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Magdalena Pree bleibt am Boden Niederbayerin will Traum aber nicht aufgeben

Trotz ihrer Niederlage beim Auswahlprozess gestern: Die Luft- und Raumfahrtingenieurin Magdalena Pree aus Fürstenzell bei Passau will ihren Traum, ins All zu fliegen, noch nicht aufgeben.

Von: Siegfried Höhne, Uli Scherr

Stand: 20.04.2017

Die Jury eines privat finanzierten Astronautinnen-Programms wählte die 28 Jahre alte Magdalena Pree am Nachmittag nicht als eine von zwei Kandidatinnen aus, die jetzt ins Training für eine Weltraummission einsteigen dürfen.

Will sich bei Esa bewerben

Die Teilnahme am Bewerbungsverfahren habe sich dennoch gelohnt, sagte die Niederbayerin. Pree will sich jetzt bei der europäischen Weltraumagentur Esa um einen Job als Astronautin bewerben, sagte sie.

"Der ganze Auswahlprozess hat sich ja jetzt über ein Jahr gezogen. Man muss sagen, das war eine tolle Lebenserfahrung, die man einfach mitnimmt. Allein mal vor einer Auswahlkommission zu sitzen und sich den ganzen Fragen zu stellen, da lernt man irrsinnig viel dazu, da wächst man als Mensch."

Magdalena Pree

Vater brachte sie zum Fliegen

Von Zuhause aus haben gestern auch Magdalenas Eltern Helmuth und Doris Pree aus Fürstenzell Daumen gedrückt. Magdalenas Vater, Helmuth Pree, ein emeritierter Universitätsprofessor aus München und langjähriger Hobbypilot hat seiner Tochter die Begeisterung fürs Fliegen und für den Weltraum von klein auf mitgegeben.

"Ich habe sie zum Fliegen gebracht, sie hat schon mit 16 Jahren den Flugschein gemacht."

Helmuth Pree

Magdalena Pree hat früh den Flugschein gemacht

Magdalena habe das Zeug zur Astronautin, war Vater Helmuth überzeugt. "Weil sie sehr zielstrebig ist und sie bisher nie den leichten Weg gegangen ist." Darüber hinaus sei sie als Luft- und Raumfahrtingenieurin auch beruflich bestens für die Raumfahrt qualifiziert.

Münchnerin wurde ausgewählt

Die sechs Finalistinnen: Nicola Baumann, Magdalena Pree, Lisa Marie Haas, Suzanna Randall, Susanne Peters und Insa Thiele-Eich.

400 Frauen aus Deutschland wollten Deutschlands erste, klassisch ausgebildete Astronautin werden. Sie soll ab 2020 für zehn Tage zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Voraussetzung ist, dass die Finanzierung klappt. Es geht um rund 50 Millionen Euro. Sechs Kandidatinnen waren in der Endrunde, ausgewählt für eine Ausbildung zur Astronautin wurden zwei. Darunter ist die gebürtige Münchnerin Nicola Baumann, die als Eurofighter-Pilotin bei der Bundeswehr arbeitet. Ausgewählt wurde außerdem die Bonner Meteorologin Insa Thiele-Eich. Beide Frauen bestanden die medizinisch-psychologische Eignungsauswahl des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, die an die ESA-Standards zur Astronautenauswahl angelehnt ist. 

  • Siegfried Höhne | Bild: Siegfried Höhne Siegfried Höhne

    Reporter und Autor für den Hörfunk und Online, überwiegend für die Redaktionen Niederbayern/Oberpfalz, Bayern sowie BR24.

  • BR-Mitarbeiter Uli Scherr | Bild: Timo Lauber Uli Scherr

    Uli Scherr ist Mitarbeiter im Regionalstudio Ostbayern in Regensburg


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Hingerl , Mittwoch, 19.April, 18:49 Uhr

3. Aloisius bekommt Besuch

Eine Münchnerin im Himmel !
Finde ich gut, der Aloisius wird sich freuen !

Johannes, Mittwoch, 19.April, 16:38 Uhr

2. Unsinnige Aktion

Die ESA wählt ihre Astronauten anhand ihrer Eignung und Qualifikationen aus.
Geschlecht spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Wenn eine Frau am besten geeignet ist, dann wird die auch gewählt, wie eben die Italienerin Samantha Cristoforetti vor zwei Jahren.

Das Problem ist, dass sich eben so wenig Frauen für Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Technik interessieren.
Beim Auswahlverfahren 2008 haben sich 8.400 Kandidaten aus ganz Europa beworben, davon nur 17% Frauen.
Schließlich wurden 6 Männer und eine Frau für die Astronautenausbildung ausgewählt.

Diese private Initiative zeichnet ein völlig falsches Bild.. Nämlich, dass Frauen in der Raumfahrt benachteiligt wären oder sich nicht gegen die Männer durchsetzen könnten, und darum ein extra "Casting" brauchen.
Ganz nebenbei wird Männern ganz nebenbei die Chance auf den Flug verwehrt - nur aufgrund ihres Geschlechts.
Anders herum wäre der Aufschrei wegen Diskriminierung sicher groß.

  • Antwort von Nadine, Mittwoch, 19.April, 16:57 Uhr

    Diesen Gender-Wahnsinn finde ich ebenso ausufernd. Wollte mir neulich einfach nur einen Tisch kaufen und selbst dort gibt es schon eine Einteilung in männlich und weiblich. Dabei sollte Personal stets nach den Qualifikationen ausgesucht werden und nicht ob jemand ein Mann, eine Frau, ein Jude, ein Moslem etc. pp. ist. Das sehe ich ganz genauso wie Sie.

Rita Bloom, Mittwoch, 19.April, 12:01 Uhr

1. Erste deutsche Astronautin

Wir sind die Besten. Es muss eine aus Bayern sein. Das Geld kommt ja bestimmt auch aus Bayern.