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Bayern-Ei-Affäre Straubinger Landrat sieht keine Fehler beim Veterinäramt

Nach der harschen Kritik des Bayerischen Obersten Rechnungshofs an den Lebensmittelkontrollen in Bayern hat der Straubinger Landrat Josef Laumer (CSU) Stellung bezogen: Seine Behörde habe keine Fehler gemacht, sagte er dem Bayerischen Rundfunk.

Stand: 16.02.2016

Eier in einer Verpackung | Bild: pa/dpa

In dem Gutachten des Bayrischen Obersten Rechnungshof zum Bayern-Ei-Skandal werden eine Reihe von Schwachstellen bei der Lebensmittelüberwachung aufgezeigt. Ein Vorwurf lautet, dass Betriebskontrollen zuvor angekündigt wurden. Laumer glaubt nicht, dass das in Straubing der Fall gewesen sei.

"Ich denke, wir haben die Kontrollen in den letzten Jahren nach geltendem Recht erfüllt."

Josef Laumer, Straubinger Landrat

Es braucht mehr Kontrollpersonal

Zu dem laufenden Verfahren gegen einen Amtstierarzt des Landratsamts Straubing-Bogen wollte sich Laumer nicht äußern. Der Veterinär soll von einem Salmonellenbefund bei Bayern-Ei gewusst und das Unternehmen vor Kontrollen in der Betriebsstätte Niederharthausen gewarnt haben.

Man dürfe sich nicht der Vorstellung hingeben, dass in einer Firma wie Bayern-Ei, in der täglich 300.000 Eier gelegt werden, jedes Ei kontrolliert werden könne. Es sei ja nicht nur damit abgetan, die Eier anzuschauen, sie müssten auch untersucht werden. Da bräuchte es sehr viel Kontrollpersonal, ein kleines Landratsamt wie das in Straubing könne dies mit zwei bis drei Veterinärmedizinern gar nicht leisten. Dass der Bericht des Rechnungshofes Thema im Landtag ist, findet Laumer richtig:

"Wir wehren uns natürlich nicht dagegen, sondern befürworten es, wenn es Verbesserungen zu Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz geben wird. Das ist in unserem Interesse."

Josef Laumer, Straubinger Landrat

Außerdem spricht sich Laumer für den Vorschlag des Rechnungshofs aus, die Lebensmittelüberwachung in Bayern an einer Bezirksregierung zu konzentrieren, mit entsprechenden Außenstellen im Freistaat. "Wenn das von einer zentralen Stelle kontrolliert wird, haben wir nichts dagegen. Das wäre sicherlich effizienter als von unserem Amt aus, weil das vielfach nicht in dieser Intensität möglich ist", sagt Laumer.


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Fragender, Mittwoch, 17.Februar, 14:39 Uhr

2. Fragen über Fragen

Es ist schön und gut dass sich Landrat Laumer vor seine Leute stellt und sie nicht fallen lässt wie eine Heisse Kartoffel.

Mir stellen sich aber folgende Fragen, die bisher scheinbar nie gestellt wurden:
-Wie lange liegen die Kontrollen bei Bayern-Ei schon im Argen - erst seit der Amtszeit von Landrat Laumer, oder schon bei seinen Vorgängern?
-Ist der Landrat Dienstvorgesetzter der Veterinäre und / oder übt er die Dienstaufsicht über diese aus, oder untersehen sie jemand anderen?
-Die Firma Bayern-Ei hat ihren Sitz in der Gemeinde Aiterhofen und von dort stammte doch auch Landrat Laumers Amtsvorgänger her (laut Wikipedia war er dort
früher im Gemeinderat) ?
Die ist wahrscheinlich nur ein reiner Zufall und hat mit der Art und Anzahl derKontrollen wahrscheinlich auch nichts zu tun, aber gehört m.E. abgeklärt.

Udo Pablitschko, Dienstag, 16.Februar, 13:56 Uhr

1. Beamtendummfug?


Na, Herr Laumer !

Dann führen Sie die Probbleme mit den "mörderischen Eiern" wohl wieder mal auf eine unfehlbaren " göttlichen Ratschluß" zurück !

Ein Verfahren, das biblisch abgesegnet und deshalb von der CSU sicherlich oft und gern genutzt wird !