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1,5 Millionen vom Freistaat Videoüberwachung in Nürnberger und Fürther U-Bahn

Der Freistaat unterstützt den Ausbau der Videoüberwachung in der Nürnberger und Fürther U-Bahn mit 1,5 Millionen Euro. Das gab Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bekannt.

Von: Oliver Tubenauer

Stand: 19.05.2017

Überwachungskamera vor großem Auge | Bild: pa/dpa

Die Maßnahme ist Teil des "Sofortprogramms Innere Sicherheit", welches der Ministerrat bereits im Januar beschlossen hatte. In nächster Zeit soll die Zahl der Videokameras im Bereich der U-Bahn von derzeit 229 auf insgesamt 667 annähernd verdreifacht werden. So sollen künftig die gesamten U-Bahn-Bauwerke einschließlich der Verteilergeschosse flächendeckend überwacht werden.

Abwehr in zweierlei Hinsicht

Herrmann sieht in der Maßnahme nicht nur ein Instrument zur Abwehr der Terrorgefahr. Die Kameras hätten auch abschreckende Wirkung auf gewöhnliche Kriminelle und seien bei der Aufklärung von Straftaten von großer Bedeutung, so Herrmann am Freitag (19.05.17).

80% der Fälle aufgeklärt

So sei die Zahl der "Rohheitsdelikte" im Nürnberger ÖPNV im vergangenen Jahr zwar um mehr als ein Viertel angestiegen. Umgekehrt habe man aber rund 80 Prozent dieser Fälle aufklären können – auch durch die bereits bestehende Videoüberwachung. Von "Rohheitsdelikten" spricht die Polizei bei gewalttätigen Übergriffen.

Zu viel Material ist auch keine Lösung

Einer Totalüberwachung, wie sie beispielsweise in einigen britischen Städten betrieben werde, erteilte Herrmann dagegen eine Absage. Es mache keinen Sinn, Unmengen von Material zu sammeln, das man hinterher nicht mehr sichten könne, so Herrmann.

"Die Videoüberwachung in den U-Bahnhöfen stärkt zweifelsohne das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger."

Christian Vogel, Nürnbergs zweiter Bürgermeister

Kosten: Fünf Millionen

Insgesamt gehen Nürnberg und Fürth davon aus, dass die Aufrüstung rund fünf Millionen Euro kosten wird. Dabei soll die Stadt Nürnberg viereinhalb Millionen Euro aufbringen, Fürth eine halbe Million. Der Zuschuss von 1,5 Millionen soll dann entsprechend auf beide Städte verteilt werden.

Finanzieller "Nachschlag"?

In Nürnberg und Fürth hat man den Zuschuss dankbar aufgenommen. In einigen Monaten werde man sich allerdings wohl erneut über einen finanziellen "Nachschlag" unterhalten müssen, sagte Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung.

Bayernweites Konzept in Planung

Ende Juni will Innenminister Herrmann ein bayernweites Konzept zum Ausbau der Videoüberwachung vorstellen. Ein Schwerpunkt soll dabei die Ausweitung der mobilen temporären Videoüberwachung durch die Polizei sein, zum Beispiel bei großen Volksfesten.


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Ex CSU Wählerin, Samstag, 20.Mai, 14:04 Uhr

1. vor der Wahl............

Viele der Terrorattentäter waren vorher den Behörden bekannt, Anschläge wurden trotzdem verübt.
Diese Überwachung ist nun meiner Meinung nach eine Beruhigungspille vor den Wahl und überwacht wird die Bevölkerung.
Die Regierung hat diese in vielen Bereichen versagende Politik betrieben, jetzt inszeniert sie sich als Heiler der selbstverursachten Mißstände.
Mancher glaubt es dann sogar noch und wählt die "gleichen" wieder an die Macht.
Verstehen muß man das natürlich nicht mehr.
Diese Politiker, die diese Mißstände verursacht haben sind natürlich durch von der Bevölkerung bezahlte Personenschützer geschützt.