Niederbayern

Donauausbau "Schiffe müssen sich dem Fluss anpassen"

Damit die niederbayerische Donau besser befahren werden kann, muss sie laut EU-Regionalkommissar Johannes Hahn nicht zwingend ausgebaut werden. Man solle lieber die Schiffe dem Fluss anpassen, und nicht umgekehrt.

Stand: 29.11.2012
EU-Regionalkommissar Johannes Hahn | Bild: picture-alliance/dpa

Das Europäische Parlament finanziert eine Studie, die sich mit der Konstruktion eines "Donauschiffes" befasst, sagte Hahn gestern bei der EU-Konferenz zur Donauraumstrategie dem BR. Die Studie betrachte beispielsweise neue Erkenntnisse zu Materialien und zum "Unterwasserschiffsbereich". Die Probleme mit den Wassertiefen würden damit ebenso berücksichtigt wie die Erfordernisse, "entsprechende Volumina zu transportieren". Von dieser Studie seien demnächst spannende Erkenntnisse zu erwarten.

Die Studie kommt der Forderung Hahns, dass sich die Schiffe an die Donau anpassen müssten, entgegen:

"Wir sollten in erster Linie versuchen, die Schiffe der Donau anzupassen und nicht den Fluss den Schiffen."

Johannes Hahn, EU-Regionalkommissar

Peijs fordert rasche Lösung

Karla Peijs, EU-Koordinatorin für Binnenschifffahrt

Die EU-Koordinatorin für Binnenschifffahrt, Karla Peijs, forderte am Rande der Regensburger Konferenz eine rasche Lösung in der Diskussion um den Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen. Sie sei nicht daran interessiert, mit welcher Variante die Donau ausgebaut werde, so die Niederländerin. Wichtig sei, dass es eine gemeinsame Lösung in der emotional geführten Debatte gebe. Die Donau müsse an 300 Tagen im Jahr zuverlässig befahrbar sein, nur dann handle es sich um eine wirkliche europäische Strecke, nur dann werde der Ausbau von der EU gefördert.

"Erst dann kommen wir mit Geld. Wenn es keine europäische Strecke ist, dann gibt es kein europäisches Geld."

Karla Peijs, EU-Koordinatorin für Binnenschifffahrt

Ob die geforderte Zuverlässigkeit auch ohne Staustufen-Ausbau erreichbar ist, wollte Peijs nicht einschätzen.

Über 100 Demonstranten von Bund Naturschutz und anderen Umweltgruppen demonstrierten am Rande der EU-Donaraumkonferenz vor Schloss Sankt Emmeram für eine frei fließende Donau.

Merkel äußert sich nur knapp

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nur knapp: "Die ökologische Komponente ist verstanden", man müsse die unterschiedlichen Positionen zusammenbringen. Der Donauausbau habe sie schon in ihrer Zeit als Umweltministerin beschäftigt, erinnerte sich Merkel. Richard Mergner vom Bund Naturschutz hatte angemahnt, die Donau nicht nur als Wasserstraße, sondern auch als Lebensader zu begreifen. Ministerpräsident Horst Seehofer will bis zu seiner Donau-Tour am 10. Dezember keine Stellung nehmen.

Wesentliche Ergebnisse der EU-Studie zum Donauausbau wurden in der vorigen Woche in Straubing vorgestellt. Danach sind sowohl der "sanfte" Donauausbau als auch der Ausbau mit einem Stauwehr wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch beherrschbar.


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