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Verwaltungsgericht Ansbach Pakistaner in Ausbildung klagt gegen Abschiebung

Ein 22-jähriger Pakistaner klagt vor dem Verwaltungsgericht Ansbach gegen seine Abschiebung. Der 22-Jährige wird derzeit in einem Ansbacher Betrieb zum Anlagenmechaniker ausgebildet.

Von: Simone Schülein

Stand: 25.10.2016

Verwaltungsgericht in Ansbach | Bild: picture-alliance/dpa

Wie das Gericht bestätigte, wird das Verfahren am Mittwochvormittag (26.10.16) vor der 11. Kammer des Verwaltungsgerichts verhandelt. Der 22-Jährige ist gerade im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Anlagenmechaniker und gilt als sehr gut integriert.

"Er kann gut Deutsch, hat sehr gute Noten und war immer bereit, dazuzulernen."

Dietmar Fischer, Chef des pakistanischen Flüchtlings

Arbeitsvertrag nach der Ausbildung

Sein Chef Dietmar Fischer will eine Abschiebung seines Azubis deshalb auch nicht akzeptieren. Er geht davon aus, dass der 22-Jährige durch das neue Integrationsgesetz davor geschützt werden könne. Dieses besagt, dass – unabhängig vom Ausgang des Asylverfahrens – der Betroffene eine Duldung erhält, solange er sich in einer Ausbildung befindet. Wer anschließend im Betrieb bleibt, erhält zudem ein Aufenthaltsrecht für zwei Jahre.

Fischer hat angekündigt, er werde alles Mögliche tun, um den 22-Jährigen als Arbeitskraft behalten zu können. Deshalb wolle er ihm auch einen Arbeitsvertrag nach der Ausbildung anbieten.

Sicherer Drittstaat

Das neue Integrationsgesetz und die Ausbildung werden jedoch bei der Verhandlung vor dem Ansbacher Verwaltungsgericht am Mittwoch keine Rolle spielen. Der Richter habe ausschließlich darüber zu entscheiden, so Gerichtssprecherin Ariane Bayer, ob Abschiebehindernisse von Seiten des Zielstaates bestünden. Pakistan gilt jedoch als sicherer Drittstaat.

Eine Rolle bei der Entscheidung des Gerichts könnte aber die Reisefähigkeit des Mannes spielen. Laut Bayer habe der 22-Jährige eine posttraumatische Belastungsstörung vorgetragen.

BAMF lehnte Asylantrag ab

Bestätigt das Gericht die Abschiebung, heißt das aber nicht, dass es tatsächlich soweit kommen wird, so Bayer. Befindet sich der Betroffene in einer Ausbildung, hat – laut Integrationsgesetz – am Ende die Stadt und die zuständige Ausländerbehörde den Fall zu entscheiden.

Der junge Mann aus Pakistan war im Juli 2012 nach Deutschland eingereist und hatte im November 2012 Asylantrag gestellt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte den Antrag im März 2016 mit der Begründung ab, dass keine Abschiebungsverbote bestünden. Er wurde damit binnen 30 Tagen zur Ausreise aufgefordert.

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