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Reichparteitagsgelände Baumaßnahmen sollen 73 Millionen Euro kosten

Rund 73 Millionen Euro soll die bauliche Sicherung der Zeppelintribüne und des Zeppelinfeldes auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg kosten. Das gab das Hochbauamt der Stadt Nürnberg im Oktober bekannt.

Stand: 07.10.2016

Zeppelintribüne in Nürnberg | Bild: picture-alliance/dpa

Rund 60 Prozent der Bausumme entfallen auf die Zeppelintribüne und etwa 40 Prozent auf das Zeppelinfeld.

"Optische Modernisierung" wird vermieden

Musterflächen, die testweise saniert wurden

Um die Kosten möglichst genau ermitteln zu können, waren ausgewählte Musterflächen saniert worden. Finanziert wurde dieser Test durch die Stadt Nürnberg. Den dicksten Brocken an den Gesamtkosten machen mit fast 20 Millionen Euro die Steinmetzarbeiten aus. Entgegen ursprünglicher Prognosen kann an der Fassade der größte Teil der Originalplatten erhalten werden. Gleiches gilt für die Stufenanlagen. Somit, so das Hochbauamt, könne eine "optische Modernisierung" der Anlage vermieden werden.

Wallanlage wird verstärkt

Bei der Wallanlage, die das Zeppelinfeld mit den Türmen an drei Seiten umschließt, konnte durch Belastungsversuche die Standsicherheit nachgewiesen werden. Somit können sie Besuchergruppen weiterhin nutzen. Allerdings wird der Wall während der Sanierungsarbeiten verstärkt.

Vor Regenwasser schützen

Im Inneren der Tribüne und der Türme werden nur notwendige statische Sicherungen vorgenommen. Ein Problem stellt hier noch die hohe Feuchtigkeit dar. Durch eine kontrollierte Be- und Entlüftung soll die Konstruktion langsam wieder abtrocknen. Wichtig sei nun, so das Hochamt, das Mauerwerk gegen eindringendes Regenwasser von oben abzudichten.

"Goldener Saal" wird ganzjährig begehbar

Erstmals seit den 1960er Jahren sollen Besucher die Möglichkeit haben, ein Treppenhaus der Tribüne zu begehen. Dazu ist eine Überdachung notwendig. Um die Rahmenbedingungen dafür zu testen, steht bis 2017 auf der ehemaligen Pfeilergalerie noch ein provisorisches Gerüstdach. Im sogenannten "Goldenen Saal" wird erstmalig ganzjährig für eine Grundtemperatur gesorgt, sodass der Saal auch in den Wintermonaten begehbar ist. Außerdem sollen noch die Leitplanken rund um die Tribüne und der Flachbau in der Mittelachse des Zeppelinfeldes entfernt werden.

Mystifizierung entgegengewirken

Die Instandsetzungsmaßnahmen bilden auch die Grundlage für das Konzept des Kulturreferates, möglichst viele Teile des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes zu öffnen. Damit soll einer Mystifizierung der Bauten am Zeppelinfeld entgegengewirkt werden. Das Gelände soll stattdessen zu Informations- und Bildungszwecken genutzt werden.

Bund und Freistaat zahlen mit

Der Bund hat sich im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung zur gemeinsamen Verantwortung für den Erhalt des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes bekannt. Auch der Freistaat Bayern hat seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, für den Erhalt von Zeppelinfeld und -tribüne einen Beitrag zu leisten.

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dildoldi, Samstag, 08.Oktober, 07:36 Uhr

1. Reichsparteitagsgelände erhalten

Und es sollte von vorneherein klar sein, dass die Stadt Nürnberg bestenfalls einen Bruchteil der Kosten übernimmt, die Anlage hat ja wohl unbestreitbar überregionale Bedeutung, oder ? Und es erzähle mir niemand, die BR Deutschland habe keine 80 Mio. ( bis zum Ende der Baumassnahmen wirds garantiert soviel werden, wetten ?) Euronen dafür übrig, wie man hört soll es, dank Finanzmeister Schäuble, im Bundeshaushalt von Barem nur so sprudeln, eine schwarze Null muss ja auch mal für was gut sein. Saniert das Ding von mir aus, aber die Stadt Nürnberg hat Dringenderes zu sanieren als das bautechnisch eher zweitklassige, pompöse Selbstinszenierungsareal einer brutalen Diktatur. Das kann man notfalls auch als Ruine besichtigen !

MfG

  • Antwort von ABC, Sonntag, 09.Oktober, 11:15 Uhr

    dildoldi,
    Geschichtsentwicklungen waren und sind auch für die Zukunft wichtig, dass sie erhalten werden. Es wird so viel Geld bundesweit verschwendet - warum soll man eine Hitler-Epoche in 100 Jahren nicht mehr sehen?