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40 Jahre "Schweig, Bub!" Jubiläumslesung für fränkisches Erfolgsstück

Es ist wohl das erfolgreichste fränkische Volksstück: Am Sonntag kehrt "Schweig, Bub!" als Jubiläums-Lesung ans Nürnberger Schauspielhaus zurück. Eine Allstar-Besetzung mit Fitzgerald Kusz, Bernd Regenauer und Tristan Vogt wird noch einmal die Konfirmationsfeier des jungen "Fritzla" zum Besten geben.

Von: Frank Staudenmayer und Gerhard Brack

Stand: 02.10.2016

Schweig, Bub! - Ein fränkisches Volksstück von Fitzgerald Kusz: Szene mit Tante Anna (Elisabeth Welz), Konfirmant Fritz (Sasche Edelmann), Hausfreunding Gerda (Gisela Schneeberger) und Onkel Willi (Alfred Händel) | Bild: BR/Foto Sessner

"Schweig, Bub!" wurde am 6. Oktober 1976 uraufgeführt. 34 Jahre lang stand der Dauerbrenner ununterbrochen in Nürnberg auf dem Spielplan, bis sich 2010 zum letzten Mal der Vorhang hob. Am Sonntagabend um 19 Uhr kehrt das fränkische Kultstück zurück.

Es machte seinen Verfasser Fitzgerald Kusz seinerzeit deutschlandweit berühmt: "'Schweig, Bub!' war wie ein Befreiungsschlag für mich", so der Schriftsteller im Bayerischen Rundfunk: "Ich befreite mich von der kleinbürgerlichen Enge meiner Nachkriegskindheit mit der ganzen Kraft meines Dialekts und meines Humors."

Berlin, Nürnberg und Forth als Prägung

Kusz wuchs bei seiner Großmutter auf - in der Großfamilie in der ländlich-idyllischen 3.000-Einwohner-Gemeinde Forth im Landkreis Erlangen-Höchstadt: Da, wo Mittelfranken schon Richtung Oberfranken hinüberreicht. Hier behält er seinen Wohnsitz im Grunde bis zum Ende seines Studiums.

"'Schweig, Bub' ist nicht denkbar ohne diese Sozialisation da in Forth. Im Englischen gibt's die schöne Formulierung: to ban the ghosts: Ich habe da die Geister gebannt, indem ich dieses Stück geschrieben habe. 'Schweig, Bub!' definiert sich ja durch die Sprache. Die Sprache ist der eigentliche Held des Stückes. Das ist das einzige Stück von meinen bisher 23 abendfüllenden Stücken, das ich nie ändern musste."

Fitzgerald Kusz

Weil der Vater Berliner ist, verbringt die Familie die Sommerfrische oft bei Verwandten im Berliner Stadtteil Schöneberg. In der Vier-Zonen-Stadt lernt er als Kind den Berliner Dialekt, erlebt er die Ruinen, besucht Theateraufführungen.

Geboren wurde Kusz 1944 im Nürnberger Theresienkrankenhaus, wo er als Kleinkind noch den Bunker erlebte und von Pfarrer Notnagel getauft wurde, wie er augenzwinkernd erzählt. All diese Prägungen fließen ein in "Schweig, Bub!", jenes Volksstück, in dem der Konfirmand kaum zu Wort kommt, aber die Erwachsenen dafür um so mehr streiten, fressen, sich ausleben.

Internationaler Erfolg

"Schweig, Bub!" wurde bei der Urfaufführung zwanzig Minuten lang beklatscht. Das Drama wurde in 13 deutsche Dialekte und auch ins Flämische übersetzt. Neben einer Aufzeichnung durch das BR Fernsehen entstanden weitere TV-Versionen in Hessisch (HR), Schwäbisch (SWR), Plattdeutsch (NDR) oder auch in Schweizerdeutsch sowie eine österreichische Fassung.


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byuri, Sonntag, 02.Oktober, 18:44 Uhr

1. Schweig Bub

Bin zwar kein Franke, aber das Stück ist einfach Kult und man muss es gesehen haben. Hoffentlich bald mal wieder im Bayrischen Tv.