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Bayern-Ei Besitzer bleibt weiter in U-Haft

Der Besitzer des niederbayerischen Unternehmens Bayern-Ei, Stefan Pohlmann, muss weiter in Untersuchungshaft bleiben. Das hat jetzt das Oberlandesgericht Nürnberg entschieden. Im Laufe der Ermittlungen haben sich neue Vorwürfe gegen den Unternehmer ergeben.

Von: Philipp Grüll

Stand: 08.03.2016

Hinweisschild zur Firma Bayern-Ei | Bild: picture-alliance/dpa

Wie das Oberlandesgericht auf Anfrage des BR-Politikmagazins Kontrovers mitteilte, ließen die Richter eine ursprünglich geplante Haftprüfung entfallen, weil die Liste mit den Vorwürfen gegen den Unternehmer länger geworden ist. 97 Mal gefährliche Körperverletzung, einmal davon mit Todesfolge, sowie Betrug in 472 Fällen mit einem Schaden von gut fünf Millionen Euro - so lauten die Punkte in einem neuen Haftbefehl, den das Amtsgericht Regensburg vor kurzem erlassen hat.

Neue Haftprüfung im Juli

Stefan Pohlmann

Bei Pohlmanns Festnahme im Sommer ging es noch um weniger Delikte und einen Schaden von drei Millionen Euro. Eigentlich muss das Oberlandesgericht nach einem halben Jahr Untersuchungshaft prüfen, ob diese noch zulässig ist. Doch mit den neuen Vorwürfen beginnt auch die Frist von neuem. Eine Haftprüfung müsse deshalb erst am 11. Juli stattfinden, so die Richter.

Weitere Delikte möglich

Bis dahin könnten noch weitere Delikte hinzukommen. Denn bisher geht es im Haftbefehl nur um Erkrankte aus Österreich, die sich durch salmonellenbelastete Eier der niederbayerischen Firma infiziert haben sollen. Die Ermittlungen wegen Erkrankungen in anderen Ländern laufen noch.

Aufklärung nur durch die Staatsanwaltschaft

Der SPD-Verbraucherschutzpolitiker Florian von Brunn ist schockiert über die Ausweitung der Vorwürfe gegen den ehemaligen Bayern-Ei-Geschäftsführer Stefan Pohlmann:

"Das zeigt einmal mehr, dass die Justiz die Causa Bayern-Ei viel ernster nimmt, als es das Umweltministerium jemals getan hat. Der Umfang der neuen Vorwürfe ist erschütternd, genau wie die Ermittlungen wegen Todesfällen und Erkrankungen in weiteren Ländern."

SPD-Verbraucherschutzpolitiker Florian von Brunn

Das zeige eines ganz klar: Nicht die Staatsregierung kläre auf, sondern nur die Justiz. Das sei ein Armutszeugnis für Ministerin Scharf.

Bayern-Ei-Skandal

Recherchen des BR-Politikmagazins Kontrovers und der Süddeutschen Zeitung brachten den Fall "Bayern-Ei" im Mai 2015 ins Rollen. Die Firma soll demnach mit Salmonellen verseuchte Eier in Umlauf gebracht haben und einen Salmonellen-Ausbruch in vielen Ländern Europas ausgelöst haben. Insgesamt erkrankten rund 500 Menschen nach dem Verzehr eierhaltiger Speisen an einer Magen-Darm-Entzündung, drei Menschen starben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der ehemalige Geschäftsführer spätestens seit dem Frühjahr 2014 von einem Salmonellenbefall in seiner Firma wusste.


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M.Huber, Dienstag, 08.März, 13:36 Uhr

1. Schwarze Spezln

Ob Mueller-Brot
Ob Bayern-Ei
Die CSU ist stets dabei

  • Antwort von wm, Dienstag, 08.März, 15:10 Uhr

    @M.Huber

    ......Vollpension für Pohlmann incl. "Frisches, wachsweiches Pohlmann-Frühstücksei", tagesfrisch vom eigenen Hof!