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Betriebsratswahl IG Metall setzt sich bei Playmobil durch

Beim mittelfränkischen Spielzeughersteller Playmobil brodelt es. Die Wahl des Betriebsrats vor zwei Jahren wurde vom Bundesarbeitsgericht in Erfurt für unzulässig erklärt – ein Sieg für die IG Metall. Nun wird neu gewählt.

Stand: 17.02.2016

Playmobilfiguren | Bild: Bayerischer Rundfunk

Das Unternehmen Geobra Brandstätter, zu dem Playmobil gehört, hatte die Kandidatenliste der IG Metall zur Betriebsratswahl nicht zugelassen, so die IG Metall. Die obersten Arbeitsrichter werteten dies wie bereits die vorigen Instanzen als Rechtsbruch. Der Bevollmächtigte der IG Metall Westmittelfranken, Reiner Gehring, begrüßte das Urteil des höchsten deutschen Arbeitsgerichts.

"Jetzt ist der Weg bei Playmobil für ordnungsgemäße Wahlen endlich frei."

Reiner Gehring, IG Metall

Er bedaure, dass Geobra Brandstätter sämtliche Gesprächsangebote der Gewerkschaft ignoriert habe, sagte Gehring dem Bayerischen Rundfunk. Stattdessen habe das Unternehmen den Streit vor die jeweils nächsthöhere Instanz gebracht. Die IG Metall kritisiert bei Playmobil "Wildwuchs und keinerlei Regularien bei der Eingruppierung". Das Unternehmen Geobra Brandstätter gehört nicht dem Arbeitgeberverband an und ist deshalb nicht an einen Tarifvertrag gebunden.

Vorwurf: Kandidatenliste ignoriert

Gehring sagte, die langjährige Betriebsratsvorsitzende sei zwar formal Gewerkschaftsmitglied, arbeite aber nicht mit der IG Metall zusammen. Deshalb habe die Gewerkschaft für die jüngste Betriebsratswahl im Jahr 2014 zum ersten Mal eine eigene Kandidatenliste aufgestellt. Diese wurde aber von der Arbeitgeberseite nicht akzeptiert, teilte die Gewerkschaft mit.

Playmobil weist Vorwürfe zurück

Auf BR-Anfrage reagierte Playmobil mit Unverständnis auf das Gerichtsurteil. Das könne man nicht nachvollziehen, so Playmobil. Das Unternehmen legt Wert auf die Feststellung, dass die Betriebsratswahl nicht für unwirksam erklärt wurde, weil die Kandidatenliste der IG Metall nicht zugelassen worden war. Vielmehr sei die Frist zum Einreichen der Vorschlagslisten zu kurz gewesen, betonte eine Sprecherin von Playmobil.

Stichwort: Playmobil

Playmobil beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit über 4.100 Mitarbeiter. Am Stammwerk in Dietenhofen im Landkreis Ansbach arbeiten nach Unternehmensangaben rund 1.500 Beschäftigte. Am Logistikstandort in Herrieden bei Ansbach sind rund 200 Mitarbeiter beschäftigt.

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Kommentare

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Wolfgang Huber München, Donnerstag, 18.Februar, 09:20 Uhr

2. "BIG Manschgerl"

Tja, es gibt halt leider immer noch Patriarchen, die mit deutschem Arbeits- und Mitbestimmungsrecht auf Kriegsfuß stehen. Man sollte Herrn Brandstätter empfehlen, mit seinen "BIG-Manschgerln" einen chinesischen Fabrikarbeiteraufstand oder eine westliche Betriesratswahl nachzuspielen, um den Unterschied zu spüren.

  • Antwort von Mensch mit Plan, Donnerstag, 18.Februar, 12:51 Uhr

    Herr Brandstätter wird wohl nichts mehr nachspielen können.....

  • Antwort von Rollmopps, Freitag, 19.Februar, 05:14 Uhr

    Wenn schon kommentiert wird, sollte man sich vorher informieren. Herr Brandstätter ist letztes Jahr verstorben. :(
    Somit kann ihm nichts mehr empfohlen werden

Das Leihschwein, Donnerstag, 18.Februar, 09:09 Uhr

1. Wildwuchs und keinerlei Regularien bei der Eingruppierung

Findet sich auch bei igm abhängige Betriebsräte in Konzernen/ÖD. Ihre wichtigste Aufgabe war Dauerkranke, Lustlose, Minderleister, Arbeitsverweigerer, Blender und Dummschwätzer vor der Kündigung zu schützen. BR/Gewerkschaft stimmten deshalb dem Outsourcing mit Dumpinglöhnen zu, denn die Arbeit musste gemacht werden. Dem igm abhängigen BR ging es nicht um die Belange des Betriebes, sondern darum ihren Mitgliedern die Arbeitsplätze zu sichern, damit die weiter ihre Beiträge zahlen können. Gerade Konzerne/ÖD bringt man nicht mit effizienter Arbeitsweise in Verbindung, das stellt jeder Mitarbeiter fest, der von einer kleinen Firma dorthin wechselt. Konzern/ÖD Mitarbeiter die in Gewerkschaften organisiert sind verlangen für ihren Beitrag eine Arbeitsplatzsicherung auf Lebenszeit, auch auf Kosten der Leiharbeitnehmer und die gibt es nicht nur in der Produktion sondern auch in der Entwicklung/Forschung.

  • Antwort von Wolfgang Huber, Donnerstag, 18.Februar, 10:32 Uhr

    Armes "Leihschwein", sorry, aber mit Ihrem Schicksal und Ihrer Einstellung sieht man, was jahrzehntelange Agitation gegen Gewerkschaften und Mitbestimmung bei den Opfern dieser Politik anrichten.

  • Antwort von ab jetzt Bergab, Donnerstag, 18.Februar, 15:29 Uhr

    ``Das Geheimnis des Agitators ist,sich so dumm zu machen,wie seine Zuhörer sind,damit sie glauben,sie seien so gescheit wie er.``

  • Antwort von Betriebsrätin, Freitag, 04.März, 09:44 Uhr

    Ich muss "Kollegen Leihschwein" in allen Punkten recht geben! Wahrscheinlich ist er auch ein Betriebsrat und hat so seine Erfahrungen gemacht - wie ich übrigens auch!