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B15neu vor Landshut Kostenexplosion droht

Beim Bau der B15neu droht eine Kostenexplosion. Das neun Kilometer lange Teilstück zwischen Ergoldsbach und Essenbach könnte doppelt so teuer werden als bisher veranschlagt. Das hat der Grünen-Bundestagsabgeordnete Thomas Gambke erfahren.

Stand: 18.08.2015

Das Teilstück soll nach neuen Berechnungen 182 Millionen Euro kosten. Vor etwa zehn Jahren waren 88 Millionen Euro veranschlagt. Das geht aus einer Antwort von CSU-Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär auf eine Anfrage des Landshuter Grünen-Abgeordneten Thomas Gambke hervor.

Kostenschätzungen sind veraltet

Der betreffende Bauabschnitt führt bis zur A92 bei Landshut und soll nach bisherigen Planungen bis zum Jahr 2019 fertiggestellt werden. Woher kommt die Kostenexplosion? Die Autobahndirektion Süd, zuständig für die Planung, betont: Nach dem Planfeststellungsverfahren und einem hydrogeologischen Gutachten seien Umplanungen nötig geworden, etwa wegen des hohen Grundwassers und Lärmschutzmaßnahmen.

Geplant ist, dass die Bundesstraße einmal von Regensburg bis nach Rosenheim führt. Gegen den Weiterbau in Richtung Süden gibt es aber massive Proteste in der Region.

"Kostensteigerungen bei Straßenverkehrsprojekten sind ja an der Tagesordnung, aber Steigerungen von über 100 Prozent schlagen dem Fass schon den Boden aus."

Thomas Gambke (Grüne), Bundestagsabgeordneter

Trotz der massiven Kostensteigerung hält der Grünen-Politiker Gambke nichts davon, die Ausbaupläne ganz zu verwefen. Allerdings müssten die Dimensionen deutlich zurückgefahren werden. Seiner Meinung nach reicht über weite Strecken ein zwei- statt vierspuriger Ausbau. Die jetzige Planung, die B15neu in Essenbach über ein Autobahnkreuz direkt an die A92 anzubinden, lasse allerdings das Gegenteil befürchten.

Rampf pocht auf Umgehung

Der Landshuter Oberbürgermeister Hans Rampf (CSU) zeigt sich zwar im Gespräch mit dem BR "überrascht" über die hohe Kostensteigerung, pocht aber auf den Weiterbau der B15neu. "Wenn der Weiterbau der B15neu in Frage gestellt wird, kann man die Stadt Landshut verkehrstechnisch vergessen. Wir können den Durchgangsverkehr nicht mehr verkraften. Es muss eine Umgehung gebaut werden."

Huber sieht Naturschutz als Kostentreiber

Erwin Huber (CSU)

Erwin Huber (CSU), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bayerischen Landtag, ist der Meinung, dass die Kostensteigerungen auch maßgeblich durch Forderungen von Naturschützern und wegen mehr Lärmschutz entstanden seien. Das sagte er dem BR. Zu möglichen Klagen gegen weitere Planungsschritte sagte er: "Wenn das der Maßstab wäre, müsste man den Straßenbau einstellen." Es gebe praktisch kein Straßenbauprojekt mehr, gegen das nicht geklagt werde. Auch eine sinnvolle Umfahrung von Landshut ohne den Weiterbau der B15 neu gibt es nach Ansicht Hubers nicht. Am weiteren Ausbau von Regensburg bis nach Rosenheim müsse in festgehalten werden.

Bürgerinitiativen wollen das "Fossil" B15neu begraben

Die Gemeinschaft der Bürgerinitiativen gegen die B15neu fordert angesichts der neuen Diskussionen über steigende Kosten den sofortigen Stopp der Ausbaupläne. Sprecherin Gisela Floegel spricht in einer dem BR vorliegenden Erklärung von einem "Fossil", das begraben werden müsse. Eine Autobahn Landshut-Rosenheim, wie sie sich die Planer in den 1930-er Jahren vorgestellt haben, werde es nicht mehr geben. Die Planung, die seit einiger Zeit verharmlosend B15neu genannt werde, sei mittlerweile 80 Jahre alt. Weiter daran festzuhalten, wäre "ein sehr teures Stück". Die Pläne seien verkehrspolitisch und finanzpolitisch unverantwortlich.

"Wir sind gerne bereit, an wirklich vernünftigen Entlastungsmöglichkeiten für Landshut im Dialogforum mitzuarbeiten."

Gisela Floegel, Sprecherin der Gemeinschaft der Bürgerinitiativen gegen die B15neu

Gegen einen Weiterbau der B15neu südlich der A92 von Landshut nach Rosenheim werde man klagen, so die Sprecherin. Die "Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der B15neu" wurde 1974 gegründet, als die Pläne für die geplante Trasse Regensburg - Rosenheim bekannt wurden. Seitdem haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen dem Anliegen zum Stopp der B15neu angeschlossen.


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F.K., Donnerstag, 20.August, 09:11 Uhr

13. B15 und LKW Maut?

Müßen LKW´s im Moment eigentlich eine Maut für das Benutzen der B15 zahlen?
Das Hauptproblem auf der B15 sind doch die vielen LKW´s die die Maut umgehen wollen und dabei noch km einsparen

Ebert, Mittwoch, 19.August, 07:57 Uhr

12. Randbemerkungen

Ich, Ebert, bin ja sehr froh, dass ich kein Politiker bin.

Egal, welche, manchmal doch recht sinnvolle Entscheidung getroffen wird, wie hier B 15 oder die 3. Startbahn, sofort bilden sich irgendwelche Protestorganisationen die vehement dagegen sind.

