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Bürgerentscheid in Erlangen Schicksalstag für neue Regionalbahn

Am Sonntag entscheiden die Erlanger, ob sie die umstrittene Stadt-Umland-Bahn, kurz StuB, wollen oder nicht. Fällt die Bahn beim Bürgerentscheid durch, könnte das womöglich das Aus für das gesamte Projekt bedeuten.

Stand: 04.03.2016

Die Stadt-Umland-Bahn (StUB) spaltet die Region. Heute stimmen die Erlanger Bürger in einem Bürgerentscheid über das Schicksal des Bahnprojekts ab. Sollte das Votum negativ für die StUB ausfallen, könnte das Projekt endgültig scheitern, so die Einschätzung der Stadt.

Florian Janik (SPD)

Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) zeigte sich vor dem Bürgerentscheid noch optimistisch: "Die Stadt-Umland-Bahn ist neben der Nürnberger S-Bahn die zweite Stammstrecke im Großraum Nürnberg." Sie würde erheblich zur Bewältigung des wachsenden Pendlerverkehrs beitragen, so Janik.

Die genaue Fragestellung des Bürgerentscheids

"Sind Sie dafür, dass die Stadt Erlangen das Projekt StUB (Stadt-Umland-Bahn) nicht realisiert?"

Wer mit "Ja" stimmt, spricht sich gegen die Stadt-Umland-Bahn aus. Ein "Nein" bedeutet, dass der Erlanger Stadtrat die Gründung des Zweckverbands für die StUB beschließen darf.

Eine Bahn verbindet die Region

Die geplante Stadt-Umland-Bahn soll die Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach verbinden. Eine derartige Schienenverbindung ist bereits seit den 1990er-Jahren im Gespräch. Besonders die Stadt Herzogenaurach ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schlecht zu erreichen. Tausende Mitarbeiter von Adidas, Puma und Schaeffler pendeln deshalb täglich mit dem Auto nach Herzogenaurach.

Geplante Stadt-Umland-Bahn

Millionenschwerer Bahnausbau

Plakat der StUB-Gegner

Die Gegner der StUB führen als Hauptargument die Kosten des Projekts an. 300 Millionen Euro sind derzeit dafür veranschlagt, 60 Millionen davon soll die Stadt Erlangen bezahlen. Zu teuer für die Universitätsstadt, befürchten die Gegner. Janik versucht, das Argument zu entkräften: "Natürlich ist das Ganze kein finanziell kleines Projekt. Deswegen ist es aber nicht jenseits der finanziellen Darstellbarkeit." Außerdem sei die StUB ein Projekt für die nächsten 50 bis 80 Jahre. "Das wird sich noch Jahrzehnte für die Bürger auszahlen."


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G. Döres, Montag, 07.März, 11:02 Uhr

8. Stub

Die Mehrheit hat sich unverständlicherweise für die Stub entschieden. Ich bin deshalb gespannt, ob die Befürworter dann auch wirklich ihren fahrbaren Untersatz zu Hause stehen lassen und sich in ein schienengebundenes Fahrzeug begeben werden, das keine Flexibilität dem Fahrgast bietet. Außerdem finde ich besonders toll, dass die Bundesbahn einen zweiten Tunnel in den Burgberg gegraben hat und somit in 2017 zweigspurig fahren kann. Nur wer wird die Fahrgäste bekommen - Stub oder Bahn?
Na gut, bauen wir für Millionen (wer weiß wieviel Millionen am Ende des Baues unterm Strich stehen werden) eine Stub und behalten unsere maroden Straßen. Schließlich kann die Stadt die Geschwindigkeitsbeschränkungen bei Straßenschäden noch bis auf Schrittgeschwindigkeit heruntersetzen, dann macht es wahrscheinlich doch Sinn auf die Stub umzusteigen - verkehrte Welt!!!!

Domabil dieter, Sonntag, 06.März, 19:16 Uhr

7. Stub kommt. Alles gut

Gott sei dank. Die Menschen haben gut und vernünftig geantwortet auf die Angriffe der Dauer nörgelten politischen Profil neurotiker.

