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Gewalt bei Fußball-Turnier Angeklagte geben Misshandlungen zu

Im Prozess gegen drei Männer, die bei einem Hallenfußballturnier in Nürnberg einen 19-Jährigen brutal zusammen geschlagen haben sollen, gaben die Angeklagten die Misshandlungen zu. Das Opfer lehnte die Entschuldigungen der Täter ab.

Stand: 21.03.2017

Landgericht Nürnberg-Fürth | Bild: picture-alliance/dpa

Ursprünglich sollten in dem Prozess fünf Männer angeklagt werden. Das Verfahren gegen zwei andere Angeklagten wurde aber abgetrennt. So mussten sich vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth nur die drei Männer im Alter von 16, 29 und 38 Jahren verantworten.

Anklage wegen versuchten Totschlags

Der 16-Jährige sagte vor Gericht aus, er habe den Mann nur geschlagen und nicht getreten. Der 29-Jährige gab einen Tritt gegen den Hinterkopf des Mannes zu. Und der 38-Jährige räumte ein, das Opfer einmal ins Gesicht getreten zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Männer mehrmals und zum Teil mit voller Wucht zutraten. Sie wirft ihnen gemeinschaftlichen versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

"Als sich beide Stirn an Stirn gegenüberstanden und sich gegenseitig am Hals packten, wurde eine Massenschlägerei ausgelöst, bei der nicht nur alle Spieler, sondern auch die Zuschauer beteiligt waren."

Auszug aus der Anklage

Opfer lehnt Entschuldigungen ab

Auslöser war ein Foulspiel, an dem das Opfer und ein Spieler der gegnerischen Mannschaft beteiligt waren. Das Jugendamt hatte das Turnier in einer Schule organisiert. Der 19-Jährige erklärte, er könne die Entschuldigungen der Angeklagten nicht akzeptieren. Dafür hätten ihn zu viele angegriffen. Besonders schlimm habe ihn der 29-Jährige attackiert.

Angeklagte gehören zur selben Familie

Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes, die als Zeugin geladen war, sagte, sie habe gesehen, wie der 38-Jährige zweimal heftig gegen den Kopf des 19-Jährigen getreten habe. Sie habe so etwas noch nie bei einem Turnier erlebt. Die Angeklagten gehören alle zur selben Familie: Der 38-Jährige ist der Vater des 16-Jährigen, und der 29-Jährige ist der Bruder des 38-Jährigen. Nach einem weiteren 16-Jährigen sowie einem 18-Jährigen, dem Cousin des jüngsten Angeklagten, wird derzeit noch gefahndet.

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