeister ist froh, dass es keine Verletzten gegeben hat, angesichts der Zerstörungen zeigte er sich erschüttert.

"Das ist natürlich bitter, ein Rathaus, das seine Wurzeln im Mittelalter hat, das seit dem 14. Jahrhundert Sitz des Rats ist und den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam gehört, brennen zu sehen."

Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU)

Nun sei es aber Zeit nach vorne zu blicken, so der OB. "Wir werden anpacken und wieder aufbauen."

Feuer in Straubing

15 Meter hohe Flammen

Der Brand in dem historischen Bau war am Freitagnachmittag ausgebrochen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand der Dachstuhl des mehr als 600 Jahre alten Gebäudes bereits lichterloh in Flammen. Wenige Minuten später wütete das Feuer auch in den unteren Stockwerken. Die Flammen loderten nach Polizeiangaben bis zu 15 Meter hoch aus dem Dach des Gebäudes.

Erst am Abend konnte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle bringen. In den frühen Morgenstunden war das Feuer dann gelöscht. Teile des Rathauses waren eingerüstet. Ob die Arbeiten im Dachstuhl des Gebäudes das Feuer ausgelöst hatten, ist noch unklar.

Von Drehleitern aus spritzten Feuerwehrleute Wasser in den offenen Dachstuhl - direkt darunter der historische Rathaussaal mit seinen gotischen Fenstern. Er hat bislang die mittelalterliche Vergangenheit Straubings dokumentiert. Das dürfte alles verloren sein. Die Straubinger sind geschockt.

Polizei warnte: Innenstadt meiden

Bei Twitter schrieb die niederbayerische Polizei von einem Großbrand. Die Bürger wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und den Weg für Einsatzkräfte nicht zu versperren. Laut Polizei waren am Brandort rund 420 Einsatzkräfte im Einsatz.

Der Christkindlmarkt in unmittelbarer Nähe wurde geräumt, sei aber nicht von den Flammen betroffen gewesen, sagte Betreiber Josef Stelzl. Die Feuerwehr hielt wegen des starken Funkenflugs aber die Dächer der Verkaufsbuden naß. Der Weihnachtsmarkt sollte eigentlich am Freitagnachmittag offiziell eröffnet werden.

Rathaus Straubing

Nach Angaben der Stadt hatten die Bürger im Jahr 1382 das gotische Handelshaus erworben und es zum Rathaus umgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde in dem dreigeschossigen Gebäude der gotische Giebel abgebrochen und eine neogotische Fassade errichtet.

 


206