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Verbrannt statt recycelt Mehr Müll statt Mehrweg

Müll aus dem gelben Sack wird oft nicht wiederverwertet. Fast die Hälfte von diesen Kunststoff- und Metall-Abfällen wird verbrannt und nicht recycelt. Das teilte die Bundesregierung mit. Macht Mülltrennung so überhaupt Sinn?

Stand: 18.10.2016

Mitarbeiter der Stadtreinigung werfen Gelbe Säcke in Bamberg in einen Müllwagen.  | Bild: picture-alliance/dpa

Fast die Hälfte der in Deutschland im gelben Sack und in der gelben Tonne gesammelten Verpackungsabfälle werden im Anschluss nicht wiederverwertet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Demnach landeten 2014 rund 44,1 Prozent der Verpackungen in einer Müllverbrennungsanlage und nicht im Recyclingzyklus. Im Vorjahr seien es 45,6 Prozent gewesen. Die Daten stammen von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung. Im gelben Sack und der gelben Tonne werden unter anderem Verpackungen aus Kunststoff und Metall gesammelt.

Recycling-Quote bei nur 22,5 Prozent

Die deutsche Verpackungsverordnung sieht beispielsweise für Kunststoffe eine Recycling-Quote von 22,5 Prozent vor - viel zu niedrig, kritisieren Grünen-Politiker. Die Quote müsse dringend vom Gesetzgeber erhöht werden, sagt die Vorsitzende des Bundestag-Ausschusses für Umwelt, Bärbel Höhn (Grüne).

"Man fühlt sich als Mülltrenner sehr schnell veräppelt, wenn ein großer Teil des Mülles wie bei der grauen Tonne in der Verbrennung landet."

Die Vorsitzende des Bundestag-Ausschusses für Umwelt, Bärbel Höhn

Im Entwurf eines bundesweiten Verpackungsgesetzes ist bisher keine Erhöhung der Recycling-Quote für Kunststoffe vorgesehen.

Infografik


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Motzki, Dienstag, 18.Oktober, 16:48 Uhr

2. Mülltrennung muß dringend reformiert werden

Da sprechen die GrünInnen ein wichtiges Thema an. In der Tat fühlt man sich als Mülltrenner von diesem System veräppelt.
- warum soll ich meinen Müll säuberlich trennen, wenn in meinem Mehrfamilienhaus die Mehrheit nicht willens oder nicht in der Lage ist, ihren Müll zu trennen? Gibt ja dann eh eine Sonderabholung mit Extrakosten. (ein anderes Thema ist, wie sinnvoll diese Sonderabholungen sind, wenn eh alles verbrannt wird)
- warum soll der Einzelne seinen Müll trennen, wenn es doch längst Technik gibt, die das zentral in der Müllverbrennung viel besser macht als der (unwillige, siehe oben) Mensch? Man müßte diese Technik nur mal richtig einsetzen wollen (und dem Lobby-Geschrei des Grünen Punktes nicht zuhören).
- warum überhaupt Müll trennen, wenn Plastikabfälle doch verbrannt werden, weil der Restmüll nicht brennt?

Kurzum, das System bedarf dringend einer Reform. Aber sinnvoll, und nicht so, wie sich die GrünInnen das offenbar vorstellen.

Erich, Dienstag, 18.Oktober, 16:34 Uhr

1. Wenn man das Zeugs nicht verbrennen würde,

dann müsste man mit Gas die Müllverbrennung zusätzlich anheizen, weil der Restmüll kaum noch brennt.