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Hiobsbotschaft Modekette SinnLeffers stellt Insolvenzantrag

Eine Woche nach dem Modehaus Wöhrl hat auch SinnLeffers Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Auf das eigene Verfahren habe dies aber keine Auswirkungen, teilte Wöhrl mit.

Von: Andreas Ebert und Rainer Aul

Stand: 13.09.2016

Die Zentrale von SinnLeffers in Hagen | Bild: dpa-Bildfunk

Der Antrag von SinnLeffers habe "keinen Einfluss auf die operativen Geschäfte und die laufende Sanierung der Rudolf Wöhrl AG", hieß es am Montagabend (12.09.16) von dem Modehändler. Und weiter: "Weder Standorte noch Mitarbeiter oder Geschäftsbeziehungen von Wöhrl sind davon berührt."

Insolvenzverfahren ja, Zahlungsunfähigkeit nein

Zahlungsunfähigkeit liegt bei SinnLeffers demnach nicht vor, höchstens eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, sagte ein Experte für Insolvenzrecht dem Bayerischen Rundfunk. Bei einer Zustimmung des Gerichts für ein Insolvenz in Eigenverwaltung müsse eine Sanierung grundsätzlich möglich sein.

Die Löhne und Gehälter der 1.259 Mitarbeiter von SinnLeffers werden in den kommenden drei Monaten durch das Insolvenzgeld gesichert. Unter dem Schutzschirm ist ein Unternehmen für drei Monate vor dem Zugriff der Gläubiger sicher.

Geschäftsführer optimistisch

SinnLeffers selbst teilte mit, eine Sanierung im Rahmen "eines gesteuerten Insolvenzplanverfahrens in Eigenverwaltung" sei erforderlich, um das Unternehmen "dauerhaft wettbewerbsfähig positionieren zu können". Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel zeigt sich vom Fortbestand der SinnLeffers GmbH überzeugt – und davon, einen "Großteil der vorhandenen Arbeitsplätze" sichern zu können.

Für das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Hagen ist es bereits der zweite Insolvenzantrag: 2008 musste SinnLeffers sogenannte Planinsolvenz anmelden. Im Laufe dieses Verfahrens wurde das Filialnetz deutlich verkleinert und die Zahl der Mitarbeiter reduziert. Derzeit arbeiten etwa 1.300 Menschen in 22 SinnLeffers-Filialen.

Managementfehler im Mutterkonzern

SinnLeffers war 1997 durch die Fusion aus den zwei Traditions-Modehäusern Sinn und Leffers entstanden. Von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener KarstadtQuelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde. 2013 hatte Wöhrl SinnLeffers geschluckt.

Auch die Modekette Wöhrl hatte in der vergangenen Woche ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Damit will sich das Traditionshaus vor dem Zugriff der Gläubiger schützen, ohne dass die Betriebe Insolvenz anmelden müssen. Von Wöhrl hieß es in diesem Zusammenhang, dass mit der SinnLeffers-Übernahme Managementfehler begangen worden seien. Unter anderem wurde angekündigt, Filialen zu schließen. Auch am Personal muss wohl gespart werden; in welchem Umfang, ist bisher allerdings nicht bekannt.

Branchenkenner gehen davon aus, dass auch bei SinnLeffers ein Stellenabbau nicht vermeidbar sein wird. Hintergrund sei das schwierige Marktumfeld und der immer beliebter werdende Onlinehandel. Ebenso wie Wöhrl bietet SinnLevers bis heute keine Möglichkeit, Artikel online zu bestellen.


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N F D, Dienstag, 13.September, 12:31 Uhr

2. Unverantwortliches Verhalten

Kein Wunder, dass es bei WOEHRL irgendwann mal knallen musste. Schließlich haben sich die Inhaber stets um andere Dinge gekümmert, nur nicht um die eigene Firma: Die Dame als CSU-Abgeordnete im BT und der Gatte als permanenter Gründer unwirtschaftlicher Fluggesellschaften.

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  • Antwort von exkunde, Dienstag, 13.September, 15:31 Uhr

    "Eine Beteiligung oder eine Zusam­menarbeit mit Wöhrl ist derzeit kaum vorstellbar", sagte Hans Rudolf auf Anfrage der NZ. Die nun in die Schief­lage geratene Firma gehört komplett der Familie seines älteren Bruders Gerhard Wöhrl.

    soviel zu den Inhabern!!!

websaurier, Dienstag, 13.September, 10:50 Uhr

1. Minus mal Minus gibt Plus...

Leider nur in der Mathematik!
Krankes Unternehmen schluckt krankes Unternehmen.
Zwei Kranke ergeben nun eben keinen Gesunden!
Klare Fehlentscheidung!