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Klage gegen VW-Autohaus Besitzerin will Auto zurückgegeben

Wegen des VW-Abgasskandals will eine Frau aus Fürth ihr Auto zurückgeben. Sie verklagt das Autohaus, das ihr den Wagen 2013 verkauft hat und fordert die Rücknahme des VW Polos. Sie fühlt sich arglistig getäuscht.

Stand: 22.09.2016

Vor allem der niedrige Schadstoffausstoss nach der Euro 5-Norm sei der Klägerin wichtig gewesen beim Kauf eine VW-Polos, so die Anwältin der Käuferin des Wagens. Sie fordert die Rücknahme des Autos und Erstattung der Kosten. Heute trafen sich die Parteien zur Verhandlung vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth.

Landgericht muss entscheiden

Auftakt der Verhandlung im Landgericht Nürnberg-Fürth

Erst als der VW-Skandal publik geworden sei, habe die Klägerin erfahren, dass ihr Auto womöglich doch nicht so wenig Schadstoffe ausstößt wie zunächst behauptet. "Da fühlt sie sich getäuscht. Sie hat das Vertrauen in die Marke VW verloren", sagte Anwältin Felicitas Luboss, die die Fürther Kundin vertritt. Auch eine Nachbesserung lehne ihre Mandantin ab, weil nicht sicher sei, ob damit auch wirklich alle Schäden behoben werden oder ob Schäden nicht erst verursacht würden. "Ich verstehe die Klägerin, wenn sie sagt, das Vertrauen ist einfach so massiv geschädigt, dass sie einen Konzern, der ihr ein getürktes Auto verkauft, das Fahrzeug nicht wieder zur Nachbesserung übergeben will", so Luboss.

Einer schiebt die Verantwortung zum anderen

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Das beklagte Autohaus wies die Vorwürfe vor Gericht zurück. Das Autohaus selbst sei als selbstständiger Händler, der von VW lediglich zum Vertrieb von Fahrzeugen autorisiert sei, nicht für den Einsatz der Schummelsoftware verantwortlich. Die Anwältin des VW-Konzern wiederum verwies auf den Händler, mit dem die Kundin einen Vertrag geschlossen habe. Darüberhinaus sei der Klägerin kein Schaden entstanden, weil sie das Fahrzeug weiterhin nutzen könne. Zudem sei die Zulassung der Nachbesserungssoftware für den speziellen Motor im Auto der Klägerin durch das Kraftfahrtbundesamt bis Ende des Jahres zu erwarten. Die Zivilkammer am Landgericht Nürnberg-Fürth will am 10. November eine Entscheidung verkünden.

VW-Konzern sieht sich Klagewelle gegenüber

VW-Mitarbeiter in der Auto-Produktion des Volkswagen-Werk in Wolfsburg

Insgesamt haben sich mittlerweile 1.400 Klagen alleine gegen den VW-Konzern am Landgericht Braunschweig summiert und zwar in Höhe eines Streitwerts von 8,2 Milliarden Euro. Am Montag in dieser Woche war die Verjährungsfrist für Schadenersatzklagen gegen den Autobauer im benachbarten Wolfsburg abgelaufen. Allein an diesem Tag seien noch rund 750 Klagen eingereicht worden, sagte ein Gerichtssprecher. Überwiegend kämen die Klagen von Privatanlegern, die sich von VW getäuscht fühlten.


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