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Rat der Religionen gegründet Einsatz für Toleranz und Völkerverständigung

Mit einem Festakt haben Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften in Nürnberg die Gründung des Rats der Religionen in Nürnberg gefeiert. Der Rat will internationale Gesinnung, Toleranz und Völkerverständigung fördern.

Von: Inga Pflug und Simone Schülein

Stand: 27.10.2016

Gründungszeremonie mit zahlreichen Gästen im historischen Rathaussaal in Nürnberg | Bild: BR-Studio Franken/Inga Pflug

Durch das gemeinsame Auftreten solle das Miteinander der Religionen sichtbar in die Öffentlichkeit treten, sagte der evangelische Stadtdekan Jürgen Körnlein. Er war vor der Feier zum Ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt worden.

"Der Dialog im Rat der Religionen soll nicht nur nach außen in die Stadt hinein wirken, sondern auch nach innen, in die jeweiligen Religionsgemeinschaften und so das gegenseitige Verständnis füreinander und ein konfliktfreies Zusammenleben fördern."

André Freud von der Israelitischen Kultusgemeinde, stellvertretender Vorsitzender des Rates der Religionen

Stellung beziehen

Dem eigenen Anspruch nach will der Rat auch der Nürnberger Stadtspitze und dem Stadtrat als Ansprechpartner zur Verfügung stehen – unter anderem bei Konfliktfällen – und aus religiösem Blickwinkel Stellung zu gesellschaftlichen Themen beziehen. Außerdem hat sich der Rat auf die Fahnen geschrieben, die verschiedenen Religionen in der Nürnberger Stadtgesellschaft zu repräsentieren.

Sieben Mitgliedsgemeinschaften

Dem gemeinnützigen Verein gehören neben Vertretern der christlichen Kirchen in Nürnberg auch Muslime und Repräsentanten der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg an. Außerdem die eigenständigen Religionsgemeinschaften Ahmadiyya Muslim Jama'at, die Alevitische Gemeinde Nürnberg e.V., die Bahá'í-Gemeinde Nürnberg und die Buddhistischen Gemeinschaft Bodhi-Baum e.V.. Die Mitglieder des Vereins haben als Grundlagen für ihr Zusammenwirken sechs Punkte festgelegt.

Die Grundlagen des Rates der Religionen:


1. Religionsfreiheit
2. Anerkennung und Akzeptanz der verschiedenen Religionsgemeinschaften
3. Recht auf freie Meinungsäußerung
4. Bereitschaft, Gemeinsamkeiten zu suchen und Unterschiede zu achten
5. Verbot jeder Form von Diskriminierung
6. Gewaltfreiheit

Der Rat besteht aus sieben Mitgliedsgemeinschaften. Je nach Größe dürfen sie bis zu fünf Repräsentanten in den Rat entsenden. Der Rat kann um weitere Religionsgemeinschaften erweitert werden, die den Grundlagen des Vereins entsprechen und dessen Grundwerte anerkennen.

OB Maly: "Historisches Ereignis"

Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly.

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) lobte die Gründung in seinem Grußwort als "historisches Ereignis". Verschiedenheit sei kein Problem, solange man sich ihrer bewusst sei und sich mit ihr auseinandersetze. "Wenn die Verschiedenheit aber zur Ungleichheit oder gar zur Ungleichwertigkeit in diesem Diskurs werden sollte, dann ist etwas schief gegangen", mahnte Maly.

"Miteinander reden ist immer besser als übereinander zu reden."

Ulrich Maly, Nürnberger Oberbürgermeister

Vom Rat der Religionen in Nürnberg erhofft sich Maly sprechende und handelnde Einmischung als Beitrag zum inneren Zusammenhalt der Gesellschaft.

Gründung eines Hauses der Religionen

Als erste mögliche gemeinsame Themen nannte der Ratsvorsitzende Körnlein im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk die Diskussion um Bestattungsrituale und die Sargpflicht sowie die Gründung eines Hauses der Religionen. Denn einen gemeinsamen Sitz als Anlaufstelle hat der Rat der Religionen in Nürnberg bislang noch nicht.

Sendung

Programmhinweis

  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

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