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Galadinner in München Respektvolles Fernbleiben

Sie fehlten, und das fiel auf: Einige US-Senatoren, die anlässlich der Sicherheitskonferenz in München waren, fehlten beim traditionellen Dinner in der Münchner Residenz. Ein Boykott wegen Horst Seehofers Moskau-Reise? US-Senator John McCain dementiert.

Von: Clemens Verenkotte

Stand: 15.02.2016

Gäste beim Empfang von Horst Seehofer in der Residenz anlässlich der 52. Sicherheitskonferenz | Bild: picture-alliance/dpa

US-Senator John McCain bemüht sich, die politische Brisanz der Abwesenheit der amerikanischen Kongressmitglieder bei dem gestrigen traditonellen Abendessen des bayerischen Ministerpräsidenten zu entschärfen: Er habe großen Respekt vor der Münchner Sicherheitskonferenz als Institution, sagte McCain am frühen Nachmittag auf Anfrage gegenüber ARD und ZDF.  Von einem Boykott wisse er nichts.

"Nein, wir haben das auf keinen Fall getan. Wir haben zuviel Respekt für die gesamte Konferenz hier, ich denke, das ist die beste Konferenz in der Welt und wir würden hier nichts Respektloses tun."

John McCain

Allerdings, so berichten übereinstimmend mehreren Quellen aus deutschen Parlamentskreisen, hätten sich die US-Senatoren aus Verärgerung über die Reise Seehofers nach Moskau sowie dessen gestrigem Treffen mit dem russischen Ministepräsidenten Medwedew verabredet, dem abendlichen Galadinner fern zu bleiben.

US-Senator McCain sowie zahlreiche mitgereiste Senatoren betrachten mit Blick auf die Ukraine-Krise die Aufrechterhaltung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland als unverzichtbar. Die US-Botschaft erklärte, es hätten hochrangige Vertreter der US-Regierung an dem traditionellen Dinner anlässlich der Sicherheitskonferenz teilgenommen, darunter der amerikanische Botschafter Emerson sowie Generäle der US-Streitkräfte. 


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Thomas, Montag, 15.Februar, 08:54 Uhr

17. Europa zwischen den "Supermächten".

Wie immer auch das ein oder andere umschrieben oder dementiert wird, Fakt ist das Europe nach wie vor zwischen den Supermächten steht. Ein Spielball der geo-strategischen Interessen, das war Europa während des kalten Krieges und das ist Europa seit dessen Ende.

Ausgerechnet Mister McCain, der ja auch sonst eher einer derjenigen ist der gerne in "schwarz-weiß-Kategorien" denkt und spricht, ganz in Manier des früheren US-Präsidenten G.W. Bush jr. (Freund/Feind Schubladen), ist einer Neuauslegung der Pläne zum Weltfrieden alles andere als "geeignet".

So manche anti-amerikanischen Kommentare hier stimmen mich dennoch sehr nachdenklich, vor allem wenn so mancher die "Segnungen des Stalinismus" (ja, auch das war mal "Russland"), lieber mal "ausklammern" möchte. Ein gutes Verhältnis zu Russland ist im großen europäischen Sinn wünschenswert, jedoch würde ich die Vertrauenswürdigkeit von Präsident Putin schon sehr mit Vorsicht "genießen".

Horst Schnell, Sonntag, 14.Februar, 23:35 Uhr

16. Mehr Selbstbestimmung ertrotzt

Seehofer ist zu danken für seinen Mut, das zu tun, was für Bayern und Deutschland zählt: Gute Wirtschaftsbeziehungen zu Russland pflegen, wie sie seit Jahrhunderten durch wechselseitige Migration hochrangiger Persönlichkeiten, wechselseitigen Kultur-, Bildungs- und Technologietransfer und wechselseitigen Handel bestehen; sie sind die Grundlage für gutes Leben. Ständige US-Kriege zerstören gutes Leben rund um den Globus: Dresden, Hiroschima, Vietnam, Chile, Afghanistan, Libyen, Syrien, Ukraine, Moldawien. Ami go home! Seehofer hat ein wenig davon geschafft. Immerhin. Die die vielen US-geschädigten und von US-Zinsen ausgesaugten Völker der Erde haben Grund zur Freude. Freuen wir Bayern uns mit ihnen!

Stefan S, Sonntag, 14.Februar, 18:35 Uhr

15. Sie gehen uns nicht ab

Es ist mir so was von egal, dass die US Amerikaner fernblieben. Für uns sind tragfähige Beziehungen zu Rußland ohnehin wichtiger. Die scheinheilig "Frieden und Menschenrechte" rufende Amerikaner tun das nur, wenn es ihnen in den Kram passt und ihre Interessen betrifft und wollen uns und Europa eh nur schwächen, denn: je schwächer Europa, umso stärker die USA. Das war schon immer so. Nicht umsonst wollen die uns TTIP und andere "Segnungen" andrehen, nur um uns in der Hand zu haben. Deshalb: Sie fehlen uns nicht. Wichtig ist Einvernehmen mit Rußland, und das hat in Deutschland seit Jahrhunderten - die Kriegstragödien einmal ausgeblendet- gute Tradition. In der Summe war die Zusammenarbeit mit Rußland immer stärker, auch wenn dort keine Heiligen regieren. Und: Sind wir, die wir Waffen liefern usw., denn Heilige?

Kalle, Sonntag, 14.Februar, 17:52 Uhr

14. Ohne Amis schmeckt das Essen eh besser

Vielleicht möchte man auch gar nicht mit den Kriegstreibern der USA an einem Tisch zusammensitzen. Da bleibt einem nämlich das Essen im Hals stecken.

  • Antwort von Wolf, Sonntag, 14.Februar, 18:48 Uhr

    Ach,aber dass man Putin bayrische Hubschrauber verkaufen will dient nur dem Frieden und der Völkerverständigung? Da bleibt mir nämlich der Kaviar im Halse stecken.....und auch bei ihrer "Vereinfachung " der Weltpolitik,die ist halt auch so einfach bayrisch,gell.

Wolfgang Kuhn, Sonntag, 14.Februar, 17:43 Uhr

13. Staatsempfang

Das Fernbleiben von US-Vertretern beim Staatsempfang hat leider gute Tradition. Das müssten auch die Redakteure des BR wissen. Wie naiv hier versucht wird, gegen Seehofers Moskau-Reise Stimmung zu machen, ist wirklich schon traurig. Sind wir eigentlich politisch selbstständig? Am besten reden wir nur noch mit den Politikern, die die richtige, d.h. unsere Meinung haben. So kommen wir sicher auf der Welt ganz weit...