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Dammbruch in Texas Hurrikan "Harvey" sorgt weiter für Chaos

"Sofort raus jetzt" - Nach einem Dammbruch an den Columbia-Seen südlich von Houston haben die Behörden die Anwohner aufgefordert, das Gebiet sofort zu verlassen. Tropensturm "Harvey" sorgt in Texas weiter für Chaos. Derzeit besucht US-Präsident Trump die Region.

Stand: 29.08.2017

Überschwemmungen in Corpus Christi | Bild: picture-alliance/dpa

Neuer Schreckmoment im Unwetter-Gebiet: Ein Damm südlich von Houston gab dem Druck der Wassermassen nach. Der Kreis Brazoria erklärte: Ein Richter habe eine verbindliche Evakuierungsanordnung für alle Anwohner erlassen. Es gebe nur eine einzige Straße, über welche die Gegend verlassen werden könne, und auch diese Straße könnte bald überschwemmt sein. Die Behörden empfahlen den Abreisenden, eine Notunterkunft im Landkreis Bell in rund 370 Kilometer Entfernung anzusteuern.

Trump versucht Fehler von Bush zu vermeiden

Am Abend ist US-Präsident Trump in der Region angekommen. Er macht sich zusammen mit seiner Frau Melania ein Bild von der Lage. Trump landete in der Küstenstadt Corpus Christi, die in der Nacht vom Freitag voll von "Harvey" getroffen worden war.

Für Donald Trump ist der schwere Tropensturm "Harvey" die erste große nationale Krise. Der US-Präsident ließ in den vergangenen Tagen keine Gelegenheit aus, sich als entschlossener Macher zu präsentieren. Damit will er mit aller Macht versuchen, einen Fehler wie sein Amtsvorgänger George W. Bush während des Hurrikans Kathrina 2005 zu vermeiden.

Trump spart Houston aus

Der Präsident tritt in diesen Tagen, in denen der Tropensturm "Harvey" in Texas wütet und schon mehrere Menschen das Leben gekostet hat, sehr entschlossen auf. Immer wieder ließ er sich am Wochenende von seinen Mitarbeitern über die Lage informieren. Er telefonierte, er twitterte. Ein ums andere Mal lobte er die Arbeit der Rettungskräfte. Mehrmals wandte er sich an die Menschen in Texas, sprach ihnen Mut zu.

Von einem Besuch in den besonders heftig getroffenen Gegenden will er bei seinem Besuch aber absehen, um die Rettungsarbeiten nicht unnötig zu stören. Denn "Harvey" wütet weiter. Das volle Ausmaß des verheerenden Sturms ist noch unklar. Und: Es regnet nach wie vor. Die Hochwasserpegel steigen immer höher. Mancherorts stehen die Häuser bis zum Dach unter Wasser, Straßen gleichen Kanälen. Besonders betroffen ist die Millionenmetropole Houston, die viertgrößte Stadt der USA.

Im Kongresszentrum der Stadt sind mittlerweile 7.000 Menschen untergekommen, die ihre Häuser verlassen mussten. Ausgelegt war die Notunterkunft eigentlich nur für 5.000 Menschen. Manche müssen auf Stühlen oder gar auf dem Boden schlafen.

Katastrophenwarnung auch in News Orleans und Louisiana

Während Texas mit den Verwüstungen und Überschwemmungen kämpft, bereitet sich auch der östlich gelegene Nachbarstaat Louisiana auf verheerende Fluten vor. In New Orleans sollen Schulen und Behörden geschlossen bleiben, wie die Verwaltung der größten Stadt des US-Bundesstaates anordnete. Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen. Er riet ihnen, Nahrung, Wasser und Medikamente für mindestens drei Tage vorrätig zu haben. Bereits am Montag hatte Trump den Ausnahmezustand für Louisiana ausgerufen.

Hilfe der Sportstars

Unterstützung für die Opfer des Hurrikans Harvey kommt auch von den Basketballern und Baseballern aus Houston. Jeweils vier Millionen Dollar - umgerechnet 3,34 Millionen Euro - spenden die Houston Rockets aus der NBA und die Houston Astros aus der MLB. Die Klubs schlossen sich damit einem Aufruf des Bürgermeisters Sylvester Turner an.

"Unsere Herzen sehen die Verwüstung, die so viele unserer Freunde, Familien und Nachbarn erleiden müssen."

Rockets-Eigentümer Leslie Alexander

In den USA setzen sich derzeit viele Sportler für die Hurrikan-Opfer ein und sammeln Spenden. Die Astros sind selbst von der Katastrophe betroffen. Aufgrund der enormen Regenfälle musste das Baseball-Team seine Serie gegen die Texas Rangers von Houston nach Florida verlegen. Die Partien am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag werden im Tropicana Field in St. Petersburg, der Heimstätte der Tampa Bay Rays, ausgetragen.


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