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Trotz Nahverkehrs-Boom VGN sieht Zukunftsprojekte in Gefahr

Busse und Bahnen sind in der Region Nürnberg so beliebt wie nie. Dennoch ist der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) nicht zufrieden. Der VGN möchte mehr Geld vom Bund, ansonsten seien Zukunftsprojekte in Gefahr.

Stand: 21.03.2017

VGN | Bild: picture-alliance/dpa

Der Verkehrsverbund forderte auf seiner Jahrespressekonferenz deutlich mehr Bundesmittel für den Ausbau des Bus- und Bahnnetzes in der Region. Andernfalls werde man mit den regionalen Bahn-Ausbauprojekten "in große Schwierigkeiten kommen", betonte Geschäftsführer Andreas Mäder. Als Beispiel nannte er die geplante Stadt-Umland-Bahn im Raum Erlangen, die Pläne für eine Stadtbahn im Süden Nürnbergs sowie die S-Bahn-Strecken nach Hersbruck und Neustadt/Aisch.

500 Millionen Euro notwendig

Zwar sei man froh, dass sich Bund und Länder darauf geeinigt hätten, den Ausbau von regionalen Bus- und Bahnnetzen im Rahmen des sogenannten "Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes" grundsätzlich weiter zu fördern. Die Höhe der dafür bereit gestellten bundesweiten Mittel lägen allerdings seit 1997 unverändert bei 330 Millionen Euro. Daran solle sich wohl auch bis zum Jahr 2025 nichts ändern, kritisierte Mäder. Angesichts der enorm gestiegenen Baukosten und des Investitionsstaus seien jedoch 500 Millionen Euro notwendig.

Öffentlicher Nahverkehr boomt

Erfreuliches hatte der VGN über die Entwicklung der Fahrgastzahlen zu berichten. 243 Millionen Fahrten zählte der Verkehrsverbund vergangenes Jahr. Damit stieg die Zahl der Fahrkarten 2016 um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, erklärte der Verkehrsverbund. Damit liegt der VGN nach eigenen Angaben deutlich über dem Bundestrend. Unter anderem sei das verbesserte Tarif- und Streckenangebot für die Steigerung verantwortlich, so VGN-Geschäftsführer Jürgen Haasler.

Mehr Online-Tickets

Auch das eingeführte Semesterticket am Hochschulstandort Erlangen-Nürnberg sei erstmals komplett mit in die Bilanz eingeflossen. Rund 55.000 Studierende sind damit Inhaber der so genannten Basiskarte, gut 40 Prozent davon haben ein Zusatzticket erworben und können rund um die Uhr mit dem VGN fahren. Im vergangenen Jahr ist auch die Zahl der Online-Tickets gestiegen, so Haasler. Die Zahl der Onlinekunden stieg im vergangenen Jahr auf rund 160.000.

"Immer mehr unserer Fahrgäste setzen auf die Vorteile des elektronischen Ticketkaufs und nutzen auch die mobilen Fahrplaninfos."

Jürgen Haasler, VGN-Geschäftsführer

Für Abo-Kunden soll zukünftig das Papierticket durch eine Chipkarte ersetzt werden. Somit könne man bei Verlust oder Diebstahl die Karte sofort sperren. Ein Test soll bereits im zweiten Halbjahr des Jahres stattfinden. Das Verbundgebiet des VGN reicht von Nürnberg über Fürth und Ansbach bis nach Lichtenfels in Oberfranken, Kitzingen in Unterfranken und Amberg in der Oberpfalz.

Programmhinweis

  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

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Kommentare

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Enrico Pelocke, Mittwoch, 22.März, 02:24 Uhr

1.

Warum knausert der Bund mit dem Geld? Für Straßenbau, höhere Diäten und andere Verschwendungen (siehe Schwarzbuch der Steuerzahler) ist immer genug Geld da. Aber wenn der Bund kein Geld geben will, es gibt auch Möglichkeiten, die Fahrgastzahlen und die verkehrslesitung ohne Investitionen zu steigern: Die Reisenden können in Schwachlastzeiten fahren und sich zu dritt übereinander auf die Sitze setzen.