ADAC-Politiker, Sonntag, 06.März, 16:50 Uhr

6. Strasse immer-Schiene nimmer

Ja mei, die Kosten.
Komisch ist, dass stets auf die Kosten geschaut wird, wenn es um Bahnprojekte geht. Geht es um Straßenbau, fragt kein Mensch danach und das Geld ist auch sofort verfügbar.
Da scheint etwas ganz gewaltig mit den Wertigkeiten nicht zu stimmen.

  • Antwort von Manfred, Sonntag, 06.März, 17:45 Uhr

    Hmmm na ja...
    Da es bei Bahnprojekten oft schwierig ist, mit "Umwelt" zu argumentieren, müssen halt die Kosten herhalten.
    Bei Straßenprojekten sind es dann immer "Umweltgründe", welche die Projekte Jahrzehnte verzögern. (Und manchmal auch noch die Kosten.)
    "Dagegen" sind immer welche.

Brokschmidt , Sonntag, 06.März, 14:58 Uhr

5. Demokratieverständnis

Das Demokratieverständnis einiger Komentatoren hier, ist wieder unterirdisch. Man muss nicht immer für jedes Projekt sein. Und vor allem, jeder kann mit abstimmen, also nicht gleich wieder Schnappatmung bekommen. Ob es am Ende zustande kommt oder nicht, kann ja der Wähler entscheiden. Erlaubt scheint hier nur die Meinung einiger zu sein, die am Lautesten schreien.

  • Antwort von Heinrich, Sonntag, 06.März, 15:40 Uhr

    Die Frage ist nur, wer hier am lautesten schreit! Wohl eher die Projekt-Gegner, die ihren eigenen Egoismus über das Gemeinwohl stellen.

    Im Prinzip würde ich Ihnen zustimmen, dass ja jeder wählen kann und dann die Mehrheit entscheidet.
    Nur leider sind unsere Bürgerentscheide selten wirklich demokratisch. Denn das vorgeschriebene Quorum von 20 Prozent ist ein Witz. Bürgerentscheide sollten nur gelten bei einer Wahlbeteiligung von deutlich über 50 Prozent, sonst sind es eben keine BÜRGERentscheide, sondern nur Entscheide von Interessengruppen. Jetzt kann man (durchaus zu Recht) anführen, dass die Leute ja selbst schuld sind, wenn sie nicht wählen gehen. Das ändert aber nichts daran, dass für mich Bürgerentscheide, wo letztlich nur 20 Prozent der Bevölkerung entscheiden was 80 Prozent zu tun haben, nicht wirklich demokratisch sind. Formell vielleicht schon, aber nach dem gesunden Menschenverstand eben nicht! Hier gehören sich eigentlich die Gesetze entsprechend verändert!

  • Antwort von Manfred, Sonntag, 06.März, 16:37 Uhr

    Heinrich:
    Ein anderer Punkt scheint mir beim Thema Demokratie bzw. BÜRGERentscheid noch viel wichtiger:
    Hier entscheiden die Bürger aus einer Stadt (Erlangen) über ein Projekt, das die ganze Region betrifft. - Und das hat mir Demokratie dann nichts mehr zu tun. Liegt aber leider an den Regeln für kommunale Bürgerentscheide, wo solche Situationen offenbar niemand berücksichtigt hat.
    (War ja das selbe, als die Bürger von München über die 3. Startbahn entscheiden durften.)

Karl Drither, Sonntag, 06.März, 14:00 Uhr

4. STUB

...es ist wie immer - ein paar selbsternannte Besserwisser und superwichtige Quertreiber versuchen Großprojekte wider jedes Verstandes zu blockieren. Siehe auch kreuzungsfreier Ausbau Frankenschnellweg. In ein paar Jahren wird die STUB sowieso gebaut, (genau wie der Frankenschnellweg) aber die Kosten dafür sind dann mittlerweise explodiert. Diese notorischen Verhinderer sollte man dafür in Regress nehmen können.