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Bahnunfall bei Nürnberg Massive Verspätungen nach Oberleitungsschaden

Wegen eines Oberleitungsschadens auf der Strecke zwischen Nürnberg und Allersberg ist der Bahnverkehr in der Region am Samstag zum Teil erheblich gestört worden. Am Stadtrand von Nürnberg hatte es auf einer Baustelle einen Unfall mit einem Verletzten gegeben.

Stand: 11.09.2016

Eine Oberleitung ist vor einem Zug zu sehen  | Bild: picture-alliance/dpa/ Federico Gambarini

Bei Bauarbeiten an einer Autobahnbrücke am Stadtrand von Nürnberg sei vermutlich ein Metallteil herabgefallen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Ein Arbeiter habe dabei einen Stromschlag erlitten und sich Verbrennungen zugezogen. In der Folge kam es bei der Bahn zu gravierenden Behinderungen.

Dutzende Zugausfälle

Dutzende S-Bahnen und Züge fielen nach dem Vorfall vom Vormittag aus oder waren erheblich verspätet. Bis zum Nachmittag war die Strecke einer Sprecherin zufolge überhaupt nicht, bis etwa 19.00 Uhr dann lediglich einspurig Richtung Ingolstadt befahrbar. Nachdem das Metallteil auf die Oberleitung gefallen war und einen Kurzschluss ausgelöst hatte, blieb ein Regionalexpress mit etwa 350 Reisenden liegen. Sein Stromabnehmer riss dabei die Oberleitung ab.

Keine Gefahr für Reisende

Der Zug wurde mit Hilfe Dutzender Rettungskräfte evakuiert; die Reisenden wurden mit Bussen zum Hauptbahnhof gebracht. Für sie habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Der Streckenabschnitt zwischen Nürnberg und Allersberg sowie der Streckenabschnitt zwischen Nürnberg und Neumarkt in der Oberpfalz hätten allerdings vorübergehend gesperrt werden müssen, erläuterte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Betroffen gewesen seien der Regionalverkehr mit Zügen und S-Bahnen sowie einzelne Züge des Fernverkehrs. Sie wurden über Stunden hinweg teilweise umgeleitet oder durch Busse ersetzt.

Hochzeit verpasst

Wie viele Züge letztlich betroffen waren, konnte die Bahn am Wochenende nicht sagen. Es entstanden jedoch massive Verspätungen, die für einige Passagiere weitreichende Folgen hatten. Während manche die Trauung enger Freunde um ein Haar verpassten, bangten andere um ihren Urlaub. In einem ICE von München nach Frankfurt zeigte ein Bahnmitarbeiter per Durchsage Verständnis und Hilflosigkeit zugleich: "Wir haben zwei Stunden Verspätung. Aber wir sind die Deutsche Bahn. Wir haben keinen Einfluss auf die Flüge am Frankfurter Flughafen."


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