Mittelfranken

Erlangen Siemens streicht Stellen

Kurz vor Weihnachten hat Siemens angekündigt, 1.100 Arbeitsplätze in der Energiesparte abzubauen. Betroffen ist auch der Standort Erlangen. Die Maßnahme solle aber sozialverträglich ablaufen, betonte ein Sprecher.

Stand: 21.12.2012
Siemens-Hauptverwaltung in Erlangen | Bild: picture-alliance/dpa

Bis Oktober 2013 solle der Arbeitsplatzabbau abgeschlossen sein, sagte der Siemens-Sprecher. Nach Möglichkeit wolle der Konzern auf Kündigungen verzichten. "Wir wollen das sozialverträglich machen. Wir suchen freiwillige Lösungen", so der Sprecher weiter. Er bestätigte Gespräche mit Arbeitnehmervertretern. Wie viele Stellen in Erlangen betroffen sind, ist noch unklar.

Kraftwerke als Sorgenkinder

Die Energiesparte soll gut die Hälfte des sechs Milliarden Euro schweren Sparpakets beisteuern. Vor allem bei fossilen Kraftwerken sowie im Öl- und Gasgeschäft bestehe Handlungsbedarf, betonte der Konzernsprecher. Das Geschäft mit Dampfturbinen für Kohlekraftwerke in Europa und den USA sei praktisch zum Erliegen gekommen. Die Hauptkunden in China und Indien würden nicht aus Deutschland beliefert, sondern über Lizenzen.

Abschreibungen bringen Verlust

Die Energiesparte von Siemens leidet unter einem Auftragseinbruch. So fahre der Konzern sein Geschäft mit konventionellen Atomkraftwerken herunter, sagte der Sprecher. Außerdem gingen wegen der EU-Sanktionen gegen Iran Aufträge im Öl- und Gasgeschäft verloren. Abschreibungen bei einem finnischen und einem iranischen Atomkraftwerk hätte Siemens eine halbe Milliarde Euro gekostet.

Auslagerungen statt Kündigungen

Nach Berechnungen der IG Metall will Siemens in den nächsten beiden Jahren rund 5.100 Arbeitsplätze abbauen. Weitere 1.400 Stellen sollen ausgelagert werden oder durch Verkäufe an andere Firmen bei Siemens wegfallen, so die Gewerkschaft. Betriebsbedingte Kündigungen seien im Prinzip ausgeschlossen. In bestimmten Fällen könne Mitarbeitern aber mit Zustimmung von Betriebsrat und Gewerkschaft gekündigt werden. Im vergangenen Jahr hatte Siemens die Zahl der Mitarbeiter im Kerngeschäft in Deutschland im vergangenen Jahr auf 119.000 erhöht.


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