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Stellenabbau bei Siemens Betriebsversammlung ohne Ergebnis beendet

Die Betriebsversammlung in dem von massivem Stellenabbau betroffenen Siemens-Werk in Nürnberg ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Konzernleitung habe "eisig geschwiegen", sagte Betriebsratsvorsitzender Gerald Eberwein dem BR.

Von: Dirk Kruse

Stand: 14.07.2016

Siemens-Schild vor einem Werksgebäude in der Vogelweiherstraße in Nürnberg | Bild: picture-alliance/dpa

Zuvor hatten die Gewerkschaft zukunftsfähige Investitionen in den Standort Vogelweiherstraße gefordert. Seit Siemens am 9. März verkündet hatte, bundesweit im Bereich Prozessindustrie und Antriebe rund 2.000 Stellen zu streichen – darunter rund 750 am Standort Nürnberg – habe es wirtschaftliche Beratungen gegeben.

"Wir haben über 200 Fragen zu den konkreten Abläufen gestellt, aber der Arbeitsgeber hat sich keinen Millimeter bewegt."

Gerald Eberwein, Betriebsratsvorsitzender bei Siemens

Nun sollen am 25. Juli die Verhandlungen zum Interessenausgleich beginnen. Siemens solle seine "Beton-Blockadehaltun"g aufgeben, sagte der Betriebsratsvorsitzende. "Auch Beton lässt sich bearbeiten, aber das macht Lärm, Dreck und Staub", so Eberwein.

IG Metall plant Protestaktionen

Für kommenden Mittwoch plant die IG-Metall Kundgebungen an den vom Stellenabbau betroffenen Siemens-Standorten in Nürnberg, Bad Neustadt an der Saale und Ruhstorf bei Passau. Zu der Kundgebung in der Vogelweiherstraße in Nürnberg erwartet die Gewerkschaft 2.500 bis 3.000 Beschäftigte von Siemens und benachbarten Unternehmen in der Nürnberger Südstadt. Die "Siemensbrücke" über dem Werksgelände an der Pfälzerstraße soll dann für einen Tag symbolisch in "Brücke der Solidarität" umbenannt werden.

Weitere Standorte betroffen

Neben den 750 Arbeitsplätzen in Nürnberg will Siemens auch an weiteren Standorten Stellen streichen. In Ruhstorf (Lkr. Passau) sollen 700, in Bad Neustadt 350 und in Erlangen etwa 150 Jobs wegfallen, bestätigte ein Siemens-Sprecher am Rande eines Krisengesprächs mit Unternehmensvertretern, Betriebsräten und Politikern am vergangenen Mittwoch (13.07.16). Auch dieses Treffen war ergebnislos zu Ende gegangen.

Probleme bei den Großmotoren

Hintergrund des geplanten Stellenabbaus sind massive Probleme im Bereich der Großmotorenfertigung des Konzerns. Am Standort in der Nürnberger Vogelweiherstraße werden unter anderem Motoren für Ölförderpumpen oder Schiffsantriebe gefertigt. Dort sind rund 3.500 Mitarbeiter beschäftigt, die Hälfte davon in der Fertigung, wo sich der Stellenabbau besonders bemerkbar machen wird.


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Das Leihschwein, Mittwoch, 13.Juli, 19:12 Uhr

2. So geht Konzernpolitik keine Steuern dank Luxemburg/Holland zahlen

trotzdem Milliarden an Subventionen kassieren. Neue Werke nur dort bauen wo der Steuerzahler alles bezahlt, das Arbeitsamt sich an der Einarbeitung neuer Mitarbeiter beteiligt und man bis zu 40% Leiharbeiter dauerhaft beschäftigen kann. Laufen die Geschäfte schlecht werden zuerst die Werke geschlossen die komplett vom Steuerzahler bezahlt wurden. Leiharbeiter fliegen sofort raus, eigene Mitarbeiter werden in Transfergesellschaften oder in üppiger Altersteilzeit (bei ca. 95% ihres letzten Nettolohns) mit anschließender Frühverrentung entsorgt natürlich auch auf Kosten der Allgemeinheit.

  • Antwort von Google hilft, Freitag, 15.Juli, 11:25 Uhr

    Siemens hat 2015 1,9 Milliarden Euro Steuern in Deutschland gezahlt (~25% des Gewinns). Dazu kommt dann nochmal die Kapitalertragsteuer der ausgeschütteten Dividenden (nochmal ~25%). Davor wurde auch schon die Einkommensteuer von ca. 114.000 überdurchschnittlich verdienenden Arbeitnehmern bezahlt. Aber diese Informationen passen wohl nicht in Ihr Weltbild.

  • Antwort von Weltbildner, Freitag, 15.Juli, 12:34 Uhr

    @ google hilft: Und trotzdem passiert das, was "Das Leihschwein" beschreibt. Wird halt nicht gerne von neoliberaler Seite zugegeben.

betroffener, Mittwoch, 13.Juli, 17:49 Uhr

1. Super Leistung

Da kann der Käser Josef und der Davidofsky aber besonders stolz sein .
Millionenaufträge am laufenden Band an Land ziehen (auch vom Staat) und uns einen Tritt in den Hintern geben.
Wo ist denn nun der Seehofer, die Aigner Ilse und der Rest.
Die Sprüche waren am Anfang ja groß.

  • Antwort von mehr Schein als Sein, Mittwoch, 13.Juli, 23:26 Uhr

    Vergesst doch die CSU, sind auch nur Sprücheklopfer: Grundig, Quelle, Metz, Loewe, Siemens, Weltbild, Fleischmann, Walter Bau, NCR, Schneider, ...

  • Antwort von das is so, Donnerstag, 14.Juli, 09:35 Uhr

    Die Politiker die reden ja nur und sonst wird nichts gemacht , nur das Sie sich wieder die DIÄTEN erhöhen.

  • Antwort von noch mehr Schein in China, Donnerstag, 14.Juli, 09:42 Uhr

    ... SIEMENS-Rentner (einschl. Ehepartner) werden auf "company-events" nach China eingeladen. Termine Ende Juli / Anfang April. Nur weiter so!

  • Antwort von M.Mustermann, Freitag, 15.Juli, 00:35 Uhr

    @ von noch mehr Schein in China

    Ihre Behauptung von üppigen Einladungen für Siemens-Rentner halte ich schlichtweg für erfunden!

    Ich bin SIEMENS-Rentner, aber auf eine Einladung nach China warte ich noch immer!!! .... da muss ich doch mal nachfragen!