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Olympia in Rio Keine Medaillen für Frankens Sport-Hoffnungen

Es hat nicht sollen sein: Drei mittelfränkischen Olympioniken haben in Rio den Sprung aufs Treppchen verpasst. Die Erlangerin Nadja Pries erreichte im BMX-Parcours Platz sieben. Die Nürnberger Rabia und Tahir Gülec setzen im Taekwondo nun auf Tokio 2020.

Stand: 20.08.2016

Rabia Gülec, Nadja Pries und Tahir Gülec | Bild: picture-alliance/dpa/Bernd Thissen/Jörg Carstensen / Grafik: BR-Studio Franken

In ihrem ersten Kampf in der Frauenklasse bis 67 Kilogramm trat Rabia Gülec gegen die Russin Anastasija Baryschnikowa an. Die 22-Jährige besiegte die dreimalige Europameistern mit 9:8. In der nächsten Runde in der Carioca Arena 3 in Barra da Tijuca bei Rio de Janeiro bekam Gülec es mit der Türkin Nur Tatar zu tun. Hier verlor die 22-Jährige mit 1:5.

Rabia Gülec bei der Vorbereitung auf Olympia

"Ich habe versucht, mein Bestes zu geben, aber irgendwie konnte ich gerade gar nichts. Ich habe sie dreimal besiegt, und wenn es drauf ankommt, verliere ich. Das stresst mich."

Rabia Gülec, Taekwondo-Olympionikin aus Nürnberg

Tahir Gülec in der Hoffnungsrunde

Auch ihr Bruder Tahir Gülec hatte vor dem Turnier den Olympiasieg im Visier. Schließlich wurde er 2013 schon Weltmeister. Seinen ersten Kampf in der Männerklasse bis 80 Kilogramm gewann er noch gegen Moises Daniel Hernandez Encarnacion aus der Dominikanischen Republik mit 4:2.

Taekwondo-Familie

Die beiden Athleten stammen aus einer Taekwondo-begeisterten Familie aus der Nürnberger Südstadt: Schon ihre ältere Schwester Sümeyye Manz war 2008 und 2012 bei Olympia, allerdings ohne Medaillenerfolg. Und der kleine Bruder Malik gilt als das vierte hochtalentierte Kind der Familie Gülec. Auch Onkel Özer Gülec ist bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro als Trainer von Rabia und Tahir dabei.

Aber im darauf folgenden Viertelfinale, wo er er auf Cheick Sallah Junior Cisse (Elfenbeinküste) traf, zog er mit 1:7 den Kürzeren. Da sein Gegner letztlich ins Finale einzog, hatte Gülec zunächst noch in der sogenannten Hoffnungsrunde die Chance auf die Bronzemedaille – scheiterte aber knapp: Beim Stand von 5:5 entschied der nächste Treffer zugunsten des Polen Piotr Pazinski. Das nächste Ziel von Bruder und Schwester ist nun Tokio 2020.

"Ich will wieder ganz oben dabei sein. Das wird klappen, bei meiner Schwester genauso."

Tahir Gülec, Taekwondo-Olympionike aus Nürnberg

Nadja Pries wird Siebte

Nadja Pries bei einem BMX-Wettbewerb

Eine weitere bayerische Hoffnungsträgerin startete bei den BMX-Fahrerinnen - die 22-jährige Psychologiestudentin Nadja Pries aus Erlangen. Sie fuhr auf der Bahn des Olympischen BMX-Zentrums in Guadalupe das Halbfinale und belegte am Ende Platz sieben mit insgesamt 19 Punkten.

Fans bezahlen Trainingslager

Über ihren Blog hatte Pries im Frühjahr eine digitale Spendenaktion, ein sogenanntes Crowdfunding gestartet, dabei kamen 4.500 Euro zusammen. Mit Fangeldern konnte Pries so ihre Vorbereitung auf die Olympiade finanzieren: Sie trainierte mit dem britischen BMX-Nationalteam.

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Michael D., Sonntag, 21.August, 11:27 Uhr

1. Da hatte ich auch nicht viel Hoffnung - denn dort "spielt" eine andere Liga.

Ohne jede Polemik ist anzumerken, dass ich aus dem Stegreif nicht wüsste, welche Medaillen türkischstämmige Deutsche bei Weltmeisterschaften oder bei Olympia errungen hätten. Ein Comedian hat mal seine Späße gemacht (er durfte das, da selbst Migrant) darüber, dass Deutschtürken im Wintersport nichts wurden oder jemals werden. Aber ehrlich - wie sieht es denn bei den anderen Sportarten aus? Ähnlich, oder?

  • Antwort von Franz, Sonntag, 21.August, 14:15 Uhr

    Wo ist für Sie da der Unterschied ?

  • Antwort von ein paar gibt es schon, Sonntag, 21.August, 14:44 Uhr

    Mesut Özil wurde am 13. Juli 2014 Fußball-Weltmeister.
    Nicht aus dem Stegreif: Avni Kertmen ist 5-maliger Weltmeister im Rollstuhl-Badminton.