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Paukenschlag im Landkreis Regen Landrat Adam will nicht mehr kandidieren

Der amtierende Regener Landrat Michael Adam (SPD) hat erklärt, dass er bei der nächsten Landratswahl am 24. September nun doch nicht mehr für eine zweite Legislaturperiode kandidieren will. Adam begründet das mit seiner persönlichen Lebensplanung.

Von: Renate Roßberger

Stand: 20.03.2017

Landrat Michael Adam | Bild: picture-alliance/dpa

Sein Amt habe ihm viel Freude bereitet, er habe aber stets "darunter gelitten", dass er sein in Regensburg begonnenes Politologiestudium nicht abschließen konnte, nachdem er mit nur 23 Jahren zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Bodenmais gewählt worden war.

Adam will akademischen Abschluss nachholen

"Ich bin nun mit 32 Jahren in einem Alter", so der SPD-Politiker in einer schriftlich veröffentlichten Presseerklärung, "in dem ich gerade noch relativ unkompliziert einen berufsfähigen, akademischen Abschluss nachholen kann". Das wäre nach einer möglichen zweiten Legislaturperiode als Landrat nicht mehr der Fall. Auf Facebook hat Adam zudem erklärt, er fühle sich als Politiker wie im goldenen Käfig. Der Druck, kein fertiges Studium zu haben und sich dadurch von der Politik abhängig zu machen, habe auch ein glückliches Privatleben verhindert.

Deshalb will Adam am 30. November als Landrat ausscheiden, aber bis dahin "mit ganzer Energie weiterhin für die Interessen des Landkreises Regen arbeiten".

Gespräche um neuen Kandidaten ab dieser Woche

Adam hatte seine Entscheidung der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Rita Röhrl und dem SPD-Kreistagsvorsitzenden Erich Muhr mitgeteilt. Beide bedauern seine Entscheidung und erklären schriftlich, man respektiere grundsätzlich diese Lebensplanung von Michael Adam. Sie sei auch verständlich. Die SPD werde auf jeden Fall einen Landratskandidaten stellen und dazu schon diese Woche Vorbereitungsgespräche führen.

Neue Chancen könnten sich jetzt auch die kleineren Parteien ausrechnen und jemanden aufstellen. Der Landratskandidat der CSU, Stefan Ebner, dagegen sagt, für ihn ändere sich wenig, denn er habe von vornherein für den Landkreis und nicht gegen den Amtsinhaber antreten wollen.


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Kommentare

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Sepp, Montag, 20.März, 18:42 Uhr

7. Schade!

einfach war es nie mit ihm, aber gerade das macht einen guten Politiker vielleicht auch aus. Dass man sich nicht gängeln lässt, dass man seinen Weg geht, auch wenn es unbequem ist. Die Ämter haben ihn sichtlich verändert. Vielleicht hat er früh genug die Reißleine gezogen. Schade, dass so ein Talent nicht mehr aus sich machen konnte, aber vielleicht kommt das ja noch.

Josef, Samstag, 18.März, 23:08 Uhr

6. Unreif und keine Peilung

Was soll man da sagen. Ist da was im Busch? Bin dann mal weg. Dann kann mir keiner was und ich muss auch nicht zurück treten.
Um die Wähler geht es leider schon lange nicht mehr, Populismus, Karriere, Selbstgefälligkeit und auf die große Bühne steigen.
Solide Arbeit sieht anders aus. Da braucht man Durchhaltevermögen, Beständigkeit und ein klares Ziel vor Augen.
Mal schnell Vollgas um die Kurve, dreimal überschlagen und dann wundern das nicht alles so läuft wie man sich es gedacht hat.
Erst ein Spieler, dann ein Alkoholiker, was wird wohl der nächste Landrat sein. Ein Kleptomaniker.
Oh Mann, armes Bayern, armes Deutschland.
See you in Kindergarten.

Barbara, Samstag, 18.März, 12:15 Uhr

5. Es gibt zu viele Politiker, die selber keinen qualifizierten Schulabschluß

und kein Examen haben, die jedoch von den Arbeitslosen verlangen, daß sie sich "qualifizieren" sollten! In Wirklichkeit sind viele Arbeitslose oft besser qualifiziert als so manche Politiker ohne Schulabschluß und ohne Examen.

Turan Fettahoglu, Freitag, 17.März, 21:59 Uhr

4. So jemand kommt wieder

Klar ist: wenn Adam ein Examen machen will, sollte er nicht lange fackeln. Aber was macht man mit einem Abschluss in Politologie? Natürlich Politik. Wetten, dass Michael Adam danach weiter / wieder Politik machen will?

Seppl, Freitag, 17.März, 20:52 Uhr

3. Ein kleiner Nachruf auf den Politiker Adam

Adam war ja schon eine schillernde Figur: er wurde sehr jung zum Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein gewählt, dann wurde er Landrat von Regen und das, obwohl er, wie er selber sagte: "vieles war, was man nicht sein darf in Bayern: evangelisch, ein Sozi und schwul". Bei den Bayerwäldlern kommt es halt immer drauf an, was für ein Kerl man ist. Wer was taugt, kann sonst sein was er will. Gut so!

Dass er den Landessozis mal kräftig die Leviten gelesen hat, hat ihn noch symphatischer gemacht, auch wenn er an der Beamtenmentalität dieser Partei letztlich abgeprallt ist. Ude hat ihn kräftig rasiert: da könnte ja jeder kommen.

Zuletzt hat er mit seiner Alkoholsucht zu tun gehabt und jetzt will er sein Studium abschließen: ein Politiker, der sein Amt aufgibt (das er, wie viele, ohne Abschluß bekommen hat) und der was gscheits lernt: Respekt. Das gibts selten. Ob auch Umfragen eine Rolle spielen, das weiß ich nicht.

Ich wünsch ihm alles Gute!

  • Antwort von Bodenmais, Samstag, 18.März, 10:53 Uhr

    Er war Bürgermeister von Bodenmais, wo er herkommt. Nicht von Bayerisch Eisenstein.