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Arnbruck Rund 400 Demonstrierende gegen Rechts

Rund 400 Menschen haben an einer Demonstration gegen eine Kundgebung des rechtsradikalen "Dritten Wegs" in der Bayerwaldgemeinde Arnbruck teilgenommen. Doppelt so viele, wie erwartet worden waren.

Von: Renate Rossberger

Stand: 19.03.2016

"Ich bin nicht bereit hinzunehmen, dass hier mit Megaphonen rechtsradikale Parolen öffentlich verbreitet werden", sagte Bürgermeisterin Röhrl dem Bayerischen Rundfunk. Am Samstag haben rund 400 Menschen an einer Gegendemo gegen eine Kundgebung des rechtsradikalen "Dritten Wegs" in der Bayerwaldgemeinde Arnbruck teilgenommen. Doppelt so viele, wie erwartet worden waren. Sie demonstrierten mit selbstgemalten Plakaten gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus: "Grün statt Braun im Bayerischen Wald!", "Mehr Mitgefühl für Menschen in Not!" und: "Ausländer bleiben - Nazis ausweisen!"

Dauerpfiffe und Sprechchöre

Die rund einstündige Kundgebung der rechtsradikalen Gruppierung "Der Dritte Weg", die mehrere ihrer Protagonisten aus ganz Bayern an das Rednerpult geholt hatte, wurde mit Dauerpfiffen und Sprechchören gestört. Die rechte Gruppierung, die in Arnbruck unter dem Motto "Asylflut stoppen" angetreten war, hatte rund 40 Anhänger aktivieren können, die aus ganz Bayern gekommen waren.

Zu der Gegendemo hatte die SPD im Landkreis Regen unter Führung der Teisnacher Bürgermeisterin Rita Röhrl aufgerufen. Sie sagte, es sei wichtig, auch in einem kleinen Ort sofort Flagge gegen Rechtsextremismus zu zeigen. Es könne nicht hingenommen werden, dass Rechtsradikale mit dem Flüchtlingsthema in Bayerwaldgemeinden auf Stimmenfang gingen. Mehrere Bürgermeister aus der Region nahmen an der Gegendemo teil, ebenso der niederbayerische Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich und die Grünen-Abgeordnete Rosi Steinberger. Der Regener Landrat Michael Adam (SPD), der ebenfalls teilnahm, nannte es "wichtig, auch hier im Bayerischen Wald den Anfängen entgegenzutreten!"

Der "Dritte Weg" hatte ursprünglich direkt an einer Asylunterkunft in Arnbruck eine Protestaktion geplant, bei der das Haus umzingelt und die Flüchtlinge mit Trommeln eingeschüchtert werden sollten. Das wurde von den Behörden unterbunden. Die Kundgebung auf dem Dorfplatz war dann erlaubt worden - ebenso die Gegendemo. Starke Polizeikräfte und eine Absperrung sorgten dafür, dass die beiden Lager streng getrennt blieben.


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