Verhindern tun diese Bewegungen ja gar nichts, aber notwendige Aktionen werden verzögert, weil irgendwelche Protestler, die manchmal gar nicht richtig erfassen um was es eigentlich geht, sinnloserweise die Gerichte beschäftigen.

Nur zu ihr Lieben: Die B 15 Neu wird gebaut, die 3. Startbahn auch!

Ebert

Enrico Pelocke, Mittwoch, 19.August, 01:58 Uhr

11. B15ex

Das Beste ist, alle Pläne zur B15neu zu vergessen, Landshut und alle Orte an der B15alt für den Durchgangsverkehr zu sperren oder zu bemauten und den Verkehr auf die Eisenbahn umzulagern.

Johannes, Mittwoch, 19.August, 01:28 Uhr

10. Einseitige Berichterstattung..

Wenn man schon die Bürgerinitiativen erwähnt, die sich gegen die B15n positionieren, dann soll man auch die Bürgerinitiative "pro B15 neu" erwähnen, die schon über 35.000 Unterstützer hat. Alles andere ist in meinen Augen einseitige Berichterstattung.

Die meisten, die sich gegen die B15n stemmen sind wahrscheinlich größtenteils eh nur irgendwelche Städter, die "Naturschutz" als Hobby betreiben, oder direkt Betroffene.
Wer sich mal die Ortschaften an der jetztigen B15 anschaut, der wird schnell einstehen, dass der Weiterbau der B15n so gut wie alternativlos ist. Da werden Ortschaften von einer Bundesstraße durchschnitten, die zweitweise mehr Verkehrsaufkommen hat, als so manche Bundesautobahn.
B15n ist notwenig:
1. Um den Durchgangsverkehr von der jetztigen B15 aus den Ortschaften rauszubekommen
2. Um endlich eine weiträumige Umfahrung von München zu schaffen - wer wie ich regelmäßig auf der A9 unterwegs ist kann nur zustimmen

  • Antwort von Bäda aus Brandstätt, Mittwoch, 19.August, 10:11 Uhr

    Wer "pro B15 neu" ins Gespräch birngt, der sollte auch erwähnen, dass diese von der Straßenbauwirtschaft gegründet, bezahlt und unterhalten wird.

    Wer die Ortschaften, die durchschnitten werden, ins Gespräch bringt, der sollte auch Ross und Reiter nennen. Es handelt sich um Taufkirchen an der Vils, Dorfen, Armstorf, St. Wolfgang und Lengdorf (Marktgemeinde Rott a. Inn). Taufkirchen arbeitet an einer Umgehung, Dorfen will keine, von Armstorf weiß ich nichts und St. Wolfgang könnte eine haben, wartet aber auf die B15-neu-Autobahn. Für Lengdorf ist eine Umgehungslösung in Planung.

    Wer über das Verkehrsaufkommen redet, sollte Zahlen nennen.

    Die Umfahrung von München ließe sich durch andere Maßnahmen bewerkstelligen:
    - weitere Spur an der A99 (im Bundesverkehrswegeplan von Bayern angemeldet)
    - Weiterbau der Flughafentangente Ost (FTO) - vom Freistaat Bayern in Planung
    - Ausbau der B299 Landshut - Traunstein (A8) - im Bundesverkehrswegeplan von Bayern angemeldet
    - Ausbau B15

Prlic Benjamin, Dienstag, 18.August, 20:33 Uhr

9. Es muss weiter gehen!

Allen Gegnern der B15neu sei gesagt, kommt doch bitte mal nach Landshut und seht euch das Chaos an. Eine wunderschöne Stadt die im Verkehr erstickt und spätestens 2019 beim Anschluss der B15neu an die A92, vom Verkehr überrollt wird.
Niederbayern und Landshut brauchen eine Lösung zur Entlastung der Stadt und der umliegenden Gemeinden. Nur die B15neu kann das leisten!!
Wegen der Strecke Regensburg - Neufahrn gab es auch "elendige" Diskussionen. Letztlich hat man sich geeinigt und man kann nur sagen
"gut dass es die Teilstrecke mittlerweile gibt". Man kommt schnell und ohne Probleme nach Regensburg und vor allem ist der Verkehr aus den Ortschaften zwischen
Regensburg und Ergoldsbach raus. Ich hoffe die B15neu kommt bis Rosenheim.

  • Antwort von Norbert, Donnerstag, 20.August, 13:03 Uhr

    Hallo Benjamin,
    gerne schau ich mir das an in Landshut, aber dann schaust Du bitte auch nach Rosenheim.
    Landshut erstickt im Verkehr, unbestritten, aber lass uns gemeinsam auf die Ursache schauen.
    Alles schießt sich auf die B15 ein! Der Durchgangsverkehr von der B299 ist doppelt so hoch, die oft ins Feld geführte Konrad Adenauer Straße mit seinen 40.000KFZ / Tag hat mit der B15 nichts zu tun. Hier wird nicht sachlich diskutiert.
    Die Politik blendet Euch und erzählt Euch, dass ihr dann für immer und ewig Ruhe habt mit der B15 neu in 10 km Entfernung!!. Quatsch. Der von Landshut selbst verursachte Ziel und Quellverkehr wird Euch bleiben. Nur drei Brücken habt ihr im Landkreis Landshut über die Isar, zwei baufällige in Landshut. Daher konzentriert sich der Verkehr in Landshut. Ihr braucht stadtnahe Umgehungsstraßen und zwar vom Westen und vom Osten!
    Rosenheim baut eine zweispurige Umgehungsstraße. Die haben auch 40.000 KFZ / Tag und jammern nicht. Verzichten bewusst auf die B15neu