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S-Bahn Nürnberg Juristisches Tauziehen geht weiter

Die Auseinandersetzung um die Vergabe der Nürnberger S-Bahn geht in eine neue Runde. DB Regio versucht erneut, den Konkurrenten National Express doch noch auszubooten.

Stand: 07.03.2016

S-Bahn-Zug in Nürnberg | Bild: picture-alliance/dpa

Bis Mitte März soll die Vergabekammer Südbayern in einem sogenannten Nachprüfungsverfahren über die Vergabe entscheiden. Das geht auf eine Initiative von DB Regio zurück. Die Deutsche Bahn will sich nicht mit dem Zuschlag an den privaten Konkurrenten National Express abfinden.

"Das zieht sich in die Länge"

Ein Ende der Auseinandersetzung ist nicht absehbar. Derzeit seien keine Termine anberaumt, sagte der Geschäftsführer der staatlichen Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), Johann Niggl, dem Bayerischen Rundfunk. "Wir sind noch immer in der Phase des Austausches von Schriftstücken", so der Verantwortliche der Vergabestelle. "Das zieht sich in die Länge."

Zuschlag für die Briten

Im Dezember hatte die BEG die Nürnberger S-Bahn an den britischen Betreiber National Express vergeben. Zuvor hatten sich DB Regio und National Express ein langes Tauziehen mit allerlei juristischen Manövern geliefert.


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Kommentare

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Thomas S., Mittwoch, 09.März, 11:20 Uhr

3. Behörden sind überlastet

Warum dauert wohl ein Beurteilung wohl so lange bei der Vergabekammer?
Schlicht und einfach Überlastung, wahrscheinlich auch zu wenig Personal und betriebliche Leistungfähigkeit
eines Privaten Bahnunternehmens zu beurteilen kann wohl nicht so schwierig sein.

OWLer, Dienstag, 08.März, 19:45 Uhr

2. Man darf die privaten Anbieter nicht verteufeln...

In meiner Heimat Ostwestfalen-Lippe hatte die DB vor Jahrzehnten geplant, alle Nebenbahnstrecken still zu legen, weil sich Nahverkehr in diesem Gebiet nicht lohnen würde. Daraufhin wurden die Strecken ausgeschrieben und an private Anbieter vergeben. Heute fahren hier die WestfalenBahn, eurobahn und NordWestBahn mit modernen, sauberen Zügen, besseren Verbindungen und Takten. Bahnstrecken, die unter der DB Regio kaum noch befahren wurden, haben heute einen Stundentakt mit vollen Zügen. Auf der Sennebahn-Strecke zwischen Bielefeld und Paderborn, die von der DB zeitweise bereits stillgelegt war, fährt heute die NordWestBahn mit einer Fahrgastzahlen-Steigerung von 800%! Ich bin der Meinung, wenn die DB kein Interesse hat, Nebenbahnstrecken zu bedienen und sich nur die "Rosinen" herausfischen will, sollen sie das Feld den Privaten überlassen, die oft mit Herzblut unterwegs sind. Allerdings sollte festgelegt werden, dass die DB-Mitarbeiter von den neuen Unternehmen übernommen werden müssen.

  • Antwort von hipo, Donnerstag, 10.März, 22:01 Uhr

    Im Artikel oben wird doch erwähnt, dass es Vergabestellen gibt. Jetzt schreibst du hier so, als würde die DB Regio eigenmächtig sagen, sie möchte nicht mehr fahren oder den Fahrplan ausdünnen.
    Fakt ist, jede Vergabestellen in jedem Land bestellt den Nahverkehr bei einem Unternehmen und setzt den Fahrplan fest. Einzig Züge und Personal ist noch variabel vom Verkehrsunternehmen zu bestimmen. Der erwähnte Stundentakt ist deshalb vom Land eingeführt worden. Der Stundentakt, als auch neue Zügen wären demnach auch gekommen, wenn DB Regio die Ausschreibung für das Netz gewonnen hätte.
    Hier werden Bundesbahn-Zeiten mit der DB AG samt Regionalisierung in einen Top geworfen. Die DB Regio bewirbt sich auf so ziemlich allen Strecken, auch Nebenbahnen. Und selbst wenn die Strecke mal stillgelegt war: Die Vergabestelle schreibt aus und wenn es von DB Regio gewonnen wird, fährt dort auch wieder ein Zug, die Privaten fahren dort auch nur, weil es Gewinn gibt und nicht aus Freude zum Menschen..

Oliver S., Montag, 07.März, 23:30 Uhr

1. aufhören mit dieser blödsinnigen Privatisierung

Wir sollten besser mit dieser blödsinnigen Privatisierung und Liberalisierung im Bahnverkehr aufhören. Was hat es bisher gebracht außer, dass im Hintergrund die administrativen Tätigkeiten immens zugenommen haben? Und von fairem Wettbewerb kann sowieso keine Rede sein, wenn die unterschiedlichen Anbieter unterschiedliche Lohnniveaus haben.
Die tägliche Mobilität eines Landes wie Deutschland baut zu großen Teilen auf dem Schienenverkehr auf und daher gehört das auch in staatliche Hände. Womit wir in diesem Kontext auch aufhören sollten ist, Bahnen Wachstumszwänge aufzuerlegen.
Aber wir machen munter weiter mit der Privatisierung und glauben, das ist ein gutes Konzept. TTIP & Co. werden uns wohl noch weiter zu Privatisierungen zwingen.

Noch etwas: vielleicht ist das schon mal jemandem aufgefallen. Aber unterschiedliche Bahnbetreiber warten im Falle von Verspätungen nicht sehr großzügig aufeinander. Die Ursache ist einfach: ab 3 Minuten Verspätung sind Pönalen zu entrichten ...

  • Antwort von Bahnfahrer, Dienstag, 08.März, 16:55 Uhr

    was brachte uns die Liberalisierung?
    Moderne Züge, mehr Züge und einen dichteren Takt z.B. wer ist denn zu Bundesbahnzeiten gerne Bahn gefahren?

  • Antwort von k-ham, Dienstag, 15.März, 19:05 Uhr

    @ Bahnfahrer
    Das ganze wäre auch ohne Liberalisierung unter der Bundesbahn möglich gewesen. Die modernen Züge sind so auch nur vom Steuerzahler bezahlt (indirekt)
    Das Geld das heute nach den Ausschreibungen in den Gewinnen der Privatbahnen und deren Aktionären verschwindet hätte man viel Sinnvoller einsetzen können!