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Von wegen Frühlingsboten Erste Störche sind zurück in Bayern

Die ersten Störche sind aus ihren Winterquartieren zurück nach Bayern gekommen. Sie sind jedoch längst keine Frühlingsboten mehr, teilte der Landesbund für Vogelschutz mit. Die Tiere wollen sich nur die besten Brutplätze sichern.

Stand: 16.02.2016

Die ersten geflügelten Rückkehrer wurden in Oberfranken sowie Schwaben und Oberbayern gesichtet, sagte die Storchenexpertin des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) in Hilpoltstein, Oda Wieding. Sie haben sich unter anderem entlang der Itz im oberfränkischen Untersiemau, im schwäbischen Zusmarshausen sowie in der Gemeinde Baiern im oberbayerischen Landkreis Ebersberg sehen lassen. Diese Vögel seien jedoch vermutlich nur im Elsass oder in Spanien gewesen, wo sie die wenigen richtig kalten Tage dieses Winters verbracht hätten. Störche, die in Afrika überwintern, kämen erst im März und April zurück in den Freistaat, so der LBV.

"Aufgrund dieses veränderten Überwinterungsverhaltens dient der Storch nicht mehr als klassischer Frühlingsbote. Die Vögel, die derzeit ankommen, sind mitten in die ungünstige Witterung hineingeflogen, um hier die besten Brutplätze zu besetzen."

Storchenexpertin Oda Wieding vom Landesbund für Vogelschutz

Die derzeitige Kälte, aber auch einen möglichen Wintereinbruch in den nächsten Wochen würden die Vögel relativ problemlos aushalten, so Wieding. Weißstörche kommen mehr als eine Woche lang ohne Futter aus.

Die Mehrzahl der bayerischen Störche kommt erst später aus Afrika zurück. Um das sich verändernde Zugverhalten der Weißstörche wissenschaftlich zu untersuchen, hat der LBV im vergangenen Sommer zusammen mit der Vogelwarte Radolfzell einige Tiere mit Satellitensendern ausgestattet. Naturfreunde können sich die Zugrouten im Internet auf der Seite des LBV anschauen.

Viele Störche fliegen gar nicht erst weg

Mehr als 200 Störche sparen sich die kräftezehrende Reise in den Süden übrigens ganz und bleiben den Winter über in Bayern. Auslöser für dieses Verhalten waren Zuchtprogramme in den 1950er- und 1960er-Jahren in der Schweiz, dem Elsass und Baden-Württemberg. Dass auch der Klimawandel eine Wirkung auf das Verhalten der Tiere hat, kann derzeit laut Wieding nur vermutet, aber nicht belegt werden.

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  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

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