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Niederbayerischer Landrat Martin Neumeyer fordert "Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen"

Der Kelheimer Landrat Martin Neumeyer hat sich für mehr Tempo im Wohnungsbau ausgesprochen – nicht nur im Hinblick auf die Unterbringung von Flüchtlingen. Er will, dass die Auflagen beim Bau abgespeckt werden.

Von: Nina Landhofer

Stand: 29.07.2017

M artin Neumeyer | Bild: BR

Jetzt zeigten sich die Auswirklungen der falschen Wohnungspolitik in den letzten Jahren mit voller Wucht, so Martin Neumeyer (CSU). Neumeyer war der erste Integrationsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung. Seit September 2016 ist er Landrat im niederbayerischen Landkreis Kelheim.

"Das ist wirklich ein Riesenproblem. Und wenn ich nur anschaue, was in meinem Landkreis ist, allein im Flüchtlingsbereich, von der Anerkennungsquote, von der Fehlbelegerquote: Das wären hunderte von Wohnungen. Nur: die haben wir nicht, und wenn wir sie haben, dann sind sie zu teuer."

Martin Neumeyer (CSU), Landrat Kelheim

So schaffen wir das nicht!

Baustelle in Markt Schwaben

Wohnraum sei in vielen Regionen Bayerns so teuer, dass auch Menschen mit mittlerem Einkommen kaum mehr Wohnungen finanzieren könnten. Sowohl München als auch Berlin hätten in den letzten Jahren versäumt, hier politisch die richtigen Weichen zu stellen, erklärte Neumeyer. Zudem kritisiert der Kelheimer Landrat die Bürokratie, die innovative, schnelle Lösungen unmöglich mache.

"Wir haben wahnsinnig hohe Auflagen beim Wohnungsbau, bei Brandschutz. Man muss flexibler sein, manches auch abspecken, wenn Sie mich fragen, das schaffen wir nie in Deutschland."

Martin Neumeyer (CSU), Landrat Kelheim

Problembär Bürokratie

Sozialer Wohnungsbau in Bayern

Statt einer kreativen Lösung des Problems befürchtet Martin Neumeyer, dass die Bürokratie in den nächsten Jahren Probleme auf dem Wohnungsmarkt verschärfen wird und damit auch die Integration von Flüchtlingen erschwert.


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Wolpertinger, Montag, 31.Juli, 19:48 Uhr

24. Idiotie hoch 3!

Wie kann man Tausende von Ausländern nach Bayern zur Daueransiedlung einladen, wenn man nicht mal genug bezahlbare Wohnungen für die eigene Bevölkerung hat? Ihr kommt doch nie nach mit dem Neubau! Vielleicht ist die nächste Stufe, die Leute über 80 zu erschießen, damit genug Platz für die Neubürger wird?

Gretchen, Samstag, 29.Juli, 18:10 Uhr

23. Macht euch ehrlich!

Neumeyer hat Recht. Wenn der Wohnungsbau nicht vorankommt, kann Integration nicht gelingen.

Fehlende Wohnungen sind aber nicht das einzige Integrationshindernis.

An erster Stelle steht die Einstellung der Zuwanderer. Sie müßten sich integrieren wollen und sie müßten verstehen, was das bedeutet.

An zweiter Stelle steht ein ehrlicher Umgang mit den Fragen der Zuwanderung. Warum kommen die Menschen zu uns? Was erwarten sie von einem Leben in diesem Land? Was erwarten die Bürger dieses Landes von den Zuwanderern? Wie sieht es mit den Interessen der einzelnen Gruppen aus, die von Zuwanderung tangiert sind? Was kostet die Zuwanderung?

Die meisten dieser Fragen werden tabuisiert. Es wird nicht ehrlich damit umgegangen, sondern es wird mit teils völlig abstrusen Thesen irgend etwas unterstellt, das der Wirklichkeit in keiner Weise entspricht. Sozialromatische Vorstellungen auf die Einwanderer zu projizieren und sie zu verklären hilft genau so wenig, wie Vorurteile.

