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Havarie bei Erlangen Schiff wird Ende der Woche abtransportiert

Das auf dem Kanal bei Erlangen havarierte Flusskreuzfahrtschiff soll bereits am kommenden Wochenende in eine Reparaturwerft gebracht werden. Zuvor werde seine Fahrtüchtigkeit geprüft, so die Polizei.

Stand: 16.09.2016

Das havarierte Schiff wurde inzwischen in den Vorhof der Schleuse Kriegenbrunn bei Erlangen geschleppt. Die Bergung war nach Aussagen der Einsatzkräfte extrem schwierig. Es musste Wasser aus dem Main-Donau-Kanal gelassen werden, um das unter einer Brücke verkeilte Flusskreuzfahrtschiff zu befreien. Bis zum Ende der Ermittlungen wird das Schiff voraussichtlich im Vorhof der Schleuse liegen bleiben. Anschließend wird es am Wochenende in eine Reparaturwerft gebracht. Der Schaden am Schiff wird derzeit auf 500.000 Euro geschätzt. Unterdessen wurde der Main-Donau-Kanal nach dem Unglück für die Schifffahrt wieder freigegeben.

Zwei Matrosen tot

Bergungsarbeiten an Bord.

Bei dem Schiffsunglück waren zwei Besatzungsmitglieder des Kreuzfahrtschiffs ums Leben gekommen. Die 33 und 49 Jahre alten Männer aus Ungarn steuerten das Schiff von einem ausfahrbaren Kommandostand. Dieser prallte gegen 1.30 Uhr gegen eine Betonbrücke. Dabei wurde das Führerhaus komplett zerstört.

Passagiere mit Getränken versorgt

Rettungsarbeiten auf dem Schiff.

Die 181 Passagiere an Bord wurden nicht verletzt. Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot von etwa 220 Einsatzkräften an. Wichtigste Aufgabe: Die Evakuierung des Schiffs und Rettung der Passagiere. Die Touristen sind überwiegend Senioren aus dem nordamerikanischen Raum. Feuerwehr und DLRG brachten sie mit Hilfe eines Stegs an Land. Zuvor waren die Passagiere im Speisesaal des Kreuzfahrtschiffes mit Getränken versorgt worden. Die meisten nahmen den Unfall gelassen.

Eisenbahnstrecke zwischenzeitlich gesperrt

Der Schiffsverkehr wurde eingestellt.

Über den Main-Donau-Kanal führen an der Unfallstelle eine Straßenbrücke und eine Eisenbahnbrücke. Die Bergungsarbeiten der Feuerwehr wurden erschwert, weil sich das Schiff zunächst noch bewegte. Der Abstand zwischen dem Dach des Kreuzfahrtschiffes und den beiden Brücken betrug weniger als einen Meter. Die Eisenbahnstrecke musste zwischenzeitlich gesperrt werden. Es handelt sich allerdings um eine wenig befahrene Güterlinie.


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