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Rechtschreibung Der Duden hat Zuwachs bekommen

Der neue Duden ist da: 5.000 Wörter wie Abrissparty, Brexit und postfaktisch fanden erstmals Aufnahme in das Standardwerk der deutschen Sprache. Damit ist der neue Duden auch ein Spiegel der Zeit.

Von: Peter Solfrank

Stand: 07.08.2017

Der neue Duden | Bild: picture-alliance/dpa|Britta Pedersen

Der Duden wird dicker. Etwa 5.000 Begriffe wurden neu in das Standardwerk zur deutschen Rechtschreibung aufgenommen. Herausgefallen sind dagegen so gut wie keine Wörter, so der Duden-Verlag:

"Der Duden wird einfach nur dicker."

Nicole Weiffen, Duden-Verlag

Ein Spiegel der Zeit

Selfe als Wort im neuen Duden

Auf 1.264 Seiten ist der Duden nun angewachsen. Er bildet mit den neu aufgenommenen Wörtern den Wandel in der deutschen Sprache ab. Beispiele sind: Cyberkrieg, Darknet, facebooken, Klickzahl, liken, Selfie, Tablet und tindern. Die aktuelle Politik findet ihren Niederschlag in neu aufgenommenen Begriffen wie Flüchtlingskrise, Lügenpresse oder Kopftuchstreit.

Wortschatz hat sich vervielfacht

Der neue Duden

1880 erschient das "Vollständige Orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache" zum ersten Mal. Damals enthielt der Duden 27.000 Stichwörter. Heute sind es 145.000, also rund fünf Mal so viele.

Wie arbeiten die Hüter der deutschen Sprache?

Fake-News als Wort im neuen Duden

Mit enthalten im neuen Duden auch das Wort "postfaktisch". Es war das Wort des Jahres 2016. Und dürfte mindestens solange die Ära des US-Präsidenten Donald Trump währt, noch intensiv in Gebrauch bleiben. Tatsächlich denkt die Redaktion erst dann darüber nach, ein neues Wort aufzunehmen, wenn es über ausreichend lange Zeit zum Sprachgebrauch der Deutschen gehört.

Premiere für das große "ß" - aus für die "Majonäse"

Geändert hat sich auch das offizielle Regelwerk zur Rechtschreibung. Es ist in der nun erscheinenden 27. Auflage enthalten. Danach ist beim Buchstaben "ß" jetzt die Großschreibung möglich.

Ebenso darf man nun wahlweise zur "goldenen Hochzeit" oder zur "Goldenen Hochzeit" gratulieren. Oder sich "im neuen Jahr" oder im "Neuen Jahr" treffen. Nicht mehr erlaubt sind indes die eingedeutschten Schreibweisen Majonäse, Ketschup und Anschovis.

Für den gesamten deutschsprachigen Raum verbindlich

Damit die Ende Juni veröffentlichten Änderungen wirksam wurden, mussten staatliche Stellen in Österreich, der Schweiz, in Liechtenstein sowie Vertreter der deutschsprachigen Minderheiten in Belgien und in Italien (Südtirol) zustimmen.


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Barbara, Montag, 07.August, 16:41 Uhr

1. Wörter, wie "Abriss" könnte man getrost auch mit "ß" schreiben

weil es keine sinnvolle Schreibregel gibt, die zwei "ss" erforderlich macht. Die Umstellung auf "ss" war unnötig, widersinnig, schreibaufwendiger und allenfalls "psychologisch" initiiert! Vieles, was im neuen Duden steht, kann getrost "abgerissen" werden. Allein wegen der skandalösen und mißglückten "Rechtschreib-Reform" muß ständig nachgebessert werden, was zu immer neuen Auflagen führt! Das geschieht nicht aus Liebe zur deutschen Sprache, sondern aus reinem Geschäfts-Interesse. Konrad Duden hätte sicherlich den vielen Müll schon wieder entrümpelt!