Krischan, Samstag, 29.Juli, 16:00 Uhr

22. Alles Lug und Trug

Ist man wirklich an mehr Wohnraum interessiert? Und wenn ja, für wen eigentlich? Sicher nur für die, die sich ihn leisten können. Anders ist es nicht zu erklären, dass Liegenschaften der ehemals in Bayern angesiedelten Streitkräfte (US & BW) der Abrissbirne hingegeben werden, um dort dann Neues zu errichten. Siehe exemplarisch in Schweinfurt Askron Manor. Das ist eine Programm zur Förderung der Wirtschaft (Bau und Bank) , welcher ich grundsätzlich nicht abgeneigt bin. Doch werden hier künstlich und gewollt dutzende Schuldverhältnisse aneinander gereiht. Am Ende verdient immer die Bank. Mit Bestandsimmobilien verdient man offenbar zu wenig. Ach ja. Mit Geld steuert man ja auch Menschen. Jene die sich die Bauten leisten können, die sieht man gern. Sowas nennt sich dann Stadtentwicklung.

  • Antwort von Wolfgang, Samstag, 29.Juli, 17:51 Uhr

    @@ Krischan, Zustimmung, so ist es leider, siehe Konstanz auch.

    1988 wurden dort ca. 200 stadtnahe Wohnungen für Offiziersfamilien der französischen Armee grundsaniert.

    1991 Schliessung der Garnision und Abzug.

    Im Stadtrat die Frage waum diese bundeseigenen Wohnungen nicht sofort vermietet oder verkauft werden.

    Ein FDP-Stadtrat verplapperte sich:

    "Das geht nicht, wenn 200 Wohnungen sofort auf den Markt kommen, dann verfallen die ( überhöhten und so gewünschten ) Immobillienpreise"!

Squareman, Samstag, 29.Juli, 15:49 Uhr

21. Verschleudert

Tatsache ist doch das nicht nur seit Jahren zuwenig Wohnraum geschaffen wird, die Kommunen haben auch günstigen Wohnraum an windige Investoren verschleudert. Als Beispiel will ich nur den Deal von Herrn Soeder nennen. Das hat ihm aber nicht geschadet. Vielleicht sollte man das wohnen auf dem Land attraktiver machen denn da gibt es noch bezahlbaren Wohnraum. Aber da fehlt es an Arbeitsplätzen, Internetanschluss, Nahverkehr usw..

  • Antwort von IH, Samstag, 29.Juli, 18:40 Uhr

    Also, selbst bei uns in der tiefesten Rhön haben wir Internet und verlassen uns nicht mehr auf Brieftauben ... ;-) Und tatsächlich ziemlich schnelles.

    Das mit dem Nahverkehr und den Arbeitsplätzen ist leider aber nur allzu wahr. Mir graut es schon, wenn ich mit dem Studium fertig bin und mich entscheiden muss zwischen Wohnqualität und interessantem Arbeitsplatz ...

Fossil, Samstag, 29.Juli, 15:29 Uhr

20. Landrat

Ich glaube, der Herr hat einen etwas seltsamen Blick auf die Situation. Warum soll hierzulande komplette Versiegelung erfolgen, gegen die sich sonstige EU-Partner vehement stemmen, obwohl dort um einiges mehr Wohnmöglichkeiten wären. Die Mieten sind jetzt schon kaum mehr bezahlbar und die Luft wird immer schlechter, ebenso das Wasser. Es muss möglich sein, Flüchtlinge, und hier meine ich Wirtschaftsflüchtlinge, zurück zu schicken, damit sie ihr Land vorwärts bringen. Die Arbeitsplätze hierzulande, die, wie es aussieht, durch konsequentes Angreifen verschiedenster Sparten, werden sich reduzieren .Auch stellt sich die Frage, wo sollen Lebensmittel herkommen, Herr Landrat, wenn Sie alles zubauen wollen. Ursache und Wirkung sind gegeneinander abzuwägen. Essen, made in China, fände ich persönlich grenzwertig. Man kann nicht every bodies darling sein!

  • Antwort von Hans Holtz, Montag, 31.Juli, 19:50 Uhr

    Der Herr Landrat war ja mal Integrationschef. Da ist doch seine Vorliebe bereits klar, oder? Meine Güte, was habt ihr den auch gewählt?