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Polizist erschossen Mordanklage gegen Reichsbürger aus Georgensgmünd

Die Staatsanwaltschaft hat Mordanklage gegen den sogenannten Reichsbürger erhoben, der im vergangenen Jahr einen Polizeibeamten in Georgensgmünd erschossen haben soll. Außerdem wurde ein Polizeibeamter angeklagt.

Von: Andi Ebert

Stand: 04.04.2017

Das Haus des sogenannten Reichsbürgers von Georgensgmünd | Bild: BR-Studio Franken/Rainer Aul

Dem sogenannten Reichsbürger wird Mord, versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ergaben, dass der heute 49-Jährige am 19. Oktober 2016 im Rahmen eines SEK-Einsatzes in seiner Wohnung insgesamt elf Schüsse auf die Polizeibeamten abgegeben haben soll.  

Polizist erlag seinen schweren Verletzungen

Die Beamten hatten einen Mitarbeiter der Ordnungsbehörde begleitet, um dem 49-Jährigen Waffen zu entziehen. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fasste der Mann den Entschluss, die Beamten zu töten und feuerte unvermittelt auf diese. Er feuerte durch eine teilverglaste Tür und traf einen Beamten trotz angelegter schusssicherer Weste. Die Kugel drang über die Schulter in die Lunge ein und der Beamte erlag kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen. Zwei weitere Polizisten wurden bei dem Einsatz ebenfalls verletzt.

Reichsbürger wusste, was er tat

Der Mann wusste, dass er auf Polizeibeamte schießt, sagte Walter Kimmel, der Leitende Oberstaatsanwalt, dem Bayerischen Rundfunk. Der Mann hätte damit gerechnet, dass es zu einem Feuergefecht kommen würde.

"Die Polizei hatte sich akustisch zu erkennen gegeben. Es wurde das Martinshorn eingeschaltet und Polizei-Rufe durchgeführt."

Walter Kimmel, Leitender Oberstaatsanwalt

Polizeibeamter ebenfalls angeklagt

Auch gegen einen 51-jährigen Polizeibeamten wurde Anklage erhoben – wegen fahrlässiger Tötung. Der Polizist kannte den sogenannten Reichsbürger, so die Ermittler. Demnach hatte der Mann dem Polizeibeamten mitgeteilt: "Wenn man mir die Waffen nimmt, dann kracht's", so Kimmel. Dies habe der Beamte gewusst und seinen Kollegen nicht mitgeteilt. Mit einem Prozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ist nicht vor September zu rechnen.


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