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Berufsschulbau in Vilshofen Passauer Stadtrat stellt hohe Kosten auf den Prüfstand

Der geplante Bau einer Berufsschule in Vilshofen (Lkr. Passau) soll statt der ursprünglich veranschlagten 34 Millionen Euro jetzt 70 Millionen Euro kosten. Das will der Passauer Stadtrat nun noch einmal prüfen lassen.

Von: Renate Rossberger

Stand: 23.09.2016

Symbolbild Geld und Schule | Bild: picture-alliance/dpa

In der gestrigen Sitzung im Finanz-und Schulausschuß des Passauer Stadtrats wurde beschlossen, die Planungen erst einmal ruhen zu lassen. Das gab der CSU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Berufschulzweckverbands Passau, Walter Taubeneder, bekannt.

"Deutliche Kostenreduzierung" gefordert

Walter Taubeneder (CSU)

Der Berufsschulzweckverband wird aufgefordert, gemeinsam mit den Fachstellen von Stadt und Landkreis Passau und eventuell auch mit externen Fachleuten die vorliegenden Planungen, Schätzungen und Raumprogramme für den Berufschulneubau und auch für eine Generalsanierung noch einmal zu überarbeiten. Ziel, so entschied der Stadtrat, müsse eine "deutliche Kostenreduzierung" sein. Erst wenn eine akzeptable Überarbeitung vorliegt, soll über das Projekt im Zweckverband entschieden werden.

Taubeneder will die geforderte Überarbeitung der Kosten schon kommende Woche schaffen und wie geplant am 7. Oktober eine Sitzung des Berufsschulzweckverbands, in dem Vertreter von Stadt und Landkreis Passau sitzen, einberufen.

Passauer OB rät zu Sparsamkeit

Jürgen Dupper (SPD)

Einen "grundsoliden Umgang mit Steuergeldern" mahnt der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) anläßlich des vorläufigen Stopps für die Schul-Planungen an. Es stelle sich auch die Frage, "warum die Berufsschule Vilshofen doppelt so groß gebaut werden soll, wie die Berufsschule in Passau, obwohl diese nur halb so viele Schüler hat". Der OB kritisierte auch die langen Planungen und Diskussionen über Generalsanierung oder Neubau, die schon seit 2010 geführt wurden. Dennoch will Dupper an der Verbesserung der Berufschulsituation in Vilshofen festhalten.

70 Millionen statt 34 Millionen

Laut Walter Taubeneder lag es an der Länge des Verfahrens, dass es zur massiven Kostensteigerung von mehr als 100 Prozent kommen konnte. Zwischen der ersten Schätzung und der endgültigen Kostenberechnung lagen drei Jahre, so Taubeneder. Die erste Kostenschätzung stammt aus dem Jahr 2013. Bei den eingepreisten 34 Millionen Euro habe es sich um eine eher fiktive Schätzung gehandelt. Erst jetzt habe ein Architekturbüro das Projekt detailliert durchgerechnet und sei auf den realistischen Betrag von 70 Millionen gekommen, zumal sich die Planer für ein neues Grundstück entschieden hatten.

Spatenstich für den Neubau sollte eigentlich im Herbst 2017 sein. Ob dieser Zeitplan jetzt noch einzuhalten ist, ist unklar.


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Kommentare

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vof-kommentator, Donnerstag, 22.September, 15:15 Uhr

2. Berufsschule Vilshofen

Wie mir ein Beteiligter - und im "bayerischen Bieterverfahren" nicht zum Zuge gekommener Anbieter - gerade erklärte, baut er für 10 Milliionen Euro mehr gerade ein komplettes Krankenhaus mit vielen Forschungslabors in den Niederlanden!!

Aber in den Niederlanden gäbe es auch weniger Politiker und Projektmanager die an solchen Projekten mit verdienen wollen!

websaurier, Donnerstag, 22.September, 10:29 Uhr

1. Nieten...


Dass politisch Verantwortliche nicht rechnen können, das wissen wir ja seit Jahren...
Aber bei einem vergleichbar kleinen Projekt gleich um über 100% daneben zu liegen, das ist schon rekordverdächtig!
Da müssen mal wieder "richtige Flaschen" am Werk gewesen